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Telekom kündigt ISDN-"Komfort"-Verträge

Lutz Pößneck, Florian Kalenda
|
27.05.09, 14:55 Uhr
DVPT-Vorstand Wolff: "Offenbar wird eine Produktbereinigung durchgeführt." Der Verein macht sich für eine Standardisierung eines ISDN-Nachfolgers stark. Fest steht: Er wird IP-basiert sein.

Hans Joachim Wolff (Bild: DVPT)
Hans Joachim Wolff (Bild: DVPT)
Die Deutsche Telekom hat in den vergangenen Tagen Kunden mit ISDN-"Komfort"-Anschlussverträgen schriftlich zum Spätsommer beziehungsweise Herbst dieses Jahres gekündigt. Das teilt der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. (DVPT) mit. Von der Kündigung sind offenbar auch der Internetzugang sowie alle weiteren am jeweiligen Anschluss gebuchten Leistungen und Produkte betroffen. Gleichzeitig biete die Telekom die Umstellung auf neue Produktvarianten an.

Der DVPT sieht in der Anschluss-Umstellung erste Vorbereitungen für das schrittweise Abschalten von ISDN und den Wechsel auf rein IP-basierte Produkte. Die Ablösung von ISDN sei branchenintern beschlossene Sache, da nahezu alle Anbieter künftig nur noch IP-basierende Netze betreiben. "Die Übertragung von Sprache mittels Voice-over-IP ist damit nur noch einer von vielen Diensten", sagte DVPT-Vorstand Hans Joachim Wolff.

Bislang gebe es für den sogenannten SIP-Access aber noch keine Standardisierung mit eindeutigen Schnittstellen und Leistungsmerkmalen, wie es die Kunden von ISDN gewohnt seien. Es sei derzeit auch keine Strategie erkennbar, wie eine Investitionssicherheit für Anwender und Anbieter in der Zukunft aussehen solle. "Die Anbieter im Markt testen und zertifizieren sich gegenseitig. Diese Abstimmungen sind aber in höchstem Maße von der eingesetzten Technik und von den jeweiligen Softwareversionen abhängig", so Wolff.

Bis 2014 will die Telekom weite Teile Deutschlands mit Glasfasernetzen modernisiert haben und die traditionelle Telefonvermittlung durch IP-Techniken ersetzen. Nach Medienberichten wird die Telekom das alte Netz komplett abschalten, sobald nur noch sieben Millionen Haushalte die traditionellen Analog- oder ISDN-Anschlüsse nutzen.

"Offenbar ist die Telekom jetzt schon dabei, den Wechsel auf die neue Technologie einzuleiten, und führt eine Produktbereinigung durch", sagte Wolff. Geschäftliche Nutzer von ISDN-Anschlüssen hätten zurzeit keine Planungssicherheit, in welche Technologie sie in Zukunft investieren sollen. Die Anbieter und der Regulierer sollten daher schnell für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von M.A.
am 27. Mai 2009, 20:03 Uhr
Kündigung von ISDN
Das ist mal wieder typisch ... telekom oder schrottkom ..
sie schafft es nichtmal ein flächendeckendes netzt aufzubauen das ALLEN bundesbürgern dsl zugänglich macht ... ISDN ist weit häufiger die einzige halbwegs annehmbare alternative wenn man von exoten wie skydsl absieht
die zu teuer oder unrentabel sind ...
ich garantiere das endet in einem fiasko ... typisch für die telekom
solange sie nicht überlall dsl (zb eine 2000ner leitung) garantiert würde ich meinen das man die finger von innovationen lässt und erstmal ALLEN die multimediale welt zugänglich macht ...
 
von Mascheck
am 27. Mai 2009, 21:32 Uhr
AW: Kündigung von ISDN
Ich bin auch von dieser Kündigung betroffen, die angeblich nur 5000 Kunden betreffen soll???
Ich bin dem Vorschlag der Telekom gefolgt und habe "isp-flat call&surf universal" angemeldet.
Es kam so wie es kommen musste, viel Papier, neue Zugangsdaten aber nichts geht. Alles geht auch nach dem angeblichen Umstellungsdatum vom 25.05.2009 noch nach altem Muster, alte Zugangsdaten sind gültig neue nicht. Laut Aussagen eines Herrn Henning Voigt kann man mir da nicht weiterhelfen solange ich kein DSL Modem der Telekom habe - gut geschult der Mann. Was nun??? Alter Anschluss durch die Telekom zur angeblichen Produktbereinigung gekündigt - neuer nicht funktionstüchtig und Telekom ist nicht zuständig weil kein Telekomrouter angeschlossen ist. Der Router ist natürlich neu und U-R2 tauglich und erkennt die Leitung als 3000 er.

