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Streit um "Killerspiel"-Verbot gewinnt an Fahrt

Martin Fiutak
|
13.12.06, 16:25 Uhr
Zwei Jahre Haft für Verbreitung gefordert: "Der Vorschlag geht zu weit"

Die Pläne von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für ein Verbot von so genannten Computer- Killerspielen haben einen Streit mit Koalitionspartner FDP entfacht. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Philipp Rösler, stellte sich am Mittwoch in Hannover klar gegen die Initiative. "Der Vorschlag geht zu weit. Herr Schünemann trifft den Kern des Problems nicht." Nach den Plänen Schünemanns soll die Verbreitung von "menschenverachtenden" Computerspielen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden können, der Besitz mit bis zu einem Jahr.

"Die Polizei kann hier keine Verbote durchsetzen, das ist die Aufgabe der Eltern", sagte Rösler. Schünemann kriminalisiere mit solchem Aktionismus breite Massen von Computerbesitzern. Er begegne jedoch nicht wirklich den Wurzeln der Probleme, die zu solchen Gewaltausbrüchen führten. Diese liegen aus Sicht Röslers in der sozialen Verwahrlosung und in der gesellschaftlichen Ausgrenzung einzelner Jugendlicher.

Der FDP-Fraktionschef plädierte dafür, Schulen und Vereine sollten zusätzliche Angebote außerhalb der Unterrichtszeit anbieten. Vor allem müsse auch die Medienkompetenz durch die Eltern gefördert werden. "Letztendlich können wir Dummheit nicht verbieten, sondern nur durch Bildung und Aufklärung verhindern. Das ist Aufgabe der Familien und der Eltern - nicht der Polizei."

Innenminister Schünemann geht mit seinen Plänen für ein Verbot so genannter Killerspiele weiter als sein bayerischer Amtskollege Günther Beckstein (CSU). Dieser belässt es in seiner Initiative bei einer Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis, wie es bereits bisher der entsprechende Paragraf 131 des Strafgesetzbuches vorsieht. Niedersachsen und Bayern erarbeiten zunächst eigene Entwürfe, wollen dann aber 2007 eine gemeinsame Bundesrats-Initiative starten.

Die niedersächsische Landesstelle Jugendschutz hält das geplante Verbot von "Killerspielen" für den falschen Weg. Auch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen mit Professor Christian Pfeiffer an der Spitze sieht eine Strafrechts-Änderung mit großer Skepsis und hält verfassungsrechtliche Probleme für denkbar. Das Strafrecht müsse immer "ultima ratio" sein, heißt es in den vom KFN verfassten Thesen zur Debatte.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von FDP-Wähler
am 13. Dezember 2006, 16:58 Uhr
Recht hat er!
Der Herr Rösler bringt es auf den Punkt!
Da bin ich mal wieder froh, dass ich seit langem FDP-Wähler bin.
 
von Never FDP-Wähler
am 13. Dezember 2006, 19:32 Uhr
AW:Recht hat er!
Die FDP hat's ja auch kräftig nötig, am eigenen Image zu arbeiten - betreibt sie doch schon seit eh und jeh ein heftiges Scheibenschiessen auf den "sozialen" Staat.
 
von jk
am 13. Dezember 2006, 19:40 Uhr
AW:AW: Recht hat er!
netter beitrag, hat aber so rein gar nix mit dem thema zu tun.
 
von auchkeinFDPWählerundPolitikernichtversteher
am 13. Dezember 2006, 21:41 Uhr
AW: (Recht hat er!))
Allerdings hat er recht. Eigentlich sollte Politik hier nicht besprochen werden jedoch finde ich es erstaunlich wie schnell ein Gesetz gegen Killerspieler im Entwurf ist, jedoch beim Nichtraucherschutz keine Einigung gefunden wird.
In den letzten 20 Jahren sind in Deutschland mehr Nichtraucher durch passiv Rachen gestorben als Menschen durch Amokläufen.
 
von Whisk
am 13. Dezember 2006, 18:16 Uhr
Nur albern
Was sind Killerspiele? Civilization weil ich da Millionen Menschen töte oder doch nur Ego-Shooter??? Der Begriff "Killerspiel" spiegelt schon das Unwissen dieser Leute wieder. Ist ein Killerspiel ein Spiel, bei dem man Menschen tötet? Das war bei Super Mario auch der Fall. Ist es möglich, von der Spielmechanik unbeteiligte Menschen zu töten, was aber massiv geahndet wird, ist das eine realistische Darstellung - mehr nicht.

Kaum ein Politiker hat Ahnung von dieser Materie, auch die nicht, die gegen ein Verbot sind. Hier wird wieder sinnfreier Aktionismus propagiert, der selbst bei Umsetzung in Gesetzen nichts bringt.

Computerspiele sind nicht die Ursache für Gewalt und nur seehr selten Auslöser für Probleme, die deutlich früher anfangen: Probleme in der Schule und Elern, die (obwohl sie es vielleicht wollen) keine Zeit für ihre Kinder haben.

 
von jk
am 13. Dezember 2006, 18:33 Uhr
AW: Nur albern
ansich könnte man sogar "schach" als killerspiel betrachten.
die politiker sehen da einfach etwas, was sie nicht verstehen und hoffen, dass es ihren wählern genauso geht. doch haben sie sich geschnitten. der anteil unter den wählern, die mit dieser materie vertraut sind, wird ständig größer und diese leute pauschal zu kriminalisieren, wird ein schuss, der nach hinten losgeht.
 
von Frank
am 14. Dezember 2006, 07:50 Uhr
AW: Nur albern
Haben Politiker überhaupt von etwas Ahnung? Wäre ja mal was neues. Die können doch nur dummes Zeug labern und stellen immer nur sich selbst in den Vordergrund. Ich verabscheue dieses Pack.
 
von None
am 13. Dezember 2006, 21:23 Uhr
Die Sau im Dorf ...
Moin,

hier wird mal wieder eine Sau durch das Dorf getrieben, um sich zu profilieren und die Sucht mancher Polit-Junkies nach Aufmerksamkeit zu befriedigen.

Man findet immer schlimme Einzelfälle die tragisch sind. Müssen jetzt wegen drei oder vier Situtionen die Kanonen auf die "eindeutig" identifizierten Schuldigen gerichtet werden ?

Oder versucht hier nur eine Generation von unwissenden Politikern einer Mehrheit von unwissenden Wählern eine unverstandenes und folglich teuflische Technik (= immer an allem Schuld !) als vermeintliche Ursache für ein (emotionalisiertes) Problem zu präsentieren ?

Nach dem Motto, was mich nicht betrifft kann ruhig gnadenlos durchgesetzt werden ...

Gruß,

None

 
von Wilfried
am 13. Dezember 2006, 21:48 Uhr
Killerspiele
Amoklauf durch Killerspiele? Ich denke der Grund ist in der Umgebung zu suchen und zwar in der Perspektive die der Staat jungen Menschen gibt in unserem Falle Deutschland sehe ich für junge Menschen keine.
Rente mit 67, Arbeitslosigkeit Studiengebühren Scheidungen und so weiter.Der Bundestag wäre eine schöne Map für Counterstrike würde ich mit Genuß spielen und ich bin schon 34 Jahre alt.
 
von Markus
am 13. Dezember 2006, 22:59 Uhr
Ob Herr Schünemann auch so vehement aktiv wird, ...
... wenn der Täter (Amokläufer) aus den Reihen eines Schützenvereines kommt?
Herr Schünemann ist Mitglied eines Schützenvereines. Für alles weiter verweise ich mal einfach auf diesen Artikel: www.stern.de/...

Soll sich jeder selbst ein Bild von diesem Herrn machen ...

 
von Gamiac
am 13. Dezember 2006, 23:22 Uhr
Lasst euch nicht entmündigen !
Spiele für alle Altersgruppen zu verbieten ist ja wohl nicht die Lösung,
für Kinder sind diese Spiele ja bereits verboten, und das ist auch richtig so, jetzt müsste sich nurnoch jemand dran halten und man müsste keine Gesetze erlassen oder verändern.

Wenn man Erwachsenen CS Unreal usw. verbietet ist das Entmündigung !!

Als Mündiger Bürger darf ich ja wohl selbst entscheiden was ich mit meiner Freizeit mache!

