Beim Adaptec Durastor 412R handelt es sich um ein externes Speichergehäuse. Das professionelle 19-Zoll-Gehäuse mit einer Einbauhöhe von nur zwei Höheneinheiten bietet Platz für maximal zwölf 3,5-Zoll-SCSI-Laufwerke. Das Testgerät ist mit vier 36 GByte großen Fujitsu-SCSI-Festplatten vom Typ MAN3367MC mit passendem SCA-Anschluss ausgestattet.

Das Adaptec Durastor 412R ist mit zwei redundanten Netzteilen und einem speziellen Lüfter-Einschub bestückt, der selbst bei vollem Ausbau mit zwölf Festplatten für die ordnungsgemäße Abfuhr der entstehenden Wärme sorgt. Spezielle Klammern schützen die Stecker an den zwei Netzteilen vor versehentlichem Herausziehen. Für die Verbindung zu einem Host-Computer dienen im Testgerät drei Disk-I/O-Cards. In der Basisversion wird allerdings nur eine mitgeliefert. Jede der Disk-I/O-Cards verfügt über zwei externe SCSI-Bus-Anschlüsse. Zur Skalierung des Speicherbedarfs können dort auch weitere Durastor-Speichergeräte angeschlossen werden.

Sicherheit durch Monitoring – SAF-TE

Eine der drei Disk-I/O-Cards verfügt über die sogenannte SAF-TE-Technologie. SAF-TE (SCSI Accessed Fault Tolerant Enclosure) bezeichnet einen Kommunikationsstandard, mit dem Speichergeräte ihren Betriebszustand an einen Controller übermitteln können. Diese Statusberichte können von spezieller Software ausgelesen werden. Ein SAF-TE-Gerät kommuniziert über den normalen SCSI-Bus und benötigt daher auch eine eigene freie SCSI-ID. In der Regel werden Daten zu Laufwerkszuständen (ready, fail, rebuild, etc.), Gehäuse-Temperatur, Lüfterdrehzahl, Status der Netzteile und Einschübe übertragen. Diese Daten können beim Durastor beispielsweise über eine Terminalverbindung über den integrierten seriellen Konsole-Anschluss abgerufen werden.

Die Durastor 412R verfügt intern über zwei getrennte Speicherbusse. Diese können als Single- oder Dual-Bus-JBOD konfiguriert werden (Just a Bunch Of Disks; dt. Nur eine Ansammlung von Festplatten). Im JBOD-Dual-Bus-Mode ist der erste Kanal mit den Festplatten 7 bis 12 verbunden, der zweite verbindet die Festplatten 1 bis 6. Im JBOD-Single-Bus-Mode ist Kanal 1 mit allen zwölf Festplatten verbunden. Der zweite Kanal ist dann automatisch terminiert. Für diesen Modus wird ein zusätzliches Single-Bus-Module benötigt, das beide Festplattenstränge hintereinander schaltet. Dieses Modul ist optional erhältlich und muss an der Rückseite des Speichergehäuses in einen dafür vorgesehenen Schacht eingeschoben werden.

Über ein Nullmodemkabel kann eine Terminal-Verbindung zum Durastor aufgebaut werden. Darüber kann der aktuelle Gerätestatus abgefragt und verschieden Tests durchgeführt werden.
Über ein Nullmodemkabel kann eine Terminal-Verbindung zum Durastor aufgebaut werden. Darüber kann der aktuelle Gerätestatus abgefragt und verschieden Tests durchgeführt werden.

Für den Test wird das Speichergehäuse mit einem Host-Computer verbunden und im Dual-Bus-Mode betrieben. Als Controller kommt ein Adaptec 39160 mit zwei getrennten SCSI-Bussen zum Einsatz. Dieser zweikanalige Ultra-SCSI-160-Controller hat eine theoretische Übertragungsleistung von 160 MByte/s pro Kanal. Der Controller arbeitet in einem Dell Poweredge 2600 Server mit zwei Xeon-2800-MHz-Prozessoren und 1024 MByte ECC-RAM. Der Server läuft mit Microsoft Windows 2000 Server und Service Pack 4. Die Installation des Durastor 412R gliedert sich in drei Teile: Hardwareinstallation, Konfiguration des Speichersubsystems und die Verkabelung mit dem Host-Rechner. Zunächst sollte das Gerät in einem 19-Zoll-Rack untergebracht werden. Hierfür ist das Durastor praktischerweise mit Gleitschienen ausgerüstet. Damit wird die unterschiedliche Tiefe von 19-Zoll-Schaltschränken ausgeglichen. Zur Konfiguration des Speichersubsystems müssen die DIP-Switches auf den Disk-I/O-Cards für den richtigen Bus-Mode eingestellt werden. Die Verbindung mit dem Host-Computer wird über zwei standardisierte 68-polige VHDCI-Kabel (Very High Density Computer Interconnect) vorgenommen.

