RFID-Zentrum von Infineon präsentiert industrielle Lösungen

Beeindruckend ist auch die Demonstration von UHF-basierten Transpondern. Ultra High Frequency (UHF) umfasst das Frequenzband von 868 bis 915 Megahertz und gilt als der in den USA bevorzugte Standard während in Europa der ISO-Standard 18000-3.1/15693, 14443 A+B+C gilt. Doch UHF erlaubt größere Distanzen zwischen Reader und Transponder als ein 13,56-Megahertz-Tag, bei dem 30 Zentimeter normal sind. Das RFID-Zentrum in Graz zeigt einen 868-Megahertz-Tag, der locker mit einem vier Meter entfernten Lesegerät kommunizieren kann. Allerdings darf sich nichts zwischen dem UHF-Tag und den Reader schieben.

Bei der Suche nach Business-Prozessen und der adäquaten Technik liegt die Idee, RFID-Zentren zu gründen, geradezu in der Luft. Im Januar eröffneten SIS Technologies und DC Logistics in Hutchins, Texas, in der Nähe von Dallas eines, das vor allem die Logistik-Forderungen von Walmart und dem amerikanischen Verteidigungsministerium im Blick hat. Walmart betreibt ein Pilot Distribution Center in Nord-Texas. Sun eröffnet sein RFID-Zentrum in Dallas am 5. Mai und plant, im August ein weiteres in Schottland zu eröffnen sowie eines Ende dieses Jahres in Asien. IBM betreibt ein solches Zentrum in Gettysburgh.

Infineon glaubt allerdings einen wesentlichen Vorteil zu haben: die eigene Erfahrung. Nach erfolgreichen Piloten in der Wafer-Fertigung arbeitet der Chipfabrikant nun am Lieferprozess zu Distributionszentren und Partnern. Die Funkchip-organisierte Logistik ist in Graz nachgestellt.

Im Reinraum setzt Infineon aktive und passive Transponder ein, die sogar über eine Art Brücke miteinander kommunizieren können. Die aktiven Transponder sind außen an den Wafer-Boxen befestigt. Diese dienen dem Transport und der Verwahrung der Silizium-Scheiben. Hinein passt eine Horde aus 25 Stück. Das Problem bestand bisher darin, dass diese Behälter identisch aussehen und sich irgendwo in der Produktionshalle befinden können. Der Inhalt aber wird herausgenommen, bearbeitet und muss anschließend in dieselbe Box zurück. Ein fortwährendes Suchen gehörte deshalb zum Arbeitsalltag.

Nun verleihen die aktiven Transponder den schwarzen Boxen eine Identität. Über in der Halle verteilte Infrarot-Sender sind die Behälter jederzeit lokalisierbar. Infrarot anstelle von Funkfrequenzen zu nehmen, erwies sich als vorteilhaft. Denn die Funksignale hätten sich gegenseitig gestört.

Die Horde dagegen ist mit einem passiven Tag gekennzeichnet. Dieser soll gewährleisten, dass die Box mit dem richtigen Inhalt befüllt wird. Auf der Rückseite des aktiven Box-Transponders befindet sich zu diesem Zweck ebenfalls ein passiver Tag. Ein Reader im Tisch stellt dann die Übereinstimmungen fest. Das Lesegerät erkennt auch die Informationen aus dem Ärmel der Schutzkleidung, die im Reinraum Pflicht ist. Das ermöglicht die Identifizierung des Mitarbeiters.

Letztlich finden Verpackung, Inhalt und Mitarbeiter geradezu schlafwandlerisch sicher zusammen. Die Umrüstung der Wafer-Fertigung soll sich binnen eines Jahres amortisiert haben.

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