Streit um "Killerspiel"-Verbot gewinnt an Fahrt
Die Pläne von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) für ein Verbot von so genannten Computer- Killerspielen haben einen Streit mit Koalitionspartner FDP entfacht. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Philipp Rösler, stellte sich am Mittwoch in Hannover klar gegen die Initiative. "Der Vorschlag geht zu weit. Herr Schünemann trifft den Kern des Problems nicht." Nach den Plänen Schünemanns soll die Verbreitung von "menschenverachtenden" Computerspielen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden können, der Besitz mit bis zu einem Jahr.
"Die Polizei kann hier keine Verbote durchsetzen, das ist die Aufgabe der Eltern", sagte Rösler. Schünemann kriminalisiere mit solchem Aktionismus breite Massen von Computerbesitzern. Er begegne jedoch nicht wirklich den Wurzeln der Probleme, die zu solchen Gewaltausbrüchen führten. Diese liegen aus Sicht Röslers in der sozialen Verwahrlosung und in der gesellschaftlichen Ausgrenzung einzelner Jugendlicher.
Der FDP-Fraktionschef plädierte dafür, Schulen und Vereine sollten zusätzliche Angebote außerhalb der Unterrichtszeit anbieten. Vor allem müsse auch die Medienkompetenz durch die Eltern gefördert werden. "Letztendlich können wir Dummheit nicht verbieten, sondern nur durch Bildung und Aufklärung verhindern. Das ist Aufgabe der Familien und der Eltern - nicht der Polizei."
Innenminister Schünemann geht mit seinen Plänen für ein Verbot so genannter Killerspiele weiter als sein bayerischer Amtskollege Günther Beckstein (CSU). Dieser belässt es in seiner Initiative bei einer Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis, wie es bereits bisher der entsprechende Paragraf 131 des Strafgesetzbuches vorsieht. Niedersachsen und Bayern erarbeiten zunächst eigene Entwürfe, wollen dann aber 2007 eine gemeinsame Bundesrats-Initiative starten.
Die niedersächsische Landesstelle Jugendschutz hält das geplante Verbot von "Killerspielen" für den falschen Weg. Auch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen mit Professor Christian Pfeiffer an der Spitze sieht eine Strafrechts-Änderung mit großer Skepsis und hält verfassungsrechtliche Probleme für denkbar. Das Strafrecht müsse immer "ultima ratio" sein, heißt es in den vom KFN verfassten Thesen zur Debatte.
2 von 3 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.

Da bin ich mal wieder froh, dass ich seit langem FDP-Wähler bin.
In den letzten 20 Jahren sind in Deutschland mehr Nichtraucher durch passiv Rachen gestorben als Menschen durch Amokläufen.
Kaum ein Politiker hat Ahnung von dieser Materie, auch die nicht, die gegen ein Verbot sind. Hier wird wieder sinnfreier Aktionismus propagiert, der selbst bei Umsetzung in Gesetzen nichts bringt.
Computerspiele sind nicht die Ursache für Gewalt und nur seehr selten Auslöser für Probleme, die deutlich früher anfangen: Probleme in der Schule und Elern, die (obwohl sie es vielleicht wollen) keine Zeit für ihre Kinder haben.
die politiker sehen da einfach etwas, was sie nicht verstehen und hoffen, dass es ihren wählern genauso geht. doch haben sie sich geschnitten. der anteil unter den wählern, die mit dieser materie vertraut sind, wird ständig größer und diese leute pauschal zu kriminalisieren, wird ein schuss, der nach hinten losgeht.
hier wird mal wieder eine Sau durch das Dorf getrieben, um sich zu profilieren und die Sucht mancher Polit-Junkies nach Aufmerksamkeit zu befriedigen.
Man findet immer schlimme Einzelfälle die tragisch sind. Müssen jetzt wegen drei oder vier Situtionen die Kanonen auf die "eindeutig" identifizierten Schuldigen gerichtet werden ?
