Midori nimmt Formen an: Das Ende von Windows ist besiegelt

Auch wenn die Begriffe Microsoft und Windows untrennbar scheinen: Von Windows in der heutigen Form wird sich Microsoft in einem Zeitraum von etwa fünf bis sieben Jahren verabschieden. Der Produktname Windows bleibt möglicherweise erhalten, technisch gesehen entwickeln hochkarätige Experten ein neues Betriebssystem unter dem Codenamen Midori, das mit Windows nicht verwandt ist.

Midori wird bewusst nicht auf Windows basieren. Denn Windows hat im Laufe der Jahre einen immensen Ballast angesammelt, der zur Wahrung der Rückwärtskompatibilität immer wieder mitgeschleppt werden muss. Eine Weiterentwicklung ist anders als bei den meisten Unix-Betriebssystemen immer schwieriger. Neue Versionen reagieren zunehmend träger.

Ebenso legt Microsoft bei Midori Wert auf Modularität. Funktionalität soll in einem fest definierten Modul implementiert sein. Ein Fiasko wie bei Windows, so dass sich später herausstellt, dass das Netzwerk nur gestartet werden kann, wenn das grafische Subsystem mit seinem gesamten Speicherverbrauch hochgefahren ist, will man nicht wieder erleben.

Dadurch dass fast das gesamte Betriebssystem in Managed Code entwickelt wurde, will Microsoft die Sicherheit und die Stabilität erhöhen. Das mag vor allem für die Stabilität gelten, weil beispielsweise der Treiber eines Noname-DVB-T-Sticks den Kernel nicht mehr zum Absturz bringen kann. Die Sicherheit wird jedoch nur in einigen Teilaspekten erhöht. Zudem darf man den Einfallsreichtum von Cyberkriminellen nicht unterschätzen, die sicherlich auch in Midori Angriffspunkte finden.

In fünf bis sieben Jahren ein erblastfreies neues Betriebssystem auf die Beine zu stellen, bei dem sich Anwender wieder auf gutes Antwortzeitverhalten verlassen können, ist keine leichte Aufgabe. Noch weitaus schwieriger ist es, heutige Anwendungsprogramme in Managed Code zu überführen. Dazu muss nahezu jede Codezeile geändert werden. Zwar wird es möglich sein, Windows-Programme mit Virtualisierungstechniken auszuführen, das bedingt jedoch, dass neben Midori auch Windows mit seinem ganzen Ballast gestartet wird. Man darf auf jeden Fall auf das Ergebnis gespannt sein, wenn in etwa drei Jahren erste Entwicklerversionen in Umlauf kommen.

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ZDNet.de Redaktion

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