CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Der Wochenrückblick in Bildern
ANZEIGE
Toolkit Spyware
Spyware ist die perfideste Malware. Ihr erklärtes Ziel ist es, unentdeckt zu bleiben. Herkömmliche Schutzmaßnahmen greifen daher oft nicht. Immer häufiger sehen die Cyberkriminellen auch Firmen als lohnendes Ziel. Das ZDNet-Toolkit zeigt erfolgreiche Abwehrmaßnahmen.
 
 

FBI schleust Trojaner zur Online-Durchsuchung ein

Britta Widmann
|
19.07.07, 13:58 Uhr
Antiviren-Hersteller werden verdächtigt, mit Behörden zusammenzuarbeiten

Hierzulande ist die heimliche Online-Durchsuchung noch umstritten, in den USA wird sie bereits praktiziert. Wie jetzt in einem konkreten Fall bekannt wurde, schleust das FBI eigens entwickelte Trojaner auf Computer strafverdächtiger Personen ein. Ein richterlicher Durchsuchungsbefehl, der den Eingriff auf dem Computer eines amerikanischen Schülers genehmigte, ist nun an die Öffentlichkeit gelangt. Das FBI schleuste die Spyware auf dem PC des jungen Mannes ein, nachdem er mehrere Bombendrohungen über die Kommunikationsplattform Myspace verschickt hatte.

Die vom FBI eingesetzte Spyware namens Cipav (Computer and Internet Protocol Address Verifier) durfte dem richterlichen Beschluss zufolge nur die IP-Adresse des Anwenders sowie eine Liste über die laufenden Programme, Benutzerinfos aus Registry-Einträgen und aufgespürte Seriennummern von installierter Hard- und Software übermitteln. Da zu diesem Zweck aber die gesamte Festplatte durchsucht werden muss, gilt als wahrscheinlich, dass die Spyware technisch auch in der Lage ist, Informationen über Dokumenteninhalte und Online-Kommunikationsvorgänge an die Ermittler weiterzuleiten.

Ebenfalls unklar ist die Frage, wie die FBI-Spyware es schaffte, sich an installierter Firewall und Antivirenprogrammen vorbeizuschleusen. In diesem Zusammenhang geraten zunehmend auch etablierte Antiviren-Hersteller unter Verdacht, mit den Behörden für derartige Geheimmissionen zusammenzuarbeiten. Werden die Signatur-Datenbanken auf das Auftauchen eines derartigen Spyware-Programmes "vorbereitet", würde die Spyware auf dem Computer unentdeckt bleiben. Bisher haben aber alle etablierten Security-Anbieter offiziell stets versichert, dass auch für Behörden keine Ausnahmen gemacht werden.

tags iconTags: spyware
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
1 von 1 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.

Lesermeinungen zum Artikel

 
von Lutz
am 19. Juli 2007, 14:10 Uhr
Trajaner
Ich bin sicher, dass das in Deutschland auch schon Gang und Gebe ist.
Es wurde ja schon die Internetüberwachung bestätigt. Na ja man sollte dem Sender der Trojaner eine nette Antwort zukommen lassen - vielleicht auch mal ein paar nette Spyprogramme.
 
von hnks
am 19. Juli 2007, 15:16 Uhr
Netzueberwachung
ich gehe vielmehr davon aus, dass die regierung mit der telekom zusammenarbeitet, da die telekom ja eindeutig bestimmen kann, wer welche ip bekommt ... und dementsprechend auch den datenverkehr abhoeren kann. fuer schaeuble waere es also viel sinnvoller einen partner zu haben, der direkt an der quelle sitzt. warum also einen bundestrojaner bauen lassen?? ich denke, dass das nur zur ablenkung in der oeffentlichkeit besprochen wird.
 
von Ray
am 19. Juli 2007, 17:00 Uhr
AW: Netzueberwachung
Dass die übers Internet gesendet Daten nicht 100 Prozent sicher sind ist wohl kein Geheimnis mehr, aber mit dem Trojaner kann neben dem Netzverkehr eben auch noch die gesamte Festplatte durchsucht werden!
 
von S.R.
am 23. Juli 2007, 13:02 Uhr
AW: Netzueberwachung
Ich gehe davon aus, dass der "Bundestrojaner" zusätzlich entwickelt werden soll. Wenn diese "einfache" Methode dann nicht funktioniert, weil man jemanden geraden ist der seinen PC kennt und dem Trojaner auf die Schliche kommt, dann wird man natürlich an die Quelle gehen, was aber ja dann erstmal mehr Aufwand verursacht, da die Quelle nicht aus eigenem Haus ist.

Viren- und Trojaner-Scanner scannen ja nur nach bekannten "Mustern". Wenn der Bundestrojaner nicht bekannt ist, dann schlägt natürlich auch kein Scanner an. Insofern kann man den Scanner-Entwicklern nicht unbedingt einen Zusammenarbeit mit den Behörden vorwerfen - noch nicht.

 
von Markus Schneider
am 19. Juli 2007, 22:57 Uhr
Sinnvoll ?
Man kann ja geteilter Meinung über Privatsphäre sein und ich denke CCC wird jetzt wieder Gas geben, aber es ist wichtig, daß man der organisierten Kriminalität einen Schritt voraus ist. Es ist eine Ehre solche "tools" nicht gegen legale User zu benutzen.
 
von Jens Bücher
am 19. Juli 2007, 23:51 Uhr
AW: Sinnvoll ?
Ich brauche diese Stasilumpen nicht, dass hatten wir alles schon mal, nur in etwas anderer Form, Stasi NEIN DANKE!

Im übrigen besteht die Gefahr, dass viele Antivirusprogramme u. zusätzliche Firewalls meiden werