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Musikpiraterie: Provider sollen Verantwortung tragen

Martin Fiutak
|
18.01.07, 17:07 Uhr
IFPI fordert Sperre von Internetzugängen

Die Musikindustrie will Internet-Provider im Kampf gegen Musikpiraten stärker zur Verantwortung ziehen. So fordert etwa John Kennedy, Chef der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), dass der Internetzugang von illegalen Filesharing-Usern gesperrt wird.

Es sei die Pflicht der Provider, diesen Personen den Weg ins Netz abzuschneiden. "Wir vertreten in Deutschland die gleiche Position wie IFPI international", bekräftigt Stefan Michalk, Pressechef von IFPI Deutschland. Die Zahl der illegalen Downloads sei noch immer rund 20 Mal höher als die der legalen.

Nach Angaben von Kennedy ist die IFPI sogar dazu bereit, Internet-Provider zu verklagen, wenn sie den Forderungen der Musikindustrie nicht nachkommen. Zur konkreten rechtlichen Lage in Deutschland wolle er sich zwar nicht äußern, sagt Michalk: "Aber wir schöpfen alle rechtlichen Mittel aus, die uns zur Verfügung stehen." In der Vergangenheit hat der Verband bereits 30.000 Musikpiraten vor Gericht gebracht und einige Plattformen zur Schließung gezwungen. Dennoch zeigt sich die Musikindustrie sehr unzufrieden und sieht nur minimale Fortschritte im Kampf gegen illegale Downloads.

Denn trotz einzelner Erfolge sind illegale Plattformen nach wie vor aktiv und verzeichnen regen Zulauf. Darum bemüht sich die Branche auch nach Kräften, legale Angebote zu etablieren und den Nutzern schmackhaft zu machen. Zumindest verzeichnen die Absatzzahlen legaler Downloads seit einiger Zeit passable Wachstumsraten. Im vergangenen Jahr nahmen die Verkäufe immerhin um das Doppelte zu. "Es ist als kleiner Erfolg zu werten, dass die Zahl der illegalen Downloads stabil bleibt, obwohl die Breitbandverbreitung zunimmt. Unser Kampf zeigt kleine Erfolge, aber nicht genug, damit legale Angebote so erfolgreich wären, wie es bei einem fairen Wettbewerb der Fall wäre", so Michalk.

In Deutschland begrüßt der Phonoverband die geplante Initiative Musik, die auch die Unterstützung des Staatsministers Bernd Neumann findet. Zugleich weist die IFPI aber auch neuerlich darauf hin, dass es einen besseren Schutz geistigen Eigentums geben müsse. Dabei liegt der Musikwirtschaft besonders die Eingrenzung der Privatkopie am Herzen. Kopien sollten laut IFPI nur vom eigenen Original und nicht durch Dritte erlaubt sein. Aufnahmesoftware für die gezielte Aufnahme einzelner Titel aus Internetradios wolle man verboten wissen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Stefan
am 19. Januar 2007, 08:25 Uhr
Kluger Plan
Dann sollte die Musiklobby konsequent sein und auch direkt den Auschluss von der gelben Post fordern, wenn jemand eine selbstgebrannte CD per Sneal Mail verschickt hat. Falls die Post nachweislich weiterhin verschickt, wird diese ebenfalls verklagt. Persönlichkeitsrechte scheinen die Lobby nicht mehr zu interessieren wenn es um den Profit geht.
 
von Daniel
am 19. Januar 2007, 10:09 Uhr
Zustimmung
Könnte man nicht auch die z.B. Münchner Verkehrsbetriebe verklagen wenn ich meinem Kumpel ne CD vorbeibringe und dabei den ÖPNV nutze?
Da lässt sich doch bestimmt nen Beihilfe- oder Anstiftungsparagraph finden.....
 
von Fritz
am 19. Januar 2007, 10:49 Uhr
AW: Zustimmung
Darf denn Dein Kumpel die von Dir persönlich gekaufte CD überhaupt hören? Muss er sich nicht seine eigene kaufen? Was passiert, wenn sich einer eine CD kauft und diese jeden Tag einem anderen Kumpel gibt?
 
von Fritz
am 19. Januar 2007, 10:41 Uhr
Musik-Piraterie-Raub
Das deutsche Strafrecht kennt den Tatbestand der Piraterie nicht. Ein Raub setzt die Anwendung von Gewalt gegen eine Person oder doch zumindest die Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben voraus, um die Wegnahme einer fremden, beweglichen Sache zu ermöglichen.

Zitat-- Aufnahmesoftware für die gezielte Aufnahme einzelner Titel aus Internetradios wolle man verboten wissen.--Zitat Ende

Und was passiert mit Radio-Cassettenrecorder? Wird mit denen nicht aufgenommen?

Und wann wird nun endlich das Summen eines Liedchens im Omnibus verboten. Es handelt sich dabei ja um eine öffentliche Aufführung.

 
von Detlef
am 19. Januar 2007, 17:20 Uhr
Musikindustrie = Raubrittertum
Wann lernt die Musikindustrie endlich, dass das Angebot die Nachfrage regelt? Solange die Preise künstlich hochgehalten werden wird es auch immer Alternativen zur Beschaffung geben! Es geht doch nicht an, dass der legale Download einer Musik-CD sogar noch teurer ist als diese im Laden zu kaufen.

 
von no-name
am 21. Januar 2007, 11:22 Uhr
AW: Musikindustrie = Raubrittertum
es geht nicht darum, euch günstig musik zu verschaffen, sondern das jeder nur teuer zu musik gelangt, und die musikindistrie damit den großen reibach macht.

die eigentlichen rechteinhaber gehen heute schon leer aus oder nur mit spaß beträgen. daran wird sich auch in zukunft nix ändern.

gesteuert wird das alles von den vier großen musiklabels, denn die wollen an jedem musiktitel, den irgendwer irgendwo hört, verdienen!

man kann nur hoffen, das die eigentlichen rechteinhaber (künstler) eines tages aufwachen, und ihre werke ohne dieser abzocker industrie wieder veröffentlichen. denn sonst gibt es kunst nur noch gegen bares.

 
von ratflat
am 21. Januar 2007, 15:21 Uhr
AW: AW: Musikindustrie = Raubrittertum
Letztlich kann man den Künstlern keine Vorwürfe machen. Schließlich sind diese auf die Promotion von Seiten der Labels angewiesen, da sie sonst keinerlei Bekanntheitsgrad erreichen würden.

Eine Lösung von Seiten der Künstler (sprich: Eigenvertrieb) würde das Problem als solches ebenfalls nicht lösen, da trotzdem illegale Kopien im Internet landen würden und wieder höheren Absatz als die legalen erzielen würden. Abgesehen davon fehlen den wirklich unbekannten Bands schlicht und ergreifend die finanziellen Mittel, um gleichzeitig die Werbetrommel zu rühren und die Gestaltung der CD (Design, Pressen, Produktion) selbst zu übernehmen / zu veranlassen. Natürlich wird die Unwissenheit von Newcomern von den Plattenfirmen schamlos ausgenützt, aber solange es keine realistische Alternative gibt, bleibt jungen Bands schlicht und ergreifend nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen.

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