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Scientology lässt Google-Links löschen

Matt Loney, Dietmar Müller
|
21.03.02, 19:55 Uhr
Sekte beruft sich auf das Digital Millennium Copyright Act und versucht somit Geheimpapiere zu vertuschen

Die Scientology-Sekte hat mit Berufung auf das amerikanische Digital Millennium Copyright Act die Entfernung einiger Seiten aus dem Register von Google durchgesetzt. Es handelte sich um Scientology-kritische Internet-Auftritte.

Nach Aussagen des Webmasters Andreas Heldal-Lund von dem betroffenen Xenu.net, hat der Suchdienst ihn benachrichtigt, dass er den Link auf seine Site löschen müsse. Scientology habe auf Copyright geklagt, diverse geschützte Phrasen seien unerlaubt verwendet worden.

Xenu.net firmiert unter dem Term "Operation Clambake". Dieser entstamme den Schriften des Sektengründers und Science Fiction-Autors L. Ron Hubbard. Hubbard erklärte in "History of Man", vereinfacht gesprochen, der Mensch würde von Muscheln abstammen und noch immer die Schmerzen und Gefahren aus dieser Zeit nachvollziehen.

Heldal-Lund erklärte, man habe auf den fraglichen Seiten Geheimmaterial der Sekte veröffentlicht. "Wenn die volle Information über die Lehren dieser Kirche bekannt wäre, würden vermutlich viele die Finger davon lassen. Ich denke, die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, informiert zu werden." Google erklärte seinerseits: "Hätten wir die Links nicht entfernt, hätten wir einer Kopierschutzklage ins Auge sehen müssen. Egal ob berechtigt oder nicht."

Das Digital Millennium Copyright Act wurde 1998 in den USA verabschiedet. Durch das Gesetz haben Organisationen wie Filmstudios, Musiklabels und Softwarefirmen beinahe uneingeschränkte Macht über alles, was sie sich jemals haben schützen lassen.

Bereits im Juni 1999 hatte ein niederländisches Gericht in Den Haag entschieden, dass ein Link auf eine Site mit geschütztem Material das Urheberrecht eines Dritten verletzt. Auch damals hatte die Scientology-Kirche geklagt. Die Betreiber der damals fraglichen Site wurden zudem angewiesen, die Dokumente vom Netz zu nehmen. Die Entscheidung hatte damals nur in den Niederlanden rechtliche Gültigkeit.

Die Sekte ging damals gegen weitere kritische Veröffentlichungen vor. Ein Buchautor, der Auszüge aus dem sekteninternen Regelwerk veröffentlicht hatte, wurde ebenfalls wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt. Der Internet-Buchhändler Amazon.com nahm den Titel daraufhin aus seinem Angebot. Inzwischen wird das Buch allerdings wieder verkauft (ZDNet berichtete).

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Thomas
am 21. März 2002, 22:19 Uhr
Wen wunderts...
Tja, das Gesetz schützt alle... auch kriminelle Vereinigungen, Sekten, Microsoft und Co. - solange der Preis stimmt...

Aber was solls... solange Verirrte an die Abstammung von Muscheln glauben...

und ihr Geld und Leben für einen solchen Verein wegwerfen... ich sag nur Amen bzw. Prost!

 
von Günter
am 15. Juni 2008, 16:52 Uhr
AW: Wen wunderts...
vollkommen Recht!!!
Solange sich das Volk in Deutschland
verarschen lässt und gegen diese, in den letzen zehn Jahren 5000-fach gestiegene
Korruption nicht auf die Strasse geht, und zeigt dass die in Deutschland lebenden Bürger zusammen halten - solange können uns Scientologen, unehrenhafte Politiker (ja es gibt noch ehrenhafte Politiker- wenige), die nicht das Wohl des Volkes nur ihr eigenes sehen, die mehrfach Jobs in Aufsichtsräten haben oder planen zu bekommen, die uns regelrecht verkaufen!!! Genau wie ein Herr Schröder uns mit russischem Gas an die Leine legte - war er dafür zuständig, warum haben wir eine unfähige Frau Gesundheitsministerin, ein Herr Seehofer der uns für absolut dumm hält, oder, eine Frau Merkel, die uns mit dem Umweltproblem nur das Geld aus der Tasche ziehen will und sich in der Weltpolitik genauso ein Denkmal setzen will wie Kohl mit dem Euro, mit unserer D-Mark stünden wir in der Welt ganz an der Spitze, aber man könnte tagelang weiterschreiben angesichts der Verlogenheit in unserem Land!!
 
von Paul Wouters
am 22. März 2002, 01:47 Uhr
Xenu.net\'s ISP got disconnected over this issue
Here is a summary of what happened in the recent months to my company, Xtended Internet, Scientology\'s crusade against us and our client Xenu.net, and how in effect, an American ISP censored a perfectly legal Dutch ISP and its customer Xenu.net by termination its contract "in their sole discretion"

See further:

www.xtdnet.nl/paul/PriorityTelecom-Xenu.html

 
von Der Vollstrecker
am 2. Dezember 2003, 13:05 Uhr
Ich gebe auch meinen Senf dazu
und zwar dem vom Hendlmayer,
und den gibts beim EDEKA
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