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Leistungsexplosion: Solid State Disk von Intel im Test

Kai Schmerer
|
8. September 2008

Benchmarks mit SSDs unterschiedlicher Hersteller

Die Interpretation von Festplatten-Benchmarkwerten ist nicht so einfach. Zwar beherrschen zahlreiche Tools unterschiedliche Verfahren zur Performancemessung. Allein deren Gewichtung für das Gesamtergebnis spiegelt nicht unbedingt die Anforderungen wieder, die etwa beim Start von Applikationen oder des Betriebssystems an die Storage-Lösungen gestellt werden. In diesem Bereich ist die Zugriffszeit weit bedeutsamer als die Bandbreite beim sequentiellen Lesen und Schreiben von Daten. Somit ist die Performance zufälliger Lesevorgänge von kleinen und großen Dateien beim Start von Betriebssystem und Anwendungen ausschlaggebend. Werden hingegen große Videodateien kopiert, spielen die Werte von sequentiellen Lese- und Schreiboperationen eine große Rolle.

Im Vergleich zu einer herkömmlichen magnetischen Festplatte von Seagate (ST3750640AS) zeigt bereits die fast zwei Jahre alte Samsung-SSD (MCB0E32G8APR) das Potential der Flash-Technologie. Obwohl das Gesamtergebnis der Xbench-Messung die Seagate mit einem Wert von 43,6 mehr als doppelt so schnell wie die Samsung mit 20,84 erscheint, verläuft der Start des Betriebssystems mit der Samsung deutlich schneller. Statt 19 Sekunden benötigt Mac OS für den Start auf der Samsung-SSD nur 11,1 Sekunden. Ähnliches zeigt sich beim Start von Applikationen. Photoshop CS3 startet in knapp 6 Sekunden, während der Start von der Seagate-Festplatte mit 16 Sekunden wesentlich länger dauert.

Die Schreibperformance der alten Samsung-SSD ist jedoch weniger berauschend. Hier treffen noch die alten Vorurteile zu, dass SSDs zwar beim Lesen schnell sind, aber bei Schreiboperationen Nachteile aufweisen. Daher erreicht die Samsung im Gesamtergebnis bei zufälligen Lese- und Schreiboperationen nur einen Wert von 12,3, während die Seagate mit magnetischen Platten 29,3 erzielt.

Transcend bietet mit der TS64GSSD25S-M eine der günstigsten MLC-SSDs an. Für 155 Euro erhält man eine SSD mit 56 GByte. Das Modell kann zwar im Bereich von sequentiellen Lese- und Schreib-Operation nicht ganz mit der Seagate-Festplatte mithalten, dafür hängt sie diese bei den zufälligen Lese- und Schreibtests deutlich ab. Beim Start des Betriebssystem kann die Transcend ähnlich wie die ältere Samsung-SSD der Seagate-Platte deutlich davonziehen.

Intel X25-M setzt neue Standards in Sachen SSD-Performance

Die SLC-SSD von Transcend erreicht ein Gesamtergebnis von 95,37. Insgesamt betrachtet ist das SLC-Modell mehr als doppelt so schnell wie die Seagate-Platte. Dass MLC nicht unbendingt langsamer als die SLC-Technik sein muss, beweist Intel mit der X25-M. In sämtlichen Xbench-Tests setzt das Intel-Modell neue Maßstäbe. Mit einer maximalen Lesegeschwindigkeit von knapp 250 MByte/s erreicht sie beim sequentiellen Lesen von 256-KByte-Blöcken schon annähernd die Grenze der SATA-II-Schnittstelle mit 300 MByte/s. Insgesamt erreicht die X25-M mit 80 GByte Kapazität (Netto: 74,5 Gigabyte) einen sagenhaften Xbench-Wert von 270,32. Das stellt alles in den Schatten, was derzeit an Storage-Lösungen am Markt vertreten ist. Selbst ein Raid-0-Verbund aus mehreren SATA-Platten kann mit der Performance der Intel X25-M nicht mithalten. Allerdings zickt das Vorserienmodell beim Start des Betriebssystem noch etwas. Statt des erwarteten Rekords startet Mac OS langsamer als mit einer magnetischen Festplatte. Auch die Versuche mit anderen Testplattformen bringt im Test keine Besserung. Möglicherweise sorgt die Firmware der Intel-SSD im Zusammenspiel mit SATA-Controllern noch nicht mit jeder Plattform für eine optimale Zusammenarbeit. Im laufenden Betrieb zeigt die Platte hingegen keine Auffälligkeiten, außer, dass sie sehr schnell ist.

Problemfall Windows

In Sachen Betriebssystemstart hat sich während des Tests zudem gezeigt, dass die Windows-Betriebssysteme wie XP SP3, Vista SP1, Server 2008 erst dann von einer SSD schnell starten, wenn der SATA-Controller nicht als AHACI konfiguriert ist. Erst mit der Einstellung Legacy-IDE startet XP SP3 mit knapp 11 Sekunden ähnlich schnell wie das in der Zusammenarbeit mit SSDs problemfreie Mac OS. Offensichtlich nutzt Windows das Potential der SSD-Technik nicht vollends aus. SSD-Hersteller wie Sandisk haben auf diesen problematischen Umstand ebenfalls schon hingewiesen.

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