Oder versucht hier nur eine Generation von unwissenden Politikern einer Mehrheit von unwissenden Wählern eine unverstandenes und folglich teuflische Technik (= immer an allem Schuld !) als vermeintliche Ursache für ein (emotionalisiertes) Problem zu präsentieren ?
Nach dem Motto, was mich nicht betrifft kann ruhig gnadenlos durchgesetzt werden ...
Gruß,
None
Rente mit 67, Arbeitslosigkeit Studiengebühren Scheidungen und so weiter.Der Bundestag wäre eine schöne Map für Counterstrike würde ich mit Genuß spielen und ich bin schon 34 Jahre alt.
Herr Schünemann ist Mitglied eines Schützenvereines. Für alles weiter verweise ich mal einfach auf diesen Artikel: www.stern.de/...
Soll sich jeder selbst ein Bild von diesem Herrn machen ...
für Kinder sind diese Spiele ja bereits verboten, und das ist auch richtig so, jetzt müsste sich nurnoch jemand dran halten und man müsste keine Gesetze erlassen oder verändern.
Wenn man Erwachsenen CS Unreal usw. verbietet ist das Entmündigung !!
Als Mündiger Bürger darf ich ja wohl selbst entscheiden was ich mit meiner Freizeit mache!
Anderen falls ist das keine Demokratie mehr, und wenn die Gedanken alles sind was in diesem Staat noch frei ist, warum soll man noch hier bleiben.
In keinem Anderen Demokratischen Staat der Erde kommt man auf so eine weltfremde Idee, ich glaub da haben ein paar Politiker einen Realitätverlust der an Größenwahn grenzt.
MfG Gamiac
1. Urteilt verdammt noch einmal nicht über Dinge, die ihr NOCH NIE selbst gesehen habt (die Spiele meine ich).
2. Macht Euch den Spass und lasst 1000 zufällig ausgewählte Jugendliche überprüfen, ob sie a) einen Computer haben und b) welche Spiele dort laufen. Wenn Sie unter diesen 1000 vielleicht 50 finden, die weder selbst einen Computer noch eine Zugangsmöglichkeit über Freunde/Schulkollegen haben, wäre das schon eine Menge. Und die anderen 950 sind Ihrer These nach alle Mörder, ist klar.
Ich habe übrigens eine andere Erklärung: überprüft mal alle Amokläufer der jüngeren Geschichte, ob sie (ausser den "Killerspielen" natürlich) nicht zufällig auch eine Kaffeemaschine im Haushalt hatten. Ich habe nämlich die Vermutung, dass es bei allen Tätern so etwas im näheren Umfeld gab und fordere nunmehr den ABSOLUTEN Verbot von Kaffeemaschinen, denn die MÜSSEN einfach die Ursache dafür sein (kann ja kein Zufall sein, dass AUSGERECHNET bei den Amokläufern DERART SELTENES zu finden ist). So, und jetzt gehe ich zu MEINER Kaffeemaschine und kann anschliessend für nichts garantieren...
Aber wie - wenn nicht durch unfundierte und unqualifizierte Aussagen und Forderungen - sollte Populismus denn sonst funktionieren?
Ich bin übrigens schon gespannt auf das Killerspiele(TM)-Logo - ob das dann auch auf Super Mario Land(TM) klebt, bei dem mehr unschuldige Lebewesen getötet werden als in einer ganzen Unreal-Runde? Oder geht es eher um die gewaltfördernde Wirkung - und klebt zukünftig auf Microsoft Windows(TM)?
Leider sieht die Realität anders aus. Ich bemerke dies ja schon bei unseren eigenen Kindern: Unser 16jähriger Sohn spielt "Mörtel Kompakt" oder wie das heißt bereits seit einigen Monaten. Mit der Folge, daß unser dreijähriger Sohn der Barbie seiner Schwester den Kopf abgerissen hat. Gut, wenigstens nur den Kopf dieses überteuerten Plastikspielzeugs und nicht den unserer Tochter. Aber dennoch... wehret den Anfängen.
