Endlich, kann man da nur sagen: Der Pocket Internet Explorer hat ausgedient. Zwar sollte mit Windows Mobile 6.1 eine neue Version des Microsoft-Handy-Browsers kommen – inklusive Unterstützung von Flash und Engine zur Aufbereitung von Webseiten für Handy-Displays. Doch der ist noch nicht fertig.

Beim Touch Diamond setzt HTC deswegen auf einen speziell angepassten und hübsch integrierten Opera-Browser. Wer im Internet-Menü auf die Weltkugel tippt, bekommt ihn nach kurzer Wartezeit zu Gesicht. Der Aufbau erinnert stark an den Safari des iPhone. Oben befindet sich die Leiste zur Adresseingabe, unten gibt es noch ein paar virtuelle Tasten. Das Öffnen von Webseiten klappt im Test schnell und problemlos – sowohl über WLAN als auch über UMTS. Das ist natürlich ein gigantischer Vorteil gegenüber dem iPhone, das ledigliche auf die langsamere EDGE-Internetverbindung zurückgreifen kann.

Im Test abgerufene Seiten sehen aus, wie sie sollten – also wie am PC. Lediglich Flash-Animationen fehlen, aber die kann auch der Safari nicht. Das Zoomen klappt nicht mehr wie bei der Vorstellung entweder durch kreisförmige Fingerbewegungen rund um die OK-Taste unten. Stattdessen tippt man nun doppelt mit dem Finger auf das Display, um Bilder, Texte oder Tabellen zu vergrößern. Praktischerweise berechnet die Engine des Browsers die Webseite nach dem Zoomen neu. Somit bricht der Text auch wirklich an der richtigen Stelle um, und das nervige horizontale Scrolling, das den Pocket Internet Explorer auszeichnet, entfällt.

Wer Youtube-Videos ansehen möchte, muss wie beim iPhone auf eine eigene Applikation zurückgreifen – die im Übrigen auch sehr ähnlich aussieht. Tippt man ein Video an, beginnt das Gerät mit dem Download und startet die Wiedergabe in Vollbild und im Querformat. Im Gegensatz zum Apple-Handy ist der Zugriff auf Videoclips dank UMTS auch über das Handynetz möglich.

Aussichten

Das HTC Touch Diamond soll Anfang Juni auf den Markt kommen. Die Pressemitteilung listet keine Preisangabe, bei der Vorstellung wurde ein Einführungspreis von 569 Euro ohne Vertrag genannt. O2 möchte das Gerät mit einem 100-Minuten-Vertrag für knapp 100 Euro anbieten.

Beim Marktstart sollen alle großen Netzbetreiber dabei sein. Im Gegensatz zum Touch Cruise wird es auch bei O2 weder eine Halterung noch ein Ladegerät fürs Auto ab Werk geben, doch ein Car Kit soll optional erhältlich sein – für etwa 30 Euro.

Insgesamt macht das Diamond einen sehr guten Eindruck. So ein attraktives Windows-Smartphone gab es bislang nicht, so einen guten Windows-Mobile-Browser erst recht nicht. Auch die neue Oberfläche wirkt durchgestylt, gut zu bedienen und logisch. Allerdings krankt auch das neueste HTC-Smartphone an teilweise langsamen Reaktionen. Bis zum Markstart soll sich daran allerdings noch etwas ändern. Außerdem fällt negativ auf, dass sich die Touchflo-Oberfläche nicht durchzieht und teilweise die bekannten und nicht dazu passenden Windows-Mobile-Programme starten.

Themenseiten: HTC, Mobil, Mobile

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu HTC Touch Diamond: Smartphone mit Windows Mobile 6.1 und GPS

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *