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Zensurgesetz beschlossen: Aus für das freie Internet?

Christoph H. Hochstätter
|
18. Juni 2009

So umgeht man die Zensur mit OpenDNS

Eine einfache, kostenlose und zudem legale Alternative zu den Zensur-Servern bietet OpenDNS. Auch die Server von OpenDNS filtern DNS-Anfragen - allerdings nur auf Wunsch des Benutzers. Standardmäßig sperrt OpenDNS bekannte Phishing Sites. Ist man mit dieser Einstellung einverstanden, dann kann man die DNS-Server 208.67.222.222 und 208.67.220.220 einfach auf seinem Rechner eintragen und den Dienst ohne eine Anmeldung nutzen. Unter Windows Vista und Windows 7 wählt man dazu Start - Systemsteuerung - Netzwerk- und Freigabecenter - Netzwerkverbindungen verwalten. Danach wählt man nach einem Rechtsklick auf jedes Netzwerkinterface jeweils Eigenschaften und doppelklickt auf Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4). Im sich öffnenden Dialog trägt man die DNS-Server wie in Bild 2 gezeigt ein. Für Windows XP zeigt das YouTube-Video Internetsperre umgehen in 27 Sekunden den genauen Vorgang.

Alternativ lassen sich die Server von OpenDNS auch auf dem NAT-Router eintragen. Das hat den Vorteil, dass alle Rechner im eigenen Netzwerk per DHCP zensurfreie DNS-Server erhalten. OpenDNS hat dazu für viele Router Anleitungen bereitgestellt.

Bild 2: Verwendet man einfach die Server von OpenDNS, so entzieht man sich der Zensur.
Bild 2: Verwendet man einfach die Server von OpenDNS, so entzieht man sich der Zensur.

Wer auch den Phishing-Filter von OpenDNS nicht haben möchte, muss sich dort mit einem Account registrieren. Dann lassen sich einzelne Filter bequem ein- und ausschalten. Mit einer dynamischen IP-Adresse ist die individuelle Nutzung allerdings recht umständlich. Dazu ist ein Client auf einem Windows-Rechner erforderlich, der die täglich wechselnde IP-Adresse bei OpenDNS aktualisiert, ähnlich dem Prinzip von DynDNS. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Zensurgegner bald öffentliche DNS-Server kostenlos oder gegen geringe Gebühr anbieten werden, die über keinerlei Filter verfügen.

Wagt man einen Blick in die Zukunft, so muss damit gerechnet werden, dass man zwar die DNS-Sperren heute noch leicht umgehen kann, jedoch schreibt das Gesetz vor, dass die Sperrung "mindestens auf der Ebene der vollqualifizierten Domainnamen" erfolgen muss. Eine Sperrung nach "Internetprotokoll-Adressen und Zieladressen von Telemedienangeboten", sprich IP-Adressen und URLs, ist allerdings ausdrücklich zulässig.

Ein Sperrung nach IP-Adressen kommt nicht Frage, da heutzutage oft hunderte Websites mit unterschiedlichem Namen unter einer einzigen IP-Adresse gehostet werden. So würde das Overblocking immense Ausmaße haben. Eine Sperrung nach URLs hingegen wäre gezielter, aber auch schwerer zu umgehen. Um einzelne URLs zu sperren, muss ein Provider mittels Deep Packet Inspection (DPI) sogenannte Zwangsproxies einführen. Dazu werden alle IP-Pakete bis in die Netzwerkschicht 7 unabhängig vom Port analysiert und gefiltert. Solche Systeme sind bereits bei vielen deutschen Providern installiert und müssen nur angepasst werden. Mit dem Thema DPI befasst sich ZDNet in einem anderen Artikel. Eine solche Sperre lässt sich nur umgehen, indem man eine verschlüsselte und signierte Verbindung zu einem Proxy im Ausland aufbaut, der den Zugang zur gewünschten IP-Adresse herstellt.

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88 von 89 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.

Lesermeinungen zum Artikel

 
von jenneke
am 24. Juni 2009, 12:32 Uhr
Bedrohung
Die Bedrohung der parasitären Pfründe der Politiker und Lobbys . eine Bedrohung der desinformirtheit, der Gehirnwäsche der Menschen- das ist das freie Internet.

dass Menschen begreifen, wie sie ausgesaugt und benutzt werden, wie die Nutznießer über Leichen gehen für die Macht. Und die Nutznießer der Nutznießer, nämlich die Politiker, dies unterstützen und decken.

Vor all diesen Dingen haben sie Angst- kein Wunder, dass sie ihre Enttarnung als Bedrohung empfinden. Die "Oberkaste, nenne ich sie mal" will die Menschheit versklaven und die Oberen der Politik, Justiz, behördliche Organe und Medien etc machen mit. Sie kommen Ihrer Pflicht, das Grundgesetz zu sch´ützen in keinster Weise nach.

Sie putschen gegen den Staat, indem sie dem Lissabonner EU vertrag zustimmen, in dem sie den Parlamentismus gänzlichz außer Kraft setzen und eine praktische Diktatur einführen. Für die Konzerne, die Milliardäre., dRs raubtierkapital., dass ihnen dafür Aufsichtsratspöstchen gibt undsoweiter.

Vielen dank für die diktatur - oder soll ich Heil sagen.
 
von derwahrejenneke
am 24. Juni 2009, 17:28 Uhr
AW: Bedrohung
hihi ... spinner der welt vereinigt euch!
 
von lecker kohlrabi
am 29. September 2009, 01:06 Uhr
AW: AW: Bedrohung
Besuch mal www.infokrieg.TV/... Du Spinner!
 
von xhutzelx
am 25. August 2009, 11:26 Uhr
AW: Bedrohung
Wie blind muss man eigentlich sein, wenn man sich permanent gegen Regeln und Schutz im Internet stellt? Vom Kleinkriminellen über den Pädophilen bis zum Mafia-Boss freuen sich alle über das Internet und die unbegrenzten Möglichkeiten. Da geht doch wirklich jeder von denen über Leichen. Aber ruft hier mal jemand zum Kampf gegen die auf? Nö. ZDNet zeigt schön, wie einfach man Schranken umgehen kann. Aber anstatt sich mal offiziell gegen das organisierte Verbrechen zu stellen, wird auf Politiker eingeprügelt, als wenn die noch schlimmer als Kriminelle wären. Das ist echt unglaublich. Bisher ist im Net alles möglich und daran wird sich wohl nicht viel ändern. Ich finde es beschämend, wie wenig Initiative gegen Verbrecher gezeigt wird. Kein Wunder, dass die Zustände in aller Welt immer schlimmer werden. So blind zu sein und sich gegen jedwede Regeln zu stellen... die Freiheit fordert einen hohen Preis und niemand bekommt was mit.
 
von karsten
am 17. Dezember 2009, 21:25 Uhr
AW: AW: Bedrohung
Bei Verdacht auf kriminelle Handlungen kann man schon längst auf alle Internetdaten zugreifen, da gibt es schon Gesetze. Es wäre eine Leichtigkeit, die Daten von Anbietern kinderpornografischer Seiten zu ermitteln. Dazu gibt es auch internationale Rechtshilfeabkommen. Nahezu alle Staaten der Welt erkennen deutsche Gerichtsentscheide an, auch wo es gar nicht gegen Kriminelle geht, z. B. politische Urteile wie Schreiber oder Sorgerechts- und Unterhaltsentscheidungen, deren Rechtmäßigkeit sehr fraglich ist.

In der Tat wurden schon gesellschaftskritische Seiten per Richterentscheid wegzensiert, z. B. im Bereich Familienrecht. Die Medien sind in Deutschland mehr oder weniger wieder mit der Politik gleichgeschalten, verbreiten eine Einheitsmeinung in nahezu allen Bereichen, mit Tatsachenverdehrungen, Falschmeldungen, angefangen von der Atomkraft, Windkraft, über angeblichen Fachkräftemangel usw. Das Internet war das einzige Medium, wo überhaupt noch Wahrheiten und Meinungen zu finden sind, die nicht in die allgemeine Meinungsmache der Medien passen. Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ebnete den Weg zur Diktatur, angeblich auch gegen Kriminelle, angeblich die Kommunisten, die den Reichstag angeblich angezündet hatten.

Diktatur und Demokratie erkennt man an der Berichterstattung, Wahlen gab es auch im 3. Reich und in der DDR.
 
von Karl
am 26. Juni 2009, 01:17 Uhr
Internetzensur in Deutschland
War höchste Zeit, daß die etablierten Parteien CDU und SPD die Internetzensur in Deutschland noch vor der Bundestagswahl durchwinken..

Wo kämen wir den hin, wenn Hunderttausende Jugendliche sich im Internet frei informieren und auch noch ihre Meinung frei äußern..
Womöglich auch noch die Piratenpartei wählen..!
Die Machthaber kämpfen da an allen Fronten: Fernsehen, Zeitungen und sogar im Netz ziemlich schmutzig..

Siehe z.B. die Meldung neulich, von Mai 2009:

studiVZ LÖSCHT Profil der Piratenpartei Deutschlands!

Ach so, die CDU und SPD Profile natürlich nicht.. die sind weiterhin im StudiVZ drin...
 
von Ines
am 23. August 2009, 13:13 Uhr
AW: Internetzensur in Deutschland
Diese Löschung ist tatsächlich nicht passiert und die Piratenpartei mittlerweile erfolgreichste Partei im StudiVZ/meinVZ! =)
 
von wesselch
am 26. August 2009, 18:51 Uhr
Richter und Internet
Die Richter des Bundesverfassunggericht haben vor Kurzem ihre Souveränität bewiesen und sogar glaubhafte Experten um eine Stellungnahme zur Datenvorratspeicherung gebeten. Ich hoffe, daß auch in Zukunft entweder die Judikative und/oder unser Staatsoberhaupt soviel Weitsicht und Vernunft beweisen, daß solche handwerklich schlecht gemachten Gesetze verhindert werden.
 
von leckerkohlrabi
am 29. September 2009, 01:42 Uhr
KiPo's
Länder in denen KiPo's legal sind gibt es für Frau von der Leyen viele, jedoch sieht es in der Realität anders aus.

Hier ist ein Link zu einer Seite, die dank der Recherche eines rechtschaffenden Menschen, eine Studie der ICMEC (International Center for Missing and Exploited Children) von 2006 zeigt in welchen Ländern KiPo's wirklich nicht verboten sind.

www.dlandau.de/...

Lest selber nach und überlegt euch ob das Zensurgesetzt nötig ist. Es sind wirklich ganz wenige kl Staaten, die keine Gesetze gegen die Kinderpornografie im Netz haben, aber mit ein wenig internationalem Druck kann man auch dieses ändern. Die Zensur dieser Seiten ist nur Mittel zum Zweck um als nächstes andere Bereiche anzugreifen. Es wird als nächstes Seiten mit rechten/linken Inhalten oder die "Killerspiele" treffen. Dann wird man sich der freien Medien entlediegen, vielleicht indem man auf deren seiten links zu KiPo-seiten versteckt.
Ich weiß nicht was als nächstes kommt, aber eines weiß ich, daß es kommt.

Also kinnas, Augen und Ohren offen halten und traut nicht dem Mainstream.
;-)
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