Anderen falls ist das keine Demokratie mehr, und wenn die Gedanken alles sind was in diesem Staat noch frei ist, warum soll man noch hier bleiben.
In keinem Anderen Demokratischen Staat der Erde kommt man auf so eine weltfremde Idee, ich glaub da haben ein paar Politiker einen Realitätverlust der an Größenwahn grenzt.


MfG Gamiac

 
von Markus Reckmann
am 14. Dezember 2006, 11:13 Uhr
Killerspiel-Verbot? Ich habe die wirkliche Ursache gefunden...
Klar, irgendwo dreht mal wieder jemand durch und schuld sind...die Spiele, was sonst. Ihr blinden Herrschaften der Politik, die Ihr Euch mit diesem Thema als Trittbrettfahrer mal wieder profilieren wollt - ich habe 2 einfache Ratschläge für Euch:
1. Urteilt verdammt noch einmal nicht über Dinge, die ihr NOCH NIE selbst gesehen habt (die Spiele meine ich).
2. Macht Euch den Spass und lasst 1000 zufällig ausgewählte Jugendliche überprüfen, ob sie a) einen Computer haben und b) welche Spiele dort laufen. Wenn Sie unter diesen 1000 vielleicht 50 finden, die weder selbst einen Computer noch eine Zugangsmöglichkeit über Freunde/Schulkollegen haben, wäre das schon eine Menge. Und die anderen 950 sind Ihrer These nach alle Mörder, ist klar.

Ich habe übrigens eine andere Erklärung: überprüft mal alle Amokläufer der jüngeren Geschichte, ob sie (ausser den "Killerspielen" natürlich) nicht zufällig auch eine Kaffeemaschine im Haushalt hatten. Ich habe nämlich die Vermutung, dass es bei allen Tätern so etwas im näheren Umfeld gab und fordere nunmehr den ABSOLUTEN Verbot von Kaffeemaschinen, denn die MÜSSEN einfach die Ursache dafür sein (kann ja kein Zufall sein, dass AUSGERECHNET bei den Amokläufern DERART SELTENES zu finden ist). So, und jetzt gehe ich zu MEINER Kaffeemaschine und kann anschliessend für nichts garantieren...

 
von BurninLeo
am 14. Dezember 2006, 17:34 Uhr
Die Ursache der Gewalt
*g* Ein wahres Wort...

Aber wie - wenn nicht durch unfundierte und unqualifizierte Aussagen und Forderungen - sollte Populismus denn sonst funktionieren?

Ich bin übrigens schon gespannt auf das Killerspiele(TM)-Logo - ob das dann auch auf Super Mario Land(TM) klebt, bei dem mehr unschuldige Lebewesen getötet werden als in einer ganzen Unreal-Runde? Oder geht es eher um die gewaltfördernde Wirkung - und klebt zukünftig auf Microsoft Windows(TM)?

 
von BesorgteEltern
am 16. Dezember 2006, 21:50 Uhr
Kinder weg von der Gewalt ! - Teil 1/2
Ich habe mich ja schon desöfteren während meiner Predigten für ein komplettes Verbot gewaltverherrlichender Spiele ausgesprochen. Zumindest sollten kleine Kinder bis 21 Jahre keinen Zugriff auf derartigen Müll bekommen können.

Leider sieht die Realität anders aus. Ich bemerke dies ja schon bei unseren eigenen Kindern: Unser 16jähriger Sohn spielt "Mörtel Kompakt" oder wie das heißt bereits seit einigen Monaten. Mit der Folge, daß unser dreijähriger Sohn der Barbie seiner Schwester den Kopf abgerissen hat. Gut, wenigstens nur den Kopf dieses überteuerten Plastikspielzeugs und nicht den unserer Tochter. Aber dennoch... wehret den Anfängen.

Aber selbst augenscheinlich weniger gewaltvolle Spiele sind meines Erachtens nach äußerst gefährlich für das geistige Wohl unserer Jugend: Tretris, Schlimm City und SzuToKuh - alles entwickelt und erdacht von neoliberalen, gottesverachtenden Großkonzernen, die versuchen, unsere von Gottes Gnade beseelte Gesellschaft mit gewaltverherrlichenden Gedankengiften zu infiltrieren.

