Der vollständig neu entwickelte Kommunikationsserver Ben Hur II dient als Router zwischen unterschiedlichen Netzen. Das Gerät des Freiburger Unternehmens Pyramid leistet aber noch deutlich mehr: In professionellen Unternehmensumgebungen unterstützt es neben der Routingfunktion zwischen unterschiedlichen Netzen auch die Bereitstellung eines Internetzugangs über DSL oder ISDN für ein ganzes Netzwerk.

Darüber hinaus dient die Appliance als Firewall, Internet Filter und Proxy Server. Für die Unternehmenskommunikation sorgt ein E-Mail-, Fax- und Instant-Messaging- und SMS-Server. Da der Ben Hur II auch als VPN-Gateway fungiert, können sich Außendienst-Mitarbeiter über eine gesicherte VPN-Verbindung über die Appliance mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden. Außerdem kann der Ben Hur II als Webserver oder auch als Fileserver verwendet werden.

Der Server basiert technisch auf einem PC-Konzept mit einem Supermicro-Motherboard vom Typ P3TSSA. Darauf arbeitet eine mit 1200 MHz getaktete Intel-Celeron-CPU. Der Arbeitsspeicher ist mit 256 MByte RAM ausgerüstet. Als Massenspeicher verwendet Pyramid eine 40 GByte große IBM-Deskstar-Festplatte. Auf dieser werkelt als Betriebssystem die Pynix-Linux-Distribution mit der Kernel-Version 2.4.20. Die Hardware-Basis für die umfangreichen Kommunikations-Funktionen bildet eine Netzwerkkarte mit Intel-Chipsatz und drei Ethernet-Ports sowie eine ISDN-Karte der Firma Sedlbauer vom Typ Speed Fax +.

Elegant verpackt: Pyramid Ben Hur II.
Elegant verpackt: Pyramid Ben Hur II.

Sicherheit auch bei der Administration

Die Administration des Ben Hur II kann bequem von einem beliebigen PC im Netzwerk über einen Webbrowser erfolgen. Allerdings muss für den Zugriff auf die Web-Oberfläche ein PC im Netzwerk auf das Neuner-Segment konfiguriert werden (192.168.9.x). Als weitere Möglichkeit lässt sich wahlweise die IP-Adresse am Display des Gerätes auf einen Wert einstellen, der für das eigene Netzwerk passt, beispielsweise 192.168.0.99. Außerdem muss für die Konfiguration noch die Firewall ausgeschaltet beziehungsweise der entsprechende Port aktiviert werden. Danach lässt sich der Kommunikationsserver über das Web-Interface konfigurieren. Achtung: Die Einrichtung erfolgt über eine HTTPS-Verbindung. Dafür gibt der Anwender im Webbrowser die Adresse samt Port ein: https://192.168.0.99 BenHur:8001. Der Browser muss lediglich Javascript und eine Verschlüsselung von 128 Bit unterstützen. Beim ersten Login muss ein Admin-Passwort festgelegt werden. Das Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen haben.

Ein zwölf Zeichen langes Passwort schützt das Administrator-Kennwort des Ben Hur II vor unerlaubtem Zugriff.
Ein zwölf Zeichen langes Passwort schützt das Administrator-Kennwort des Ben Hur II vor unerlaubtem Zugriff.

Störend erweist sich im Test, dass für jeden Wechsel zwischen den Konfigurationspunkten der Loginname und das Passwort neu eingegeben sowie ein neues Zertifikat angenommen werden muss. Dadurch wird die Konfiguration unnötig langwierig. Gibt der Anwender ein falsches Passwort ein, wird nicht nur der Zugriff auf den jeweiligen Unterpunkt verweigert, sondern die gesamte Session abgebrochen, so dass man sich neu anmelden muss.

Pyramid verzichtet auf ein ausführliches gedrucktes Handbuch und legt dem Gerät nur ein sehr dünnes Quickstart-Handbuch bei. Ausführliche Infos liefert das PDF-Handbuch auf der mitgelieferten CD. Nur dort finden sich Angaben darüber, wie der Auslieferungszustand wiederhergestellt werden kann. Ben-Hur-II ist in vier Ausbaustufen für 20 bis 1000 Benutzer erhältlich und wird mit 60 Tagen kostenlosem Support sowie einem zweijährigen Automatikupdate ausgeliefert. Der BenHur II ist laut Hersteller für bis zu 100 Benutzer ausgelegt und ab 2540 Euro erhältlich. Die etwas kleinere Variante für ungefähr 20 Anwender ist schon ab rund 1500 Euro zu haben. Rund 7300 Euro kostet die XL-Pro-Variante, die für den Einsatz in größeren Firmennetzen bis zirka 1000 Internetbenutzer vorgesehen ist. Die installierte Software ist bei allen Versionen identisch. Die empfohlenen Benutzerbeschränkungen des Herstellers ergeben sich lediglich aus der unterschiedlichen Hardware der Geräte. Diese kann durch optional erhältliches Zubehör so weit ergänzt werden, dass der Ben Hur II beispielsweise auch als WLAN-Access-Point nach IEEE 802.11b-Standard arbeiten kann.

Optionaler Service

Auf speziellen Wunsch liefert Pyramid den Ben Hur II auch komplett für das eigene Netz vorkonfiguriert aus. Nach Ablauf des kostenlosen Supports bietet Pyramid entsprechende Supportverträge an, die individuell ausgehandelt werden. Über den integrierten RAS-Zugang kann der Pyramid-Support online mögliche Probleme im Netz analysieren und beseitigen, sofern der Anwender den RAS-Zugang dafür freigibt.

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2 Kommentare zu Pyramid Ben Hur II

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  • Am 13. April 2005 um 16:34 von Tilman Baumann, Pyramid

    Immer Passwort eingeben ist nicht noetig
    Das Passwort muss pro Session nur einmal angegeben werden. Allerdings muss der Browser Cookies akzeptieren.

  • Am 13. April 2005 um 16:36 von Tilman Baumann, Pyramid

    Handbuch nur als PDF
    Seit langem wird dem BenHur beim kauf auch ein ueber 600 Seiten starkes Handbuch beigelegt, welches auch einzeln erhaeltlich ist.

    Anmerkung der Redaktion: Das war zum Testzeitpunkt (August 2003) nicht der Fall. Wir freuen uns aber, Pyramid zu verbessertem Service angeregt zu haben.

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