GeForce GTX 280 im Test: GPU mit Turbo für 2D-Anwendungen

Als vor elf Jahren id-Software die erste Version von Quake vorstellte, die von den Fähigkeiten eines 3D-Grafikchips profitierte, war dies die erste Portierung eines CPU-Programms auf einen Grafikprozessor. Nachdem heute nahezu kein Spiel mehr ohne die Rechenpower einer GPU auskommt, will Nvidia dafür sorgen, dass weitere Applikationen die Leistung der GPU ausnutzen. Hierfür hat der Grafikchiphersteller im Frühjahr 2008 das CUDA-SDK veröffentlicht, das sich Entwickler kostenlos für die Plattformen Windows, Linux und Mac OS X herunterladen können.

Inzwischen sind zahlreiche CUDA-Anwendungen erschienen. Der Großteil der Applikationen stammt aus dem technisch-wissenschaftlichen Bereich. Aber auch Consumer-Anwendungen für die Videokomprimierung profitieren von der Rechenleistung der GPU. Von Elementals soll es in Kürze eine Anwendung namens BadaBOOM geben, die Videodateien umwandelt, sodass sie zum Abspielen auf iPhone, iPod Touch und normalen iPods sowie PSP geeignet sind. Zudem hat die Firma für den Herbst ein Plug-in für Adobe Premiere Pro angekündigt, das den Schnitt von HD-Videos mit Hilfe der GPU beschleunigen soll. Erste Benchmarks bescheinigen BadaBOOM eine sehr gute Performance. Mit dem neuen GeForce GTX 280 dauert das Umwandeln eines HD-Videos mit einer Länge von zwei Stunden nur 35 Minuten. Die relativ günstige GeForce 9600 GT benötigt für den gleichen Vorgang 49 Minuten, während mit dem Quad Core Extreme Q9650 mit 3 GHz fünf Stunden und 33 Minuten vergehen. Auch für ATI-Karten steht ein Video-Converter, der die Rechenpower der GPU nutzt, zur Verfügung. Allerdings hapert es beim Avivo-Video-Converter mit der Kompatibilität: Für aktuelle ATI-GPUs aus der Radeon-HD-3000-Serie ist das Tool nicht geeignet. Lediglich die älteren X1000-Chips sind zu der Anwendung kompatibel.

Video-Encoding
Für das Umwandeln eines zwei Stunden langen HD-Videos benötigt der Intel-Quad-Core fast fünf Stunden länger als der GTX 280, der das Video bereits nach 35 Minuten konvertiert hat.

Adobe plant ebenfalls die Nutzung der GPU für einige Photoshop-Filter. Adobe Photoshop CS4 soll CUDA-Optimierungen enthalten. Auch andere Programme wie Adobe Flashplayer 10 sollen die Rechenpower der GPU in Zukunft nutzen. Nvidia unterstützt diese Entwicklung mit einem SDK für Photoshop.

Das Kodieren von MP3-Dateien, ebenfalls eine zeitraubende Prozedur, sollte in Zukunft flotter vonstatten gehen. Nvidia hat einen Programmier-Wettbewerb gestartet, der den freien Codec Lame MP3 CUDA-tauglich machen soll.

Das Projekt der Stanford University Folding@home untersucht mittels einer Protein-Simulation die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer, BSE, Creutzfeldt Jakob und Krebs. An dem sehr rechenintensiven Programm kann jeder teilnehmen. Für PCs mit Windows, Mac oder Linux stehen Clients zu Verfügung. Spezielle Versionen für ATI-Grafikkarten und die Sony-Playstation sind auch erhältlich. Eine CUDA-Version für Nvidia-Grafikkarten wird in Kürze erscheinen. Benchmarks einer Vorabversion sind bereits verfügbar. Demnach berechnet der neue GeForce GTX 280 511 Nanosekunden einer Protein-Simulation am Tag, während der ATI HD 3870 auf 170 kommt und die Intel-CPU Core 2 Extreme Q9650 nur 4 Nanosekunden erreicht.

Folding@home
Die Protein-Simulation der Stanford-Universität läuft mit GPUs deutlich schneller als mit herkömmlichen Prozessoren ab.

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