Protest gegen Söders Internetreklame im CSU-Blog
CSU-Generalsekretär Markus Söder stößt mit seinem Plan zur Versendung von 250.000 Wahlreklame-E-Mails und einer Stoiber-Handybotschaft auf heftige Kritik im Internet-Blog seiner Partei. Viele Leser geißeln die Aktion auf der von der CSU selbst ins Netz gestellten Seite www.blog4berlin.de als "rechtswidrig" und sogar "kriminell".
Ebenfalls auf Widerspruch stößt eine geplante Handy-Aktion mit aufgezeichneten Telefonbotschaften von CSU-Chef Edmund Stoiber - laut Eigenwerbung der beauftragten Firma Plan Net eine "mobile Überraschungswelle" für mehrere hunderttausend Wähler.
Die CSU ist nach eigenen Angaben die erste Partei, die diese aus den USA übernommene High-Tech-Wahlreklame in Deutschland einsetzt. "Das ist ja kriminell. Egal wo man politisch steht, sollte man Spam nicht gutheißen, tolerieren oder gar unterstützen", schreibt ein Nutzer. "Mir würde es auf die Nerven gehen, an meinem Urlaubstag morgens ungewollt mit Stoibers Stimme geweckt zu werden."
"Wenn ich auch nur eine Spam, ob per E-Mail oder per SMS, von der CSU bekomme, wird geklagt", droht ein anderer. "Wer ist eigentlich so bekloppt, dass er eine Partei wählt, die ihn nervt", fragt ein dritter. "Wenn mich auch nur eine Mail oder SMS erreicht, dann gibt's das Kreuz bei den Grünen", kündigt ein vierter an. Doch es melden sich auch Unterstützer zu Wort: "Die CSU ist halt wirklich die Laptop und Lederhosen-Partei! Super - weiter so!"
Die Aktion ist Teil einer "Hundert-Stunden-Kampagne" der CSU, die Söder an diesem Mittwoch starten will. Die Stoiber-Telefonbotschaft soll sich laut Pressemitteilung der Firma Plan Net zu einer "Lawine" entwickeln - denn die Empfänger erhalten kurz nach dem Anruf auch noch eine SMS von der CSU mit der Aufforderung, die Stoiber-Worte an Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

Die CSU war bereits im BTW negativ mit Spam-Plänen, damals noch unter Markus Söder, aufgefallen. Der Plan musste nach massivem Protest aus der Blogosphäre aufgegeben werden.