Aber selbst augenscheinlich weniger gewaltvolle Spiele sind meines Erachtens nach äußerst gefährlich für das geistige Wohl unserer Jugend: Tretris, Schlimm City und SzuToKuh - alles entwickelt und erdacht von neoliberalen, gottesverachtenden Großkonzernen, die versuchen, unsere von Gottes Gnade beseelte Gesellschaft mit gewaltverherrlichenden Gedankengiften zu infiltrieren.
Alternativen gäbe es doch genug. Wir haben früher uns doch auch noch mit uns selbst beschäftigt, ... gespielt, ... also ich meine wir hatten genug zu tun. Schule, Kirche, im Haushalt mithelfen, Holz hacken, Feldarbeit. Ich kann mich ganz genau erinnern. Als ich in die erste Klasse ging, da konnte ich nicht bis früh um 7 Uhr schlafen. Da hieß es um fünf Uhr raus, Ofen anfeuern und Kühe melken. Das waren eben noch Zeiten. Aber jetzt schweife ich doch etwas ab.
Unser Familienrat (also ich) haben beschlossen, alle Computerspiele von den PCs unserer Kinder zu löschen und auch die Internetnutzung stark einzuschränken. Statt dessen besuchen wir jeden Nachmittag gemeinsam eine Bibelgruppe und diskutieren mit Gleichgesinnten über die baldige Apokalypse. Im Kirchenchor singen wir erbauliches Liedgut und treffen uns schon hin und wieder auf einen ausgelassenen Spieleabend mit Mau-Mau und Mühle. Sobald unsere Kinder gegen 18 Uhr zu Bett gegangen sind, auch schon einmal Dame oder Halma. Jaja, auch "normale" Menschen können ganz schön auf den Putz hauen, wenn ich mir diese Bemerkung gestatten darf.
Naja, vielleicht werde ich ihn auch einfach nur bei unserem lokalen Schützenverein anmelden. Ich halte es nämlich für viel sinnvoller, wenn er lernt mit echten Waffen umzugehen und auf lebendige Ziele zu schießen, als diese virtuelle Ballerei. In einem Jahr muß er zur Bundeswehr, vielleicht wird er sogar Berufssoldat, aufgrund seiner mangelhaften schulischen Leistungen vielleicht kein schlechter Gedanke. Da schadet es doch schonmal nicht, bereits erste Erfahrungen mit Handfeuerwaffen und halbautomatischen Maschinengewehren gesammelt zu haben; besonders da sich diese um ein Vielfaches schwieriger handhaben lassen, als in der virtuellen Realität vorgelebt. Das wird unser Familienrat demnächst klären.
Sorgen bereitet mir nur unser Kleinster. Nachdem er der Barbie seiner Schwester den Kopf abgerissen hat, ist er nicht mehr derselbe. Er sagt er hat jede Nacht Alpträume, wohl auch, weil ihn seiner älterer Bruder bei den Gewaltspielen hat immer zugucken lassen. Dieses "Mörtel Kompakt" muß wirklich unglaublich blutrünstig sein (und da sage einer, Handwerk hat goldenen Boden).
Nun, wie dem auch sei. Mir schwebt bereits eine Lösung vor: Ich habe unseren Sohn jetzt bei der Junior-Bibel-Gehirnwasch-Gruppe "fleißige Hirtlein" angemeldet. Hoffentlich bringen ihn die Geschichten von Jesus, wie er gekreuzigt wird, die Erzählungen über die Raubzüge der Kreuzritter und Hexenverbrennungen im Mittelalter sowie die lustigen Anekdoten von Papst Johannes Paul II. über Aids und das Kondomverbot auf andere Gedanken.
Ich hoffe nur inständig und bete täglich zum Herrn, daß unsere von Gott geleiteten bayerischen Politiker die pro-satanischen (radikal-islamistischen) Tendenzen im Bund überwinden können und sich mit einem Verbot von Killerspielen durchsetzen werden.