Hansenet will Glasfasernetz in Hamburg aufbauen

50-Millionen-Euro-Investition bringt 100 MBit/s schnelle Internetzugänge

Hansenet will die Hamburger Innenstadt mit einem eigenen Glasfasernetz bedienen. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ in seiner Online-Ausgabe berichtet, plant die Telecom-Italia-Tochter, in Kürze 15.000 Häuser mit deutlich mehr als 100.000 Haushalten mit einer direkten Glasfaseranbindung zu versorgen.

Das Unternehmen vermarktet dann unter seiner DSL-Marke Alice Anschlüsse mit rund 100 MBit/s. Auf dieser Basis lassen sich Angebote wie Internetfernsehen und Videokonferenzen in höherer Qualität realisieren. Der Ausbau ist für Hansenet-Geschäftsführer Harald Rösch ein Test, bevor eine Entscheidung über weitere Hamburger Ortsteile und andere Städte fällt. Bundesweit hat Hansenet 2,2 Millionen DSL-Kunden; nur die Telekom und United Internet (1&1) können mehr Verträge vorweisen.

Hansenets Pläne richten sich direkt gegen die Deutsche Telekom. Dem Ex-Monopolisten drohen weitere Kundenverluste in Deutschlands zweitgrößter Stadt. Dort ist bereits jetzt rund jeder zweite DSL-Nutzer Kunde von Hansenet. Bislang versorgt das Unternehmen seine Kunden mit DSL und Telefonie über die Kupferleitungen der Deutschen Telekom. Dafür erhält der Bonner Konzern derzeit 10,50 Euro im Monat pro Haushalt.

Bei jedem Kunden, dessen Online-Anschluss künftig über das neue Hansenet-Netz läuft, entfällt diese Zahlung. Zudem will Hansenet seine Glasfaserleitungen auch anderen Konkurrenten der Deutschen Telekom wie Arcor oder Freenet zugänglich machen. Damit sollen sich die Investitionen von voraussichtlich mehr als 50 Millionen Euro schneller amortisieren.

Vergangene Woche hatte M-Net für München ein ähnliches Projekt angekündigt. Bis 2011 soll das Netz etwa 60 Prozent des Wohnungsbestandes in der bayerischen Landeshauptstadt abdecken.

Themenseiten: Alice, Breitband, Telekommunikation, VoIP

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1 Kommentar zu Hansenet will Glasfasernetz in Hamburg aufbauen

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  • Am 25. Oktober 2007 um 17:53 von Franke

    Toll – Glasfaser in Dresden
    Die Konzerne sollten mal in den Osten schauen, zum Beispiel nach Dresden – Striesen. Dort sind tausende Haushalte bereits mit Glasfaser erschlossen.
    Aber der Endverbraucher sitzt immernoch mit einem analog Modem da. Nicht mal ISDN gibt es. Warum?
    Link: http://www.dsl-striesen.de/aktuelles/gruendung_dsl_fuer_striesen_presse_.htm

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