Wie geht es mit dem Internet weiter?

2. Aus für Browser?
Inzwischen wird allgemein anerkannt, dass für die meisten Anwender die Browserkriege mit Ausnahme weniger Geplänkel vorüber sind. Trotz der offensichtlichen Flexibilität und Geschwindigkeit von Mozilla und dem andauernden Interesse an anderen Lösungen aus der Linux-Welt ist dies ein Markt, den Microsoft mit seinem Internet Explorer (IE) so ziemlich beherrscht. Aktueller Forschung des Beratungsunternehmens Janco Associates zufolge beträgt der Marktanteil des IE seit Ende 1997 mindestens 50 Prozent. Obwohl Netscape im letzten Jahr eine Art Renaissance erlebte, kommt es dennoch nicht aus seinem Nischendasein hinaus. Die weitläufigere Frage, wie Anwender browsen werden, wenn sie nicht direkt an ihrem PC sitzen, ist allerdings noch nicht so genau abgesteckt. Insbesondere ist noch nicht geklärt, ob ein ausgewachsener Browser für kleinere Geräte benötigt wird, und es steht noch nicht eindeutig fest, dass IE auch auf diesem Markt dominieren wird (als Browser hat er zwar etliche Vorzüge, Schlankheit gehört jedoch nicht dazu). Trotz eigener unterschiedlicher Standardisierungskonzepte hat Sun mit seinen Java-gestützten Technologien in diesem Markt bereits gewisse Erfolge erzielt.

Noch nicht einmal Microsoft selbst betrachtet den IE unbedingt als der Weisheit letzten Schluss. So argumentiert Microsoft schon lange, dass der Browser eigentlich eine in Windows integrierte Komponente sei und nicht ein separates Programm. Auch konzentriert sich ein Großteil des zukünftigen Forschungsaufwands nicht auf das Browsen im Internet (die letzten paar IE-Versionen wurden heftig von Kritikern angegriffen, weil sie über größere Installationsdateien hinaus nur wenig am Surf-Erlebnis selbst verbesserten), sondern auf grundlegende Fragen der Eingabegeräte. „Auch kann man sich Sprache als neue Modalität bei der Desktoperfahrung vorstellen“, meinte vor kurzem Eric Chang, Speech Group Manager, Microsoft Research Asia. „Man könnte diese zum Vorlesen von E-Mails, einer Zeitung oder einer Seite benutzen.“

3. Alles dank XML
Vier kürzlich stattgefundene Entwicklerkonferenzen hatten alle eines gemeinsam: Es dauerte nicht allzu lange, bis der Original-XML-Code in einem Texteditor zur Schau gestellt wurde. XML wird nun schon seit geraumer Zeit als Nirwana des Informationsaustauschs angesehen (die ursprüngliche XML-Spezifikation wurde im Februar 1998 endgültig festgelegt) und ist zum Ausgangspunkt für unzählige abgeleitete Standards geworden. Doch bedurfte es der breiten Unterstützung von XML als Kerndatenquelle bei Entwicklerwerkzeugen, um die Marktakzeptanz von XML als Verfahren der Zukunft endgültig zu festigen.

Dieser Weg scheint nun genau vorgezeichnet zu sein: Laut Schätzungen von IDC werde der Markt für XML-Entwicklungswerkzeuge bis zum Jahr 2006 auf jährlich 395 Millionen US-Dollar anwachsen. Die Nachfrage nach XML-Servern werde sich sogar noch rasanter erhöhen und im gleichen Zeitraum den Betrag von jährlich 3,7 Milliarden US-Dollar übersteigen.

Die Attraktivität von XML rührt zum großen Teil von der Tatsache her, dass es möglich wird, bestehende Inhalte wiederzuverwenden und in neuer Verpackung anzubieten – eine in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten immer beliebte Strategie. „Die Nachfrage nach der Verwertung bestehender Inhalte und der Schaffung neuer Inhalte im Internet steuert den Bedarf an Autorenwerkzeugen, die sich mit Personalisierung, Kanälen zur Bereitstellung von Inhalten und der Verwaltung von enormen Mengen von Inhalten befassen können“, so IDC-Analystin Susan Funke.

Idealerweise sind diese XML-Aktivitäten zum größten Teil für Endanwender unsichtbar, die viel mehr am endgültigen Format, in dem die Daten präsentiert werden, interessiert sind als an den undurchsichtigen Details der Übertragung auf ihre Geräte. Allerdings ist es allen mit der Bereitstellung von Inhalten befassten Anbietern klar, dass solide XML-Kenntnisse für die zukünftige Entwicklung unabdingbar sind (ganz zu schweigen von der praktischen Anwendung). Auch von XML abgeleitete Schlüsselstandards wie z. B. Web Services Description Language (WSDL) werden immer wichtiger.

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