Es ist mutig, einen erfolgreichen Klassiker wie das Smartphone E71 so abzuspecken, dass es nur noch 250 Euro kostet. Die Erwartungen des Kunden sind schließlich hoch. Und gerade da, wo Nokia bei der Produktion spart, könnte sich der Nutzer am Ende ärgern.

Typisches Sparpotenzial bieten das Display, zusätzliche Funktionen wie ein GPS-Chip und weniger Zubehör im Lieferumfang. Der Kauf eines Smartphones in der Sparvariante will also doppelt gut überlegt sein. Sonst zeigt sich, dass verschiedene Zusatzinvestitionen den Sparvorteil zunichte machen. Denn eine zusätzliche GPS-Maus oder ein Kabel zum Datenabgleich schlagen auch mit einigen Euro zu Buche.

Design

Dass das E63 ein günstiges Telefon ist, zeigen schon die verbauten Materialien. Das wertige Metallgehäuse des E71 ist beim 126 Gramm schweren E63 einem Kunststoffgehäuse in Rot oder Blau gewichen. Billig sieht das auf Metallic getrimmte Smartphone jedoch nicht aus, und auch die Verarbeitung wirkt gut.

An der Größe des handlichen Smartphones gibt es nichts zu mäkeln: Mit 11,3 mal 5,9 mal 1,3 Zentimetern ist das E63 in etwa so groß wie das E71. Allerdings fällt das neue Modell etwas dicker aus: drei Millimeter, um genau zu sein. Die QWERTZ-Tastatur ist so groß wie beim E71. So kann der Anwender mit zwei Daumen bequem eine Mitteilung schreiben. Die gummierten Tasten reagieren sehr gut, auch wenn sie recht klein geraten sind. Eine stärkere Wölbung wäre wünschenswert, denn dann ließen sich die Tasten noch besser treffen.

Ä, Ö und Ü finden sich direkt als Buchstaben auf der Tastatur wieder – das erweist sich beim Tippen als praktisch. Die Lettern auf der Tastatur sind gut lesbar. Das gilt leider nicht für die Zahlen, die sehr gequetscht wirken und aufgrund der Farbgebung (Weiß auf Grau) schwierig zu lesen beziehungsweise zu finden sind. Damit erschwert Nokia unnötig das Eintippen einer Telefonnummer oder des PIN-Codes der SIM-Karte.

Mit 2,4 Zoll und einer Auflösung von 320 mal 240 Pixeln ist das Display eher klein geraten. Den Luxus eines Touchscreens kann man zu diesem Preis nicht erwarten. Bedient wird das Smartphone über ein Fünf-Wege-Steuerkreuz und die Tastatur. Das Hauptmenü ist mit elf Punkten, die jeweils unzählige Unterpunkte enthalten, sehr umfassend. Da sucht der Anwender schon mal eine Weile nach einzelnen Funktionen. Widgets für den schnellen Zugriff auf bestimmte Programme kann sich der Nutzer nicht auf den Desktop legen. Dafür lassen sich die sechs am häufigsten genutzten Funktionen als Shortcut auf den Startbildschirm packen.

Ein Shortcut für den Startbildschirm ist zum Beispiel die Funktion „Modi“. Sie ermöglicht es, zwei individuelle Start-Screens zu definieren. So kann der Nutzer beispielsweise auf seinem Geschäftsbildschirm den schnellen Zugriff auf häufig genutzte Funktionen im Berufsleben legen – vielleicht Terminkalender, E-Mails, Browser und Notizen. Auf dem privaten Bildschirm ordnet er dann beispielsweise neben Browser und E-Mails die Bildergalerie oder den Musikplayer an.

In diesem Zusammenhand ist eines noch nicht optimal: Egal, welche Ansicht der Nutzer gerade gewählt hat, das System greift für Kalendereinträge und Kontakte auf eine einzige Datenbank zurück. Folglich erscheinen auch im privaten Modus die geschäftlichen Termine und Kontakte. Wünschenswert wäre eine integrierte Layer-Ansicht, die Businesstermine wahlweise zu- oder wegschaltet, so wie es das Palm Pre bald ermöglichen soll. Gewechselt wird von einem Modus zum anderen ziemlich gemächlich: Es dauert lange fünf Sekunden, bis der neue Bildschirm aktiviert ist.

Am Gehäuserand befindet sich links oben ein gut zugänglicher Micro-SD-Kartensteckplatz, darüber sitzt ein Micro-USB-Anschluss für das USB-Datenkabel. Nokia legt dem E63 beim Kauf jedoch weder ein USB-Kabel noch eine Speicherkarte bei.

An der Oberseite des Mobiltelefons kann der Nutzer einen 3,5-Millimeter-Standard-Kopfhörer in die Buchse einstecken. Er ist damit nicht auf das im Lieferumfang enthaltene Headset angewiesen. Eine Kamerataste oder einen Lautlos-Schalter gibt es nicht. Diese Funktionen müssen über das Menü aufgerufen werden.

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