Meine Empfehlung: Nehmen Sie die Kündigung an und suchen sie sich einen neuen Provider!
 
von Mario
am 17. Juni 2009, 17:19 Uhr
AW: AW: Kündigung von ISDN
Normalerweise geht ie Umstellung ohne neue Zugangsdaten. Da hat wohl ein Mitarbeiter nicht ordentlich gearbeitet.
Router-Support gibt es nur bei Telekom-Routern, das ist klar. Aber ob der Router syncron ist und welche Zugangsdaten gültig sind, sieht normalerweise jeder Diagnose-mitarbeiter.
Wer einen Resale-DSL-As hat kann CallStartUniversal oder CallBasicUniversal nehmen, dann bleibt das Resale und alles erhalten!
Es geht nur darum, Produkte, die seit mehreren Jahren nicht mehr verkauft werden vom Markt zu nehmen.

Zu M.A. Warum soll eigentlich immer die Telekom die Milliarden für Investitionen aufbringen. Kanst ja mal freenet oder 1&1 fragen, ob sie dir ein Kabel verlegen. So war das eigentlich damals mit der Marktöffnung gedacht. Es gibt nur wenige Firmen, die investieren. Und dort wird sich dann in das fertige Netz reingeteilt. Siehe Arcor, Telekom und einige Städte wie z.B. Coburg. Die Telekom hat die Milliarden nicht um flächendeckend ein neues Netz aufzubauen!!!! In 5 oder 10 Jahren ist das Netz veraltet, es muß wieder investiert werden. Andere wie 1&1 schreien nur hier, ich will ans Netz. Null Investitionen, null Risiko und Gewinn von Anfang an.
Naja, ich bezweifel immer noch, das 19,95 Euro/Monat für ne Doppelflat kostendeckend sind. Freenet verkauft, Alice steht zum Verkauf. Also so viel Gewinn kann das Geschäft so nicht machen...
 
von Thomas B.
am 26. Juni 2009, 12:24 Uhr
Und nun?
Bin am Montag mach längerem Auslandsaufenthalt wieder in Deutschland angekommen und hatte in meinem riesigen Postastapel auch besagte Kündigung meines ISDN-Anschlusses.

Ich hab am nächsten tag dann auch direkt bei der auf dem Kündigungsschreiben angegeben Nummer angerufen, um überhaupt erstmal zu erfahren, worum genau es geht.
Der Herr am Telefon erklärte mir dann die Situation mit der Tarifbereinigung, was ja alles auch irgendwie Sinn macht.
Als es darum ging, wie es in Zukunft weitergehen würde, erklärte er mir, dass es doch am einfachsten wär, wenn ich in ein Komplettpaket bei der Telekom wechseln würde.
Bislang bin ich eigentlich super mit meinem Pre-Select Telefonanbieter und nem für mich völlig ausreichenden DSL-Tarif bei nem anderen Anbieter gewesen. Als ich dem Mitarbeiter erklärte, dass ich eigentlich gerne weiter andere Anbieter nutzen würde, druckste er rum und erklärte, dass das Ganze ziemlich umständlich und unpassend für mich wäre.
Ich habe ihm gesagt, dass ich mich in Kürze noch einmal melden werde und bitte noch nichts veranlasst werden soll.

Jetzt grübel ich, wie ich mich verhalten soll.
Hat hier jemand nen Tipp für mich?
Maschek riet ja in nem obrigen Kommentar, die Kündigung hinzunehmen und zu wechseln. Sehen das viele hier so? bin für Antworten dankbar!


Viele Grüße!
Thomas
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