Zur Vielzahl der heute verfügbaren P2P-Tauschbörsen, die einen Austausch von Musik und Filmen ermöglichen, gehört auch Audiogalaxy. (Die meisten dieser Tauschbörsen tauchten nach dem steilen Aufstieg und tiefen Fall von Napster auf). Die web-basierten Funktionen von Audiogalaxy kann man mit jeden Betriebssystem nutzen. Allerdings ist Satellite, die zum Download der meisten Musikstücke erforderliche Dateitausch-Software, nur für Windows und Linux ausgelegt. Audiogalaxy bedient sich Kopierschutzmechanismen, um die Verbreitung populärer Songs zu unterbinden und setzt sich stark für unabhängige Künstler und unbekannte Bands ein. Wer also eher auf der Suche nach Musik aus dem Mainstream-Bereich ist, sollte besser LimeWire oder KaZaa benutzen. Ansonsten ist Audiogalaxy eine schnelle, einfache Online-Tauschbörse, die nicht enttäuscht.

Installation

Die Installation von Audiogalaxy gestaltet sich einfach, beinhaltet allerdings einige lästige Programme, die der Benutzer vielleicht nicht auf seinem Rechner haben will – darunter auch Gator und Webcelerator. Nach der Installation kann Audiogalaxy bis zur Registrierung auf der Website oder im Satellite-Programm nicht verwendet werden. Zur Registrierung sind nur ein Benutzername, eine E-Mail-Adresse und der Wohnort erforderlich, so dass nicht zu viele persönliche Daten preisgegeben werden müssen.

Download-Software

Die Nutzung von Audiogalaxy findet vorwiegend auf dessen Website statt, wo man nach Dateien suchen kann und auch die Ergebnisse angezeigt bekommt. Trotzdem wird auch Satellite benötigt, da über diese Anwendung der eigentliche Tausch- bzw. Download-Vorgang abgewickelt wird. Das Programm besitzt so gut wie keine Menüs oder Einstelloptionen – die Bedienung erfolgt größtenteils über die Audiogalaxy-Website. Will man zum Beispiel einen Download anhalten, muss man auf der Website eine Stop-Schaltfläche anklicken statt dazu das Satellite-Programm zu verwenden. Diese Funktionsweise hat den Vorteil, dass zur Installation von Satellite nur eine geringe Datenmenge heruntergeladen werden muss, allerdings ist die Bedienung wenig intuitiv.

Unterwegs in der „Audiogalaxie“

Audiogalaxy bietet zwei Möglichkeiten zur Dateisuche: Musiksuche oder FTP-Suche. Am einfachsten ist die Musiksuche, bei der die Dateien anderer Audiogalaxy-Benutzer durchsucht werden, wenn diese gerade online sind. Die komplexere und weniger zuverlässige FTP-Suche gibt Informationen über FTP-Server aus, auf denen die gesuchte Datei zu finden ist. Um mit der Musiksuche fündig zu werden, genügt es, den Titel des Songs und den Künstler in die Suchmaske einzugeben, die sich am oberen Rand auf fast jeder Seite bei Audiogalaxy befindet. Da Audiogalaxy einen Index aller verfügbaren Dateien pflegt, werden die Suchergebnisse in Rekordzeit angezeigt. Sobald passende Ergebnisse vorliegen, werden diese nach Popularität sortiert. Man kann auch nach Songtitel sortieren, doch mehr Sortiermöglichkeiten (z. B. nach Bitrate oder Größe) sind nicht vorhanden.

Das Suchergebnis beinhaltet die Verfügbarkeit der entsprechenden Datei, die Downloadmöglichkeiten (direkt von der Website oder mit Satellite), den Künstler und den Songtitel. Sobald man den gewünschten Song gefunden hat, bekommt man nach einem Klick auf den Songtitel verschiedene Versionen der Datei zur Auswahl angeboten. Dies kann etwas verwirrend sein, doch ist man meist mit der „most popular version“ am besten bedient. Wenn die Datei verfügbar ist (d.h. wenn der entsprechende Benutzer online ist), tritt Satellite in Aktion und startet den Download. An dieser Stelle gibt es eine äußerst praktische Audiogalaxy-Funktion: Sollte die gewünschte Datei nicht verfügbar sein, setzt Satellite die Suche fort und beginnt bei Erfolg automatisch einen neuen Download.

Die Entwickler von Audiogalaxy haben eine effiziente, wenn auch manchmal etwas störende Methode entwickelt, um einen Missbrauch zu erschweren. Wie andere Tauschbörsen auch, gibt Audiogalaxy bestimmte Verzeichnisse der Festplatte zum gemeinsamen Zugriff frei, sofern der Anwender dies erlaubt. Bei Audiogalaxy muss der Anwender allerdings mindestens 25 Dateien freigeben, bevor er mehr als eine Datei gleichzeitig herunterladen darf. Somit wird egoistischen Sammlern ein Riegel vorgeschoben. Das Freigeben vieler Dateien kann sich allerdings negativ auf die Bandbreite des Internetzugangs auswirken.

Viele Suchergebnisse, wenig Downloads

Auf den ersten Blick erhält man bei Audiogalaxy erstaunlich viele und breit gefächerte Suchergebnisse – man sollte sich jedoch nicht von diesem Eindruck täuschen lassen. Audiogalaxy hält sich strengstens an Urheberrechtsgesetze, weshalb nicht jede Datei heruntergeladen werden kann, die bei der Suche gefunden wird. Dies gilt insbesondere für weit verbreitete Musiktitel. Bei der Suche nach „Oops, I Did It Again“ von Britney Spears erhält der Anwender mehr als 1000 Ergebnisse, es ist allerdings nahezu unmöglich, einen Download zu starten. Das eigentliche Ziel von Audiogalaxy ist es, unbekannte Künstler und Bands zu fördern, für die auf der Website auch unübersehbar geworben wird. Hier gibt es oft keinerlei Einschränkungen beim Download – somit kommen Fans von Indie-Musik mit Audiogalaxy voll auf ihre Kosten. Wer auf der Suche nach gängigen Popsongs ist, sollte sich lieber bei LimeWire oder KaZaa umschauen.

Lobenswerte Online-Hilfe

Das Satellite-Programm und die Audiogalaxy-Website sind weitgehend fehlerfrei und laufen stabil. Außerdem kann die Website mit einer gut durchdachten und leicht verständlichen Online-Hilfe Punkte sammeln. Wie bei den meisten kostenlosen Anwendungen wird kein Support über E-Mail oder Telefon angeboten, Audiogalaxy betreibt jedoch einige Foren und Usergruppen. Irgendwo findet man also auf jeden Fall eine Antwort auf seine Frage.

Kein Mainstream – trotzdem gut

Wer Indie-Musik mag oder einfach auf der Suche nach dem nächsten Newcomer ist, könnte Audiogalaxy bald als seine Lieblingsanwendung nutzen. Sie läuft stabil und ist relativ einfach zu bedienen – mit etwas Glück entdeckt man sogar eine neue Band, bevor sie im Radio läuft. Für Fans weit verbreiteter Musik ist diese Tauschbörse allerdings ein Reinfall: man sieht zwar die gewünschten Songs, kann sie aber nicht herunterladen.

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