Playstation 3 und Linux: Der Cell-Prozessor beherrscht beides

ZDNet: Herr Bacher, Ihr Gebiet ist Linux auf Cell. Was genau ist Ihr Job dabei ?

Bacher: Ich bin zuständig für die Linux-Offside-Entwicklung. Dabei geht es darum, den Kernel und die Low Level Libraries so zu erweitern, dass der Cell optimal darauf läuft. Nur so können alle Ressourcen angesprochen werden. Wir haben dafür jeweils ein Team in Böblingen, in Australien und in Brasilien sitzen.

ZDNet: Und Ihre Aufgabe, Herr Engler, ist…?

Engler: Ich bin aus dem deutschen IBM-Entwicklungszentrum heraus verantwortlich für die Kooperationen mit Softwarehäusern und Universitäten, die in Sachen Cell aktiv werden wollen. Weite Teile des Prozessors stammen ja aus Böblingen, genauso wie das Design für die Cell-Blades und auch die Firmware. Zudem wird Linux hauptsächlich bei uns angepasst – beispielsweise Teile der Libraries und auch der Debugger.
Wir sind mit zweien unserer Kooperationspartner auf der CeBIT: Digital Medics
und dem Fraunhofer-Institut.

ZDNet: Virtualisierung ist eins der Topthemen auf dieser CeBIT. Im Gespräch mit Alan Nugent, CTO von CA, äußerte dieser die Überzeugung, dass Betriebssysteme diese künftig als festen Bestandteil mitbringen werden. Wie sieht es da bei Linux auf Cell aus?

Bacher: Das ist ja schon geschehen. In der Version 2.6.20 des Linux-Kernels haben wir die Kernel Virtual Machine (KVM) integriert. Und das Schöne bei dieser Lösung ist, dass sie optional ist: Wenn ein Kunde seine Anwendungen auf dem nackten Metall laufen lassen will, dann kann er das tun.

Virtualisierung als Teil der Linux-Distribution braucht natürlich eine gewisse Zeit, bis die neueste Technologie aus dem Kernel in die Distribution integriert wird, weil sie erst für alle mögliche Hardware zertifiziert werden muss.

ZDNet: Was halten Sie in Sachen Cell und Open Source für die wichtigsten Trends der kommenden Monate?

Bacher: Virtualisierung ist ein wirklich großer Schritt. Ich glaube, das wird die Community erst einmal eine Weile beschäftigen. Ansonsten ist die Frage schwer zu beantworten, weil Open Source eigenen Gesetzen folgt. KVM als Virtualisierungslösung wurde aber beispielsweise innerhalb sehr kurzer Zeit integriert. Ich denke, dass diese Entwicklung weitergehen wird. Virtualisierung wird feiner heruntergebrochen werden. Zudem sehe ich einen Trend hin zu parallelen Dateisystemen auf verschiedenen Knoten. Ein wirklich großer Trend in der IT, speziell in Sachen Prozessorarchitektur, ist aber beispielsweise Multi-Core. Das sind, glaube ich, die nächsten Herausforderungen, die jedes Betriebssystem zu lösen hat. Mit Cell haben wir da bereits große Schritte getan.

Themenseiten: IBM, IT-Business, Linux, Open Source, Prozessoren, Technologien

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