Das war die CeBIT 2008: Neues Konzept bewährt sich

Anders als im Business-Trakt gab es westlich des Haupteingangs ein paar Produktneuigkeiten, die man nicht erst lange erklären musste, sondern anfassen konnte. Doch der Wirbel um das Mini-Notebook Eee PC von Asus oder die leistungsfähigen 45nm-Chips von AMD, mit denen Gamer jetzt mit höherer Leistung und niedrigeren Energiekosten ihre virtuelle Gegner meucheln können, wirkte etwas aufgesetzt und wie der Nachhall aus der untergegangenen Zeit der PC-Pioniere.

Trotz der Pläne von Vodafone erfüllten sich die Erwartungen nicht, wonach auf der CeBIT endlich der seit 2006 angekündigte Durchbruch für Handy-TV kommen würde. So freute man sich bereits über das bei Jugendlichen beliebten IP- und Web-TV, das etwa Ericsson auf der Messe mit einer eigenen Web-TV-Sendung propagierte.

Als Ankündigungsmesse galt die CeBIT nie und daran hat sich nichts geändert. Eine erwähnenswert große Beachtung fanden die Geräte von Garmin, ob die Fitness-Uhr Forerunner, das sprachgesteuerte Navigationsgerät Nüvi oder das Smartphone nüvifone, bei dem GPS-Ortung, mobiles Internet und Telefonie vereint werden. Vom angekündigten Mobile-Internet-Boom zeigen die Aussteller wenig. So fiel der Blackberry-Hersteller RIM eher durch damenhaft in Rosa gestylte Geräte auf, während der frühere PDA-Marktführer Palm mit einem besonders preiswerten Smartphone, das abends in einer Hannoveraner Kneipe vorgestellt wurde, wieder Anschluss an den Markt finden möchte.

Der TK-Konzern Avaya präsentierte derweil eine Lösung, um Apples iPhone in die Unternehmens-Telefonie einzubinden – kurz bevor Apple selbst die Öffnung des Geräts für Business-Anwendungen bekannt gab. Erste Lösungen betreffen Microsofts Exchange-Server aber auch das CRM von Salesforce.com. Hinter diesen scheinbar marginalen Mobilfunk-News verbergen sich ein genereller Trend des Zusammenwachsens von bisher getrennten Industrien – und mögliche Konflikte, die auf der CeBIT nicht ausgetragen wurden. Apple als Computer-Hersteller macht den Handy-Herstellern und Mobilfunk-Dienstleistern vor, wie man ein Smartphone konzipiert und gewinnbringend vermarket.

Hier zeichnet sich der Paradigma-Wechsel ab, den Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer anmahnt, wenn er klagt, dass die Geschäftsmodelle nicht funktionieren können, bei denen Geräte nahezu verschenkt werden. Diese ruinöse Praxis schadet der ITK-Branche insgesamt, hätten die Verluste der TK-Branche doch die einstige Wirtschafts- und Innovationslokomotive beinahe unter das allgemeine Wachstum der hiesigen Wirtschaft gedrückt. Auf der CeBIT konnte Scheer die Wachstums-Prognose für 2008 jedoch von 1,3 auf 1,6 Prozent anheben.

Die positive Entwicklung rührt – wie im vergangenen Jahr – von der guten Auftragslage im Consumer-Markt her, mit Geräten wie Flachbildschirmen, Navigations- und DVD-Playern, die auf der CeBIT reichlich zu sehen waren. Einen wichtigen Anteil steuert aber auch das gesunde Software-Geschäft bei, vor allem weil Projekte für SOA, Business Intelligence und Business-Process-Mangement den lukrativen Service-Anteil immer mehr vergrößern.

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2 Kommentare zu Das war die CeBIT 2008: Neues Konzept bewährt sich

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  • Am 14. März 2008 um 21:01 von Lonesome Walker

    Zufriedenheit?
    Ich definiere Zufriedenheit ganz anders.

    Die Cebit war meiner Meinung nach der größte Reinfall von IT-Messe (wenn man die überhaupt so nennen will…)

    • Am 18. März 2008 um 11:19 von Hermann Gfaller

      AW: Zufriedenheit?
      Wie definieren Sie denn Zufriedenheit?

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