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Schweizer Regierung will Hilfe beim Staatstrojaner

Martin Fiutak
|
05.03.07, 09:12 Uhr
Antivirensoftware-Hersteller sollen Lücken für behördliche Malware offen halten

In der Schweiz könnten Hersteller von Antivirenprogrammen künftig gezwungen werden, dem Staat beim Hacken von Computern behilflich zu sein, berichtet die "Schweizer Sonntagszeitung". Es sei wahrscheinlich, dass Sicherheitsfirmen bald gebeten werden, Sicherheitslücken offen zu halten und dafür zu sorgen, "dass Virenscanner beim Staatstrojaner nicht anschlagen", sagt Magnus Kalkuhl, ein Virenspezialist des russischen Unternehmens Kaspersky Lab.

In Deutschland ist es bereits gang und gäbe, dass sich staatliche Stellen derselben Mittel bedienen wie kriminelle Hacker. Geheimdienste suchen auch immer wieder nach direkter Unterstützung aus der Hackerszene, beispielsweise aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs. "Einige Mitglieder des Clubs arbeiten für Sicherheitsfirmen und berichten regelmäßig von geheimen Gesprächen zwischen staatlichen Stellen sowie Antiviren-Firmen und Herstellern von Betriebssystemen", sagt Frank Rosengart, der Sprecher des Clubs. Mindestens zweimal hätten Geheimdienstler bereits versucht, Hacker des Clubs anzuwerben, damit diese ihnen bei der Entwicklung von Trojanern behilflich sein könnten. Maßgeschneiderte Trojaner in geringer Auflage seien selbst für Spezialisten kaum aufzuspüren, meint Rosengart.

Auch jetzt schon kooperieren Antivirensoftware-Hersteller und Behörden miteinander. So kommt es, laut Rosengart, nicht selten vor, dass Software-Firmen kaum bekannte Sicherheitslücken noch kurze Zeit für die Behörden offen halten, damit diese Trojaner zur Spionage einsetzen können. Darüber, inwieweit Hersteller mit den Behörden kooperieren, geben die meisten Unternehmen nur ungern Auskunft. Symantec hält nach eigener Aussage "die Gesetze der Länder ein, in denen wir Geschäfte tätigen", doch zu gewollten Sicherheitslücken gibt das Unternehmen kein Statement ab. Fraglich bleibt, inwieweit Online-Durchsuchungen von PCs die Ermittlungen erleichtern und ob nicht der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte diese Erfolge wieder aufhebt.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Lutz
am 5. März 2007, 09:36 Uhr
Demokratie und Verbrechen
Toll wie der Staat von Verbrechern lernt. Am besten wir vergessen den Begriff Demokratie, denn der hat in der Bundesrepublik wahrlich nichts mehr verloren. Hier wird gelogen und betrogen das sich die Balken biegen. Und die Regierung versucht nur ihr privates Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Pfui
 
von Mars
am 5. März 2007, 15:10 Uhr
AW: Demokratie und Verbrechen
Ja - der Staat und sein Gewaltmonopol.
Irgendwann ist es so weit und man muß sich gegen seinen eigenen Statt schützen. Das ist paradox und pervers.
 
von Rainer Gaiß
am 5. März 2007, 18:54 Uhr
AW: AW: Demokratie und Verbrechen
Tja, früher hat der Staat seine Bürger geschützt, heute müssen sich die Bürger vor ihrem Staat schützen.

Es ist zwar gewagt, unsere Politiker in die Nähe von Verbrechern zu bringen, leider trifft es aber den Kern.

Wen soll man jetzt eigentlich noch wählen, nachdem es keine demokratischen Parteien mehr gibt?

 
von Leser
am 6. März 2007, 07:44 Uhr
Die Zukunft schon heute lesen...
Schon mal MASTERCODE von Scott McBain gelesen?
 
von Wieso?
am 7. März 2007, 12:09 Uhr
Demokratie und Verbrechen
Offensichtlich wird jetzt Kriminalität legalisiert, wenn uns der Staat jetzt schon vormacht wie man da vorgeht.
Tschüss Demokratie!!!

Save the worls, kill yourself!

 
von feuermann
am 7. März 2007, 19:58 Uhr
Staatstrojaner
Ich bin Computerfachmann. Auch für privat. Ich habe stark den Verdacht, auf diversen Rechnern ausländischer Mitbürger schon diverse "Staatstrojaner" entdeckt bzw entfernt zu haben. Diese vermaledeiten Dinger aus z.B Equador, Venezuela, Nadaland, Fidji und Nordkorea treten ja seit geraumer Zeit gehäuft auf.
Ist es z.B gewährleistet, daß ein deutscher oder schweizer Staatstrojaner wenigstens im Land bleibt oder vermehrt der sich dann auch weltweit, wie die aus Südamerika, Korea und China?
 
von Peter
am 23. April 2007, 01:13 Uhr
Schweizer Regierung will Hilfe beim Staatstrojaner
Hallo,
ich verstehe die ganze Aufregung manchmal nicht.
Es gibt so viele Möglichkeiten sich zu schützen das ich manchmal lachen muss.
Es gibt doch so schöne kleine Kärtchen,
es gibt doch genug externe Platten die man jederzeit vom Netz nehmen kann.
Man kann auch zwei Computer nehmen und einer der kaum Speicher hat macht Internet und die Datenverarbeitung macht der andere.
Dann gibt es noch Internetcafes, Steganografie, Verschlüsseln, und noch diverses.
Gruß Peter
 
von Michael Rabe
am 4. Mai 2007, 15:00 Uhr
Orwellisierung der Welt
Ich arbeite zur Zeit in Saudi Arabien, Objekt im Focus der "Grossen", dank des Öls und der verarbeitenden Industrie.

Wenn ich an die Grenze des Landes komme, spricht mich der Grenzbeamte bereits mit dem Vornamen an, weil er aufgrund des gescannten Kennzeichens alle meine persönlichen Daten auf dem Schirm hat.

Zu Zeiten der Nazis, der STASI waren gigantische Apparate mit Menschen notwendig, um Ergbnisse dieser Art zu erzielen. Moderne IT schafft diese Möglichkeit ohne nennenswerten Personaleinsatz, wenn man von der Anfangsinvestition absieht.

Offensichtlich kam mit der Möglichkeit auch die Versuchung. Alle bis dato definierten Wertvorstellungen von Freiheit und Menschenwürde stehen dem immer mehr nach, leiden unter Wertverlust.

Wer in Frankfurt mit dem Flugzeug aus dem Ausland landet, tut gut daran, sein Intimpiercing und auch die Metallteile aus dem Büstenhalter zu entfernen, weil sonst die entsprechend verantwortliche "Maschine" "Volldurchsuchung" anordnet, alternativ ist ein "Platzverweis" von der örtlichen Polizei hinzunehmen.

Ist mir widerfahren, vor ein paar Tagen. Wohl gemerkt, einem unbelasteten, unschuldigen Bürger, der einfach seiner Arbeit nachging.

Es wird Zeit, den Machthabern Einhalt zu gebieten, Grenzen aufzuzeigen, zu erinnern, was Menschenwürde bedeutet.

Artikel 1 GG lässt grüssen, zur Erinnerung an Schäuble, Saudi Aramco, Haliburton und co.

Michael Rabe
www.Aristaios.com

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