Bitkom begrüßt den neuen elektronischen Reisepass

Bei Biometrie-Projekten profitiere die IT-Sicherheitsindustrie besonders, so Schulz: „Nach unseren Schätzungen bestehen 95 Prozent eines Projektumsatzes aus üblicher ITK-Hardware und -Software, wie beispielsweise PCs, Servern und Betriebssystemen, sowie IT-Dienstleistungen. Nur fünf Prozent entfallen auf Geräte und Programme, die direkt der Biometrie zuzuordnen sind, etwa Scanner für Fingerabdrücke oder spezielle Verschlüsselungssoftware.“ Nach Schätzungen der Marktforscher von Soreon-Research setzt der deutsche Biometriemarkt in diesem Jahr insgesamt rund 21 Millionen Euro um. Laut der Studie wird der Umsatz von rund 37 Millionen im Jahr 2006 auf 144 Millionen Euro im Jahr 2007 steigen, auch durch den ePass. „Im nächsten Jahr ist der Staat noch größter Markttreiber, doch schon 2008 wird die Privatwirtschaft, etwa beim Zugang zu Räumen oder Informationen, mehr nachfragen als der Staat“, sagte Schulz. Der Staat fungiere hier als klassischer Innovationsmotor.

Bei den elektronischen Pässen gibt es umfassende Vorgaben für die Fotos der Bürger. So muss nun beispielsweise das Bild frontal aufgenommen werden. Die Fotografen sind aber auf die neuen, strikten Anforderungen der ICAO an das Passbild vorbereitet. Hans Starosta, Präsident des Centralverbands Deutscher Berufsfotografen, sagte: „Wir sind von den staatlichen Stellen gut und umfassend informiert worden.“ Jedoch bedauerte Starosta die strikten rechtlichen Vorgaben: „Das Passbild ist leider zu einem reinen Zweckbild geworden, für die Fotografen gibt es so gut wie keine kreative Freiheit mehr.“ Früher konnte ein Passbild auch als Bewerbungsbild genutzt werden. Nun sei es Aufgabe der Fotografen, die Kunden zu fragen, ob sie ein Bewerbungs- oder ein Passfoto haben möchten. „Und wenn der Kunde nur ein Passbild haben möchte, liegt es an uns, ihm zu sagen: ‚Okay, Passbild ist das eine, aber da Sie schon mal da sind, wie wäre es noch mit paar schönen Privatfotos dazu?‘.“

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2 Kommentare zu Bitkom begrüßt den neuen elektronischen Reisepass

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  • Am 5. Oktober 2005 um 20:42 von sprotte

    Na Hauptsache, die . . .
    . . . Kohle stimmt!

    Ich fasse es nicht, manche Leute sind wohl nicht mehr ganz beisammen (um es mal vorsichtig auszudrücken)! Hier wird mit einer Vorbildfunktion geprahlt, die im Grunde, weiterreichend gesehen, nur dazu dient, noch mehr Kontrolle über den einzelnen Bürger zu bekommen. Und das ist erst die Spitze des Eisberges: langfristige Speicherung von Verbindungsdaten im Telekommunikationsbereich EMail, Fax, Telefon (auch, wenn ich gar keine Verbindung bekommen habe, nach dem Motto ‚der Telefonier-Versuch an sich ist schon strafbar‘), schon jetzt unkontrolliertes Rumschnüffeln durch Finanzamtsbeamte auf meinen Bankkonten, demnächst Bewegungsprofilerstellung via GPS/Handy, nicht zu vergessen die Erfassungsbrücken auf den Autobahnen, angeblich natürlich nur für Mautbelange… Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Und die Mär, daß meine (Paß-)Daten sicher seien ("…Die in der Europäischen Union vereinbarten technischen Spezifikationen des Dokuments verhindern, dass der Pass unrechtmäßig verändert oder die Daten ohne Wissen des Inhabers ausgelesen werden. …") platzt spätestens dann, wenn ich außerhalb der EU bin. Paradebeispiel: unsere ach so friedliebenden USA-Kumpels jenseits des Teiches, denn dort einmal erfaßt heißt, nie wieder einsam sein. Wie es schon passiert ist, sollte man sich nicht wundern, wenn man bei der Einreise gefragt wird, wie man denn das Buch fand, daß man bei Amazon gekauft hat oder ob die EBay-Versteigerung gut ausgegangen sei. Wieso? Na, die kümmern sich nämlich einen Dreck darum, was wir hier in der EU vereinbaren, Datenschutz ist dort nämlich ein typisch europäisches Fremdwort, sowas wird einfach nicht beachtet. Aber gemach, Rettung naht: Herr Bush wird sicher voller Verständnis und Bedauern dann ein Gebet sprechen, ist das nicht sehr tröstend, wenn meine Daten zum Teufel sind?!?

    Also Leute, hört auf zu spinnen von wegen bzgl. ‚Export‘ und ‚erhöhte Sicherheit‘, es dient letztendlich alles nur dazu, jedem besseren Staatsbeamten/-angestellten, dem eure Nase nicht paßt, nach EIGENEM Gutdünken die Druckmittel an die Hand zu geben (wohlgemerkt: OHNE richterliche Anordnung, d.h., unser Grundgesetz, das wegen unserer schmerzhaften 3.Reich-Erfahrungen die Gewaltenteilung zwingend vorsieht, ist auch schon zum Teufel!!!).

    Gut, daß ich schon ein alter ‚Knacker‘ bin, es ist nur traurig für die nachwachsende Jugend, immer mehr präventiv als Verbrecher abgestempelt zu werden, bespitzelt zu werden und dafür auch noch wie selbstverständlich zur Kasse gebeten zu werden: erinnert mich fatal an Rotchina, wo die Angehörigen eines hingerichteten Menschen auch noch die Kugel bezahlen müssen, mit der er erschossen wurde! Nazi-Sippenhaft läßt grüssen!!!

    Na dann, Frau Schulz + Rest von BitCom, ich wünsche Ihnen eine gute Reise mit dem ‚…Innovationsmotor für die deutsche Sicherheitsbranche…‘, denken Sie mal an mich, wenn Sie irgendwann wegen Nichtigkeiten oder Verwechslungen liegen geblieben sind und Ihnen wohlmeinende Staatsdiener pflichtbewußt oder auch nur zur Bekämpfung ihrer Langeweile (auf gut deutsch ausgedrückt) ‚den Arsch aufreissen‘!

    Nur: dann ist’s zu spät!!!

  • Am 7. Oktober 2005 um 16:08 von irgender

    … wissen ist macht …
    hallo sprotte,

    in der tat geht das noch weiter – über intelligente software wird ermittelt wer an der kasse mehr als die durchschnittliche menge pfandgut zurück gibt um die kassierin zu kontrollieren.

    meine zukünftige RFID-KundenBundesbahnBankKreditkarte meldet sich dann auch gleich und sagt elektronisch "nur noch 200 EUR diesen Monat" also biete mal lieber produkte mit qualitätsstufe b (zum normalen preis an) denn einen anwalt kann dieser kunde eh nicht bezahlen) usw.

    ich frage mich so langsam, wen die bitcom vertritt? zu prüfen wäre, ob sie nicht eher bbcom (bb=bigbrother) zu titulieren wäre …

    schon mitte der 90er hat ein grosser handelskonzern die republik samt der gfk in 30 Mio. parzellen eingeteilt um das käuferverhalten zu analysieren …

    datensch(m)utz ade…

    die frage ist ja sowieso – wo steckt unsere (noch) "verbraucherschutzministerin" …
    bei all diesen überwachungsanschlägen auf die (end)verbraucher?

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