Alternativen gäbe es doch genug. Wir haben früher uns doch auch noch mit uns selbst beschäftigt, ... gespielt, ... also ich meine wir hatten genug zu tun. Schule, Kirche, im Haushalt mithelfen, Holz hacken, Feldarbeit. Ich kann mich ganz genau erinnern. Als ich in die erste Klasse ging, da konnte ich nicht bis früh um 7 Uhr schlafen. Da hieß es um fünf Uhr raus, Ofen anfeuern und Kühe melken. Das waren eben noch Zeiten. Aber jetzt schweife ich doch etwas ab.

Unser Familienrat (also ich) haben beschlossen, alle Computerspiele von den PCs unserer Kinder zu löschen und auch die Internetnutzung stark einzuschränken. Statt dessen besuchen wir jeden Nachmittag gemeinsam eine Bibelgruppe und diskutieren mit Gleichgesinnten über die baldige Apokalypse. Im Kirchenchor singen wir erbauliches Liedgut und treffen uns schon hin und wieder auf einen ausgelassenen Spieleabend mit Mau-Mau und Mühle. Sobald unsere Kinder gegen 18 Uhr zu Bett gegangen sind, auch schon einmal Dame oder Halma. Jaja, auch "normale" Menschen können ganz schön auf den Putz hauen, wenn ich mir diese Bemerkung gestatten darf.

 
von BesorgteEltern
am 16. Dezember 2006, 21:51 Uhr
AW: Kinder weg von der Gewalt ! - Teil 2/2
Außerdem haben wir unsere Kinder ermutigt, öfters mal draußen zu spielen und sich in der herrlichen Natur auszutoben. Unsere 16jährige Tochter ist diesbezüglich ja ein Vorbild für alle: Jeden Abend gegen 17 Uhr geht sie zum Bahnhofsvorplatz um dort benachteiligten Männern die heilige Schrift zu erläutern. Anfangs war ich ja etwas skeptisch, denn mit einer Netzbluse, Minirock und knielangen Stiefeln könnte sie sich doch recht leicht erkälten, aber sie hat mir gegenüber alle Bedenken ausgeräumt. Ich denke sogar darüber nach, unseren Sohn mal mitzuschicken, damit er auf andere Gedanken kommt und nicht immer nur diese Killerspiele im Kopf hat.

Naja, vielleicht werde ich ihn auch einfach nur bei unserem lokalen Schützenverein anmelden. Ich halte es nämlich für viel sinnvoller, wenn er lernt mit echten Waffen umzugehen und auf lebendige Ziele zu schießen, als diese virtuelle Ballerei. In einem Jahr muß er zur Bundeswehr, vielleicht wird er sogar Berufssoldat, aufgrund seiner mangelhaften schulischen Leistungen vielleicht kein schlechter Gedanke. Da schadet es doch schonmal nicht, bereits erste Erfahrungen mit Handfeuerwaffen und halbautomatischen Maschinengewehren gesammelt zu haben; besonders da sich diese um ein Vielfaches schwieriger handhaben lassen, als in der virtuellen Realität vorgelebt. Das wird unser Familienrat demnächst klären.

Sorgen bereitet mir nur unser Kleinster. Nachdem er der Barbie seiner Schwester den Kopf abgerissen hat, ist er nicht mehr derselbe. Er sagt er hat jede Nacht Alpträume, wohl auch, weil ihn seiner älterer Bruder bei den Gewaltspielen hat immer zugucken lassen. Dieses "Mörtel Kompakt" muß wirklich unglaublich blutrünstig sein (und da sage einer, Handwerk hat goldenen Boden).

Nun, wie dem auch sei. Mir schwebt bereits eine Lösung vor: Ich habe unseren Sohn jetzt bei der Junior-Bibel-Gehirnwasch-Gruppe "fleißige Hirtlein" angemeldet. Hoffentlich bringen ihn die Geschichten von Jesus, wie er gekreuzigt wird, die Erzählungen über die Raubzüge der Kreuzritter und Hexenverbrennungen im Mittelalter sowie die lustigen Anekdoten von Papst Johannes Paul II. über Aids und das Kondomverbot auf andere Gedanken.

Ich hoffe nur inständig und bete täglich zum Herrn, daß unsere von Gott geleiteten bayerischen Politiker die pro-satanischen (radikal-islamistischen) Tendenzen im Bund überwinden können und sich mit einem Verbot von Killerspielen durchsetzen werden.

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