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Schüler gesteht Entführung von Ebay.de

Martin Fiutak
|
06.09.04, 08:28 Uhr
19-Jähriger aus Niedersachsen wollte "keinen Schaden anrichten"

Für die Störung der Internetseite des Auktionshauses Ebay am vergangenen Wochenende ist ein 19 Jahre alter Schüler aus dem Landkreis Helmstedt in Niedersachsen verantwortlich. «Er hat alles zugegeben und gesagt, dass er keinen Schaden anrichten wollte», berichtete am Samstag Frank Federau, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen. Der Jugendliche hatte die Seite www.Ebay.de auf einen anderen Internet-Dienstleister umgeleitet. Sie war für laufende Auktionen vorübergehend nicht erreichbar.

LKA-Beamte hatten am Freitag das Elternhaus des Jugendlichen durchsucht und die Festplatte seines Computers beschlagnahmt. Gegen ihn wird nun wegen des Ausspähens von Daten ermittelt. «Auch der Verdacht der Computer-Sabotage steht im Raum», meinte Federau. Der Direktor des LKA, Rüdiger Butte, nannte die Ermittlung des 19- Jährigen einen Beleg, «dass sich Täter im Internet zwar weltweit und anonymisiert bewegen können, aber trotzdem Spuren hinterlassen, die von Ermittlern auswertbar sind.»

Erst im Mai dieses Jahres hatte die Polizei einen 18 Jahre alten Computer-Hacker aus Waffensen (Niedersachsen) gefasst. Der Schüler hatte den Internet-Wurm «Sasser» in Umlauf gebracht, der weltweit Millionen Computer infiziert hatte. In diesem Fall hatten die Fahnder allerdings einen Tipp von Bekannten des jungen Mannes erhalten. Gegen den «Sasser»-Entwickler soll demnächst Anklage wegen Computer- Sabotage erhoben werden.

Zwischen dem «Sasser»-Urheber und dem Störer der Ebay-Seite gibt nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler keinen Zusammenhang. «Der 19-Jährige ist auch kein absoluter Computer-Freak», sagte LKA- Sprecher Federau. Der junge Mann sei zufällig auf Seiten gestoßen, die einen Domain-Umzug erläuterten. Dann habe er «aus Spaß» für «google.de», «web.de», «amazon.de» und eben «Ebay.de» den Umzug beantragt. Federau: «Er war dann nach eigener Aussage sehr verwundert, als er die Nachricht bekam, er sei jetzt der neue Besitzer der Internet-Adresse "Ebay.de".»

Möglicherweise kommen auf den jungen Mann jetzt auch Schadenersatzforderungen zu, meinte Federau. Einige Ebay-Nutzer dürften durch die Störung der Seite Geld verloren haben. Ebay hatte betont, dass die sensiblen Daten der Kunden nicht gefährdet waren. Am Wochenende war das Unternehmen nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von jehoho
am 7. September 2004, 11:33 Uhr
Der 19-jährige ist für die Übertragung der Domain nur nachrangig verantwortlich.
Zitat:
"Für die Störung der Internetseite des Auktionshauses Ebay am vergangenen Wochenende ist ein 19 Jahre alter Schüler aus dem Landkreis Helmstedt in Niedersachsen verantwortlich"

Meine Meinung dazu:

Kann man das wirklich so sagen? Ist nicht der größere Teil der Verantwortung der DE-NIC bzw. den an der Transaktion beteiligten DE-NIC Mitgliedern zuzuschreiben? Es ist nicht unbedingt skandalös, dass ein 19-jähriger offensichtlich unerreichbare Domains für sich registrieren will. Das passiert zigmal am Tag - wenn eben ein Websitebetreiber eine bereits registrierte Domain für sich benutzen will und vorher nicht richtig geprüft hat, ob die Domain schon vergeben ist. Das ist eigentlich ein normaler Vorgang - und nie problematisch, weil der Domainübertrag ja automatisch abgelehnt wird. Darauf konnte man sich bisher verlassen.

Man kann dem 19-jährigen vielleicht vorwerfen, dass er sich hier eine Spaß erlaubt hat. Dieser "Spaß" war jedoch durch ihn so einzuschätzen, dass nichts passieren kann. Da ja registrierte Domains nicht einfach ohne Einverständnis des Besitzers übetragen werden können.

Was ist, wenn ich mich beim Pförtner des BMW-Entwicklungszentrum melde und sage: "Guten Tag, ich komme von Mercedes, ich möchte den neuen 7er fotografieren, bitte lassen Sie mich rein - ich bräuchte auch noch ein paar technische Details" - "Aber bitte, treten Sie doch ein, die Abteilung für den 7er ist im 2. Stock 1. Flur links".
Wer bekommt hier den Ärger? Na?

Ebenso ist es hier. Verantwortlich für die Durchführung des Domainübertrags sind diejenigen, die ihn erlaubt und dann sogar durchgeführt haben (bzw. so leichtsinnig waren,die automatischen Prozesse, die den Domainübertrag eingeleitet haben, nachlässig zu überwachen) - und nur sekundär derjenige, der ihn gefordert hat.

Mit Hackerei hat das nicht das geringste zutun! Die Begriffe "Kaperung", "Sabotage" u.s.w. (die sich in einem anderen Artikel zum gleichen Thema finden) sind völlig unangebracht!

Die zitierten Formulierungen ist schlicht irreführend - eine Tageszeitung könnte sich das vor dem Hintergrund mangelnden Fachwissens vielleicht noch leisten - nicht jedoch ZDNET!

Mal Schluß mit dem Hacker-Hype und korrekte Berichterstattung bitte!

 
von o-brian
am 10. September 2004, 09:13 Uhr
Wer hat denn da gepennt ?
Bei einem Domain-Umzug muss man doch schön und brav einen sog. KK-Antrag ausfüllen und soweit mir das bekannt ist bei seinem ISP bzw Domain-Hoster in Papeirform einreichen. Wenn das jetzt online so einfach geht dann kann man ja alle möglichen Domains "kapern" wenn die Verantwortlichen für den Domain-Umzug das schön automatisiert haben macht das ganze auch noch Spass.. Also meiner Meinung nach gehört nicht der Schüler bestraft, sondern derjenige der den KK-Antrag zugestimmt oder eingeleitet hat. Soll ebay doch seine Schadensersatzforderung an die Firma stellen die den Domain Umzug genehmigt hat.
 
von Markus
am 11. September 2004, 23:45 Uhr
Trifft keine Schuld
Ich finde der Schüler hat so gut wie keine Schuld. Für mich ist es dasselbe wenn ich meine Bank bitte mir ein paar Millionen auf meinem Konto gutzuschreiben und sie das auch macht. Ich finde die Verantwortlichen sind die, die dem Antrag ohne genaue Prüfung statt gegeben haben
 
von Hans Knispel
am 13. September 2004, 13:31 Uhr
Schüler gesteht Entführung von Ebay.de
Ich finde, man sollte solche Jugendliche unterstützen, damit sie weiter wirtschaftlichen Schaden anrichten und das Land und unsere dazugehörige Wirtschaft mit zerstören.
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