Für einen reibungslosen Betrieb an einem Host-Computer muss zuerst das Durastor 412R eingeschaltet werden, bevor der Host-Rechner bootet. Nur so ist er in der Lage die Festplatten im Durastor zu erkennen. Das Abschalten sollte in umgekehrter Reihenfolge geschehen, also zuerst den Rechner herunterfahren. Unpraktisch ist der Zugang zu den Festplatten, da jedes Mal die Frontblende abgenommen werden muss, um an die Platten heranzukommen. Die Status-LEDs an der Frontblende sind dann natürlich nicht mehr sichtbar. Eine bessere Lösung wäre sicher ein Klappmechanismus, bei dem die Blende nicht komplett entfernt wird. Darüber hinaus könnte ein an der Front angebrachtes Display dem Administrator deutlich mehr Informationen geben als die wenigen Leuchtdioden des Durastor.

Der Storage Manager Pro stellt die zur Verfügung stehenden Datenträger übersichtlich dar.
Der Storage Manager Pro stellt die zur Verfügung stehenden Datenträger übersichtlich dar.

Unter Windows muss das Durastor mittels *.inf-File installiert werden. Nach Einbindung der Treibersoftware ist allerdings ein Neustart erforderlich. Für die Verwaltung des Durastor liefert Adaptec den Storage Manager Pro in der aktuellen Version 1.40 mit. Erfreulicherweise ist nach der Installation des javabasierten Programms kein Neustart nötig. In dem übersichtlich gestalteten Programm kann der Administrator sämtliche Operationen wie das Anlegen oder Löschen von Arrays bequem durchführen. Über eine hierarchisch aufgebaute Baumstruktur ist ständig der aktuelle Status der einzelnen Laufwerke zu erkennen. Etwas enttäuscht werden Anwender mit übersteigertem Sicherheitsbedürfnis sein, die gerne mehr als zwei Festplatten für Spiegelungen einsetzen möchten. Das Programm lässt im Test entsprechend des offiziellen RAID-Standards nur Mirror-Arrays mit zwei Festplatten zu. Im Test dauert die Synchronisation der zu spiegelnden leeren Laufwerke etwas über eine Stunde. Obwohl die Laufwerke in dieser Zeit schon einsatzbereit sind und für die Speicherung zu Verfügung stehen, arbeiten sie jedoch mit verminderter Leistung. Der Datendurchsatz beträgt laut dem Benchmark-Programm HD Tach etwa nur 25 MByte/s. Sehr hilfreich ist eine Bewertungsanzeige für das Performance- und Redundanzverhalten, die im Adaptec Storage Manager Pro angezeigt wird. Damit kann der Administrator noch vor dem Anlegen der Arrays abschätzen, welchen Einfluss die Wahl einer bestimmten Konfiguration auf Geschwindigkeit und Redundanz hat. Allerdings hat das Programm auch Schwächen. Im Test kommt es zu gelegentlichem Einfrieren, beispielsweise beim automatischen Aktivieren einzelner Festplatten.

Die Performance-Werte können sich sehen lassen: Bei einer Konfiguration als Mirror-Set aus zwei Festplatten liegen die vom Benchmark-Tool HD Tach ermittelten Werte zwischen 69,7 und 43,9 MBytes/s. Der durchschnittliche Datendurchsatz liegt bei 43,8 MBytes/s beim Lesen sowie bei 32,3 MBytes/s beim Schreiben.

Performance-Werte des Mirror-Sets in HD Tach
Performance-Werte des Mirror-Sets in HD Tach

Bei der Konfiguration als Stripe-Set aus vier Festplatten ermittelt HD Tach Werte zwischen 68,4 und 40,8 MBytes/s. Der Durchschnittswert im Lesebetrieb beträgt 42,3 MBytes/s. Im Schreibmodus werden immerhin noch durchschnittlich 36,5 MBytes/s erreicht.

Adaptec gibt den Preis für das Durastor 412R mit stolzen 5116 Euro an, allerdings ohne Festplatten. Diese kann der Anwender individuell aus einer Liste von zertifizierten Modellen direkt bei Adaptec auswählen. Vorteil: Bei einem eventuellen Plattencrash muss der Anwender sich nicht an den Laufwerkshersteller wenden. Adaptec wickelt innerhalb der dreijährigen Garantie die Reparatur oder den Austausch direkt ab.

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