Der Barcelona-Chip: Ist er wirklich das Allheilmittel für AMD?

AMD hat jedoch keine konkreten Zahlen zum SPECint_rate, einem Messergebnis zur Integerverarbeitung veröffentlicht, das sich mehr als SPECfp_rate auf geschäftsbezogene Aufgaben wie E-Mail oder Datenbanktransaktionen bezieht. Allerdings scheint es, dass der Barcelona den aktuellen Xeon-Prozessoren von Intel erheblich hinterherhinkt. AMD sagte, die Barcelona-Version für zwei Sockel werde beim SPECint_rate2006 um 55 Prozent schneller sein als die aktuellen Dual-Core-Opteron-Chips, die auf ein Ergebnis von 56,8 kamen. Damit läge der Barcelona bei etwa 88, was weit unter den veröffentlichten Ergebnissen für Intels mit 3 MHz getaktete Quad-Core-Xeon-Prozessoren für zwei Sockel liegt, die ein Ergebnis von 115 erreichten.

Für einen weiteren Vergleich verwendete AMD einen alten Test, den SPECompM2001 base. Die anderen Benchmarkwerte, die AMD vorlegt, dürften Kunden erfreuen, die Hochleistungsberechnungen wollen, sind aber für den Unternehmensmarkt nicht von so großem Belang. Der neue Opteron macht sich gut bei den Fluent- und LSDYNA-Benchmarks, bei denen es vor allem um Fließkomma-Ergebnisse und Speicherbandbreite geht.

Solche Anwendungen gehören nicht zu jenen, mit denen die meisten Geschäftskunden häufig umgehen müssen und AMD zitiert keine anwendungsspezifischen Benchmarks, die öfter auftreten, wie etwa Tests mit auf Java aufbauender datenbankgestützter Finanzsoftware von SAP.

Eine Stärke, auf die AMD verweisen kann, ist die Virtualisierungstechnologie, die für Serverkunden immer wichtiger wird. Die Leistung der Software von VMware erhöht sich durch den Quad-Core-Opteron laut AMD im Vergleich zur Vorgängergeneration um 79 Prozent. Das Unternehmen hat mehrere Anknüpfungspunkte in den Barcelona integriert, mit denen die Performance in Sachen Virtualisierung verbessert werden kann.

Es scheint jedoch, dass der Barcelona weit davon entfernt ist, der große Wurf zu sein, den sich AMD einst von seinem „eigenen“ Quad-Core-Design versprochen hatte. Intel wird Ende November neue Quad-Core-Prozessoren anbieten, und für nächstes Jahr wird eine umfassende Überarbeitung erwartet, die viele der Designmerkmale von AMD übernehmen wird, die den Opteron in der Vergangenheit zum Gewinner machten.

Die beste Chance für AMD ist, die Taktraten möglichst schnell nach oben zu bringen, wodurch die Vorteile spürbar werden könnten, die sich daraus ergeben, wenn alle vier Prozessorkerne auf einem Chip untergebracht sind. Ein Nachteil der Architektur von Intel ist, dass die Signale den einen Dual-Core-Chip verlassen müssen, um zum anderen zu gelangen, was Zeit kostet.

Es wird erwartet, dass der Barcelona in Servern von zwei der Serverpartner von AMD erhältlich sein wird und in wenigen Wochen auch von anderen Anbietern. AMD wird dadurch bis zum vierten Quartal keine großen Einnahmezuwächse erzielen können, was wiederum bedeutet, dass das Unternehmen sich auch weiter auf harte Zeiten einstellen muss, bis der Barcelona einen größeren Teil des Marktes erreicht.

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Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Der Barcelona-Chip: Ist er wirklich das Allheilmittel für AMD?

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  • Am 24. September 2007 um 15:14 von Viktor Jedich

    Nicht das Allheilmittel aber besser als dargestellt.
    Der Barcelona erfüllt nicht ganz die Erwartungen, wird AMD aber in die Gewinnzone führen. 1.) guter Preis, CPU als auch Plattform 2.) niedrige Leistungsaufnahem, CPU als auch Plattform 3.) genug Performance um einen 1 GHz schnelleren Xeon (in einigen Bereichen) in die Wüste zu schicken 4.) trotz langsamerem Arbeitsspeicher höhere Transferraten

    Vergleiche:
    http://www.tecchannel.de/server/prozessoren/1729224/
    http://www.anandtech.com/IT/showdoc.aspx?i=3091

    So langsam kommt mir der Gedanke dass die Berichterstattung von ZDNet.de nicht unabhänig ist.

    • Am 25. September 2007 um 17:39 von Berger

      AW: Nicht das Allheilmittel aber besser als dargestellt.
      Naja, der Preis des Barcelona ist nicht umsonst so niedrig, seine niedrige Leistungsaufnahme entspricht ebenso seiner nicht überragenden Performance und dasss er in nur 3 von vielen dutzenden Bereichen den Xeon schlägt, ist auch kein Ruhmesblatt. Mal abwarten, was die höher getakteten K10-Versionen zu bieten haben. Bis dahin fällt die Wahl weiterhin auf Intel.

      • Am 7. November 2007 um 18:02 von Viktor Jedich

        AW: AW: Nicht das Allheilmittel aber besser als dargestellt.
        Sehr eingeschränkte Sicht auf die Dinge nicht? Schon mal auf Taktung und RAM geschaut? Aber gut, wer gerne mehr Geld für weniger Leistung ausgibt kann das gerne tun. Mit den Xeons kommt man sicher nicht in die Green500 liste.
        Greetz

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