Vobis‘ Highpaq XI 1200 hat vieles mit dem nur diese Woche beim Discounter Plus verfügbaren Notebook gemeinsam. Beide verwenden einen Mobile Athlon 4 Prozessor von AMD mit 1200 MHz, 256 MByte RAM, 20 GByte Festplatte und S3 Savage-Grafikchipsatz. Hört sich gut an – und doch belegt das Vobis-Gerät, was man bei einem Notebook alles falsch machen kann.

Das Gerät, das mit DOS als Betriebssystem bereits 1599 Euro kostet, erzielt miserable Benchmark-Werte. 20,5 Punkte im Business Winstone 2001 und 12,6 Punkte im Business Winstone 2002 sind Werte, die man von einem Notebook mit Mobile Celeron 500 erwarten kann – aber nicht von einem Athlon 1200 MHz.

Die Schuld für die schlechten Testwerte findet man schnell. 133 MHz Speichertakt, die der Chipsatz KT133A zulässt, sind ohnehin nicht aktueller Stand der Speichertechnologie. Hinzu kommt, dass der Speicher durch langsame Zugriffswerte vom Chipsatz zusätzlich gebremst wird Der Test mit einem auf SDRAM basierenden Desktop-System bringt immerhin doppelt so viel Speicherperformance wie Vobis‘ Highpaq. Sisoft Sandra misst eine Bandbreite von 194 MByte/s bei Integer-Berechnungen. Zum Vergleich: Handelsüblicher DDR-Speicher, wie er heute in den meisten Athlon-Systemen integriert ist, erzielt im Memory-Benchmark um 900 MByte/s.

Eine weitere Bremse, die vor allem auf den Multimedia-Benchmark Content Creation Winstone Auswirkungen hat, ist der Grafikchipsatz S3 Twister. Er zwackt nicht nur 8 MByte RAM vom Hauptspeicher ab, sondern ist auch an sich langsam.

Dass das Vobis Notebook insgesamt doch noch vier von zehn Punkten im Bereich Performance erzielt, liegt am Akku. Der versorgt den stromsparenden Prozessor mit 3600 Milliampèrestunden (mAh). Die Laufzeit beträgt somit beim Battery Mark 4.01 2 Stunden 27 Minuten – ein nicht außergewöhnlicher, aber ordentlicher Wert. Da im Alltagsgebrauch die Ersparnis durch PowerNow größer ist, kann man mit dem Highpaq um drei Stunden unterwegs arbeiten.

Ansonsten bietet das 3,4 Kilo schwere Notebook wenig Überraschungen, weder im Guten noch im Schlechten. Die Festplatte von Fujitsu fasst 20 GByte Daten und ist mit 4200 Umdrehungen pro Minute ausreichend schnell. Auf der rechten Gehäuseseite hat Vobis ein Matshita-DVD-/CD-RW-Laufwerk eingebaut, das den Preis des Notebooks wenigstens annähernd rechtfertigt.

Modem und Netzwerk sind eingebaut. Die Anschlüsse entsprechen dem Üblichen: Parallelport, serielle Schnittstelle, zweimal USB, einmal PS/2, Infrarot. Immerhin erlaubt der S-Video-Ausgang, DVDs auf dem Fernseher auszugeben. Ein Kabel hat Vobis leider nicht beigelegt, und auf einen Firewire-Anschluss wurde verzichtet. Das 14-Zoll-Display stellt nur die üblichen 1024 mal 768 Punkte dar.

Käufer, die dieses oder ein ähnliches Athlon-Notebook erwerben, müssen bedenken, dass die Leistung in keiner Weise einem System mit Athlon/1200 MHz entspricht. Zudem kann man es nicht aufrüsten. Das Kombi-Laufwerk hört sich gut an, aber gibt es eines ages seinen Geist auf, kann es nur von Fachleuten ausgetauscht werden, da es fest eingebaut ist – und das kann teuer werden.

Postiv ist lediglich zu vermerken, dass Vobis beim Akku nicht gespart hat.

Es steht zu befürchten, dass viele vergleichbar konfigurierte Athlon-Notebooks, wie sie derzeit populär sind, ähnliche Defizite aufweisen. AMD sollte den Entwicklern von Notebooks besser auf die Finger schauen. Die Leistung des mobilen Athlon wird durch Notebooks mit so schwacher Konfiguration fast rufschädigend untergraben.

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