Ballmer im Interview: Microsofts Musterknabe bleibt Optimist

CNET: Wir nähern uns dem 10. Jahrestag der Markteinführung von Windows 95. Sie haben gesagt, dass dieses Ereignis die größte je bei einer Microsoft-Produkteinführung erzielte Begeisterung hervorgerufen hat. Können Sie etwas von dieser Begeisterung für Longhorn wieder einfangen?

Ballmer: Ich denke, dass Longhorn unsere wichtigste Version seit Windows 95 wird. Es wird eine ganz große Sache, aber wir sollten nicht erwarten, dass die Leute um Mitternacht Schlange stehen werden, um sich eine Version zu kaufen, auch wenn Longhorn ein Mega-Ereignis sein wird. Ich denke, Longhorn ist besser als alles, was wir jemals entwickelt haben – abgesehen von Windows 95.

In gewisser Hinsicht ist es technisch gesehen besser als Windows 95. Aber bei der Einführung von Windows 95 waren alle vollauf und restlos begeistert. Vom Internet war noch keine Rede. Alles drehte sich um die Clientseite. Win95 war eine Kombination aus MS-DOS und Windows, was an sich schon großartig war. Dieses Betriebssystem hatte für Hardware- und Softwareentwickler gleichermaßen etwas zu bieten. Es kamen mehrere Ereignisse zusammen und machten die Produkteinführung viel spektakulärer als das Produkt selbst – da ereigneten sich Vorfälle außerhalb der Kontrolle von Microsoft, von denen wir jedoch profitierten. Ich bin mir nicht sicher, ob bei Longhorn dieselbe Euphorie aufkommen wird, aber es ist eine Riesenversion und sie wird den Endverbrauchermarkt voranbringen.

CNET: Wie sieht es mit viel versprechenden Innovationen in der Branche aus? Gibt es etwas auf dem Longhorn aufbauen kann?

» Es wird sich eine Dynamik entwickeln, die vom Endverbraucher ausgehen wird, der Longhorn voller Begeisterung zu Hause nutzt. Und alle Entscheidungsträger sind auch gleichzeitig Endverbraucher. «

Ballmer: Ich denke, es dreht sich noch immer alles um das Internet und die Anwendungen rund um das Internet. Natürlich werden wir das Internet für den Verkauf nutzen – und zum Suchen, Anzeigen und Finden. Digitale Unterhaltung, das Recherchieren von Sachverhalten, an denen man interessiert ist, und das Verarbeiten von Daten an der Schnittstelle zum Internet. Longhorn bildet den Mittelpunkt dieser Trends.

CNET: Was ist mit den Geschäftskunden? Wie sieht Ihre Werbestrategie für dieses Segment aus? Warum sollten sie Longhorn kaufen?

Ballmer: Es wird sich eine Dynamik entwickeln, die vom Endverbraucher ausgehen wird, der Longhorn voller Begeisterung zu Hause nutzt. Und alle Entscheidungsträger und IT-Manager sind auch gleichzeitig Endverbraucher. Es gibt ohnehin nur sehr selten Unternehmen, die nicht über die neuesten Releases verfügen. Aber in jedem Fall werden ihre Führungskräfte privat zu Hause die neuen Versionen nutzen.

Es ist wie ein Schwungrad, das man in Bewegung setzen muss. Man muss die Endverbraucher begeistern. Die Endverbraucher sind von der neuen Aufmachung, den neuen Anzeigemöglichkeiten, den neuen Funktionen zum Organisieren und Suchen begeistert. Die neue Benutzeroberfläche hat eine interessante und coole Aufmachung. Und auch die Weiterentwicklungen der Medien sollten die Endverbraucher begeistern.

Dann kommt es auf die Jungs aus der IT-Abteilung an. Werden sie sich von der Begeisterung anstecken lassen oder werden sie eher die Probleme sehen? Sehen Sie sich nur einmal an, was wir in puncto Sicherheit und Verwaltbarkeit erreicht haben. Diese Aspekte könnten für Begeisterung sorgen. Entscheidungsträger auf Unternehmensebene wünschen sich vor allem Anwendungskompatibilität. Es muss für jeden etwas dabei sein. Dadurch wird das Schwungrad angestoßen.

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