IBM: Die Renaissance des PowerPC

ZDNet: Anwender beschwerten sich auf der GSE, dass es für die Power-Architektur (P-Series) nur rund 900 Programme gibt, für die Intel-Umgebung dagegen ein Vielfaches an Software zur Verfügung stehe. Werden Sie die Softwareentwicklung gezielt vorantreiben?
Gottschalk: Natürlich werden die ISVs bei der Portierung unterstützt. Mit Open Power haben wir unserer Meinung nach auch eine gerade preislich passende Plattform dafür geschaffen. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Anwendungen für Linux auf Power weiter steigen wird.

ZDNet: Würde eine Offenlegung des RISC-Befehlssatzes nicht helfen? Open Source ist Ihnen doch sonst sehr sympathisch, oder?

Gottschalk: Grundsätzlich sind die meisten PowerPC-Spezifikationen schon lange veröffentlicht. Aber natürlich haben und behalten wir die Intellectual Property daran. Schließlich verdienen wir Geld damit, auf dieser Basis Prozessoren auch für andere Hersteller herzustellen.

ZDNet: Wir hatten den Eindruck, mit der Gründung der Power.org-Initiative vor wenigen Monaten hätten Sie einen ersten Schritt in Richtung auf einen quelloffenen PowerPC gemacht.

Gottschalk: Die Power.org-Initiative dient dazu, die Entwicklung der PowerPC-Architektur auf viele Schultern zu verteilen. Gerade Elektronik-Unternehmen im Consumer- und Embedded-Umfeld soll ein leichterer Einstieg in diese IT-gestützte Architektur ermöglicht werden. Sie erhalten mittels eines vordefinierten Werkzeugkastens Schützenhilfe von vielen anderen Firmen.

ZDNet: Damit liefern Sie das nächste Stichwort, nämlich Consumer-Elektronik. In der Playstation-Spielekonsole beispielsweise kommt der PowerPC-Prozessor zum Einsatz. Wie steht es um die Zukunft dieses Engagements?

Gottschalk: Aktuell setzen so gut wie alle großen Hersteller von Spielekonsolen Derivate des PowerPC ein – manche auch den PowerPC direkt. Der PowerPC 970, der von Apple eingesetzt wird, hat beispielsweise eine zusätzliche Vektoreinheit drauf – so bekommt jeder Hersteller seine spezielle Version.

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