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Weltgrößtes IPv6-Netzwerk in China gestartet

Ingrid Marson
|
29.12.04, 17:20 Uhr
Führungsrolle beim Next-Generation-Internet beabsichtigt

Vergangenen Samstag ist in China ein neues IPv6-Netzwerk in Betrieb genommen worden. Es verbindet 25 Universitäten in 20 Städten. Dies meldete das China Education and Research Information Center (CERNIC), das das Netz CERNET2 getauft hat. Laut CERNIC handelt es sich um das weltgrößte IPv6-Netz. CERNIC sieht China damit auf dem Weg zu einer Führungsrolle beim Aufbau des Internets der nächsten Generation.

Die chinesische National Development Reform Commission sieht 1,4 Milliarden Yuan (169 Millionen Dollar) dafür vor, sechs Internet-Protocol-Netzwerke der nächsten Generation einzurichten, berichtet die Tageszeitung "People's Daily". Die Hälfte davon wird in das Universitätsnetzwerk investiert, den Rest teilen sich fünf Telekommunikationsunternehmen.

China ist nicht das einzige asiatische Land, das sich stark auf IPv6 konzentriert. Japan hat bereits ein IPv6-Netz im Betrieb, das alle Service Provider des Landes nutzen. Südkorea dagegen arbeitet mit der EU an Anwendungen und Diensten in IPv6-Netzwerken.

IPv6 erweitert die Anzahl der möglichen Adressen im Internet Protocol (IP) exponentiell. Es wurde als Antwort auf Befürchtungen entwickelt, der Adressraum könne innerhalb der kommenden Jahre ausgehen, speziell wenn sich das Web auf breiter Basis in Asien durchsetzt.

IPv4, das derzeit gültige Internet-Protokoll, beschränkt den Adressraum für Datenpakete auf lediglich 32 Bit. Da IPv6 eine Erweiterung dieses Adressraums auf 128 Bit vorsieht, würde sich die Zahl der möglichen Adressen um mehrere Milliarden vergrößern, sodass sich weit mehr Anwender und Geräte gleichzeitig mit dem Internet verbinden könnten.

Viele Netzwerk-Betreiber und Hardware-Anbieter setzen bereits stark auf IPv6, doch bisher ist die Bereitschaft der Unternehmen eher gering, ihre Netzwerke IPv6-kompatibel zu machen, indem sie die IP-Stacks von Netzwerk-Hardware, Applikationen, PCs und Servern erweitern. Gegner von IPv6 argumentieren, dass man mit Network Address Translation die Beschränkungen von IPv4 umgehen könne. NAT ermöglicht bis zu 256 individuellen Geräten in einem Unternehmen, sich eine IP-Adresse zu teilen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von BlackHäT
am 29. Dezember 2004, 17:28 Uhr
yeah
das hat welt gebraucht noch mehr pronsites und dialers :)
 
von Martin Rentsch
am 29. Dezember 2004, 18:57 Uhr
NAT
NAT erlaubt einen weiter grösseren internen Adressraum als 8 Bit. Die Beschränkung gilt nur für die verbreiteten Class C Netze. Mit Class B und A steigt der Adressraum auf 16 resp. 24 Bit, und zwar lediglich durch die Änderung der IP-Maske.
 
von en3rgie
am 30. Dezember 2004, 08:29 Uhr
Feste IP
Dann hat ja in Zukunft bald jeder eine feste Ip-Adresse oder?
Find ich gut! Nur wenn man dann beim zocken auf eine Banliste kommt...
 
von René Dubs
am 31. Dezember 2004, 13:40 Uhr
jede Kaffeemaschine
Mit IPv6 gibt es 79228162514264337593543950336 mal mehr Adressen als mit IPv4. Da bedeutet dass man jeder Kaffeemaschine, jedem Kühlschrank und allen Haushaltsgeräten eine eigene IP geben könnte. Und das geschweige ohne NAT. Man stelle sich nur die unergründlichen Möglichkeiten für Virenschreiber vor. Da strömt der Kaffee durch das Wohnzimmer, der Kühlschrank bestellt von sich aus tonnen von Eiscreme und die Toasts fliegen einem nur so um die Ohren. Irgendwie erinnert mich das Verlangen nach IPv6 an die Politik der letzten 3 Jahre einiger Länder. Aber die Haushaltsgeräte mit dem @CE-x!@ Betriebssystem werden ohne Internetregistrierung und Aktivierung bestimmt nicht funktionstüchtig sein. Zudem erlaubt dann die fixe IPv6 den Herstellern direkt einen Firmwareupgrade durchzuführen, sowie wird das Kaffeepulver und die Maschine gratis sein, dafür werden die bezogenen Einheiten direkt dem Konto belastet. Natürlich wird der Kaffee um 06:00 dann teurer verrechnet als um 14:00 ! - Schöne neue Welt!

*sarkastische Grüsse*

 
von MB
am 28. August 2007, 15:08 Uhr
NAT kann mehr als 256 Hosts an eine öffentliche IP umsetzen
NAT ermöglicht doch weit mehr als 256 Hosts hinter einer IP-Adresse zu bündeln. Mit einem privaten Netz im 10.0.0.0/8 Netz sind beispielsweise 2 hoch 24 Hosts möglich, also rd. 16,7 Mio. Hosts!
 
von Stephan B.
am 9. März 2009, 21:12 Uhr
AW: NAT kann mehr als 256 Hosts an eine öffentliche IP umsetzen
Die korrekte Bezeichung des hier gemeinten Verfahrens ist NAPT - Network Adress Port Translation, einer Erweiterung von NAT.

Der Begriff "Port" verrät es schon: Maximal (aber auch nur aller maximalst, da bestimmte Portbereiche gesperrt sind) können also, wie bei einem direkten Internet-v4 Anschluss, nur 65536 (=2^16) gleichzeitige Verbindungen bestehen - nur eben verteilt auf eine (beliebig große, addressierbare) Menge von Endstellen.

NAPT hat außerdem so viele Nachteile gegenüber einen Direktabnschluss, dass ich diese hier gar nicht aufzählen möchte...

...IPv6 wird kommen, auch wenn ggf. nicht alle darin vorgesehenen Funktionen genutzt werden.

Grüße, der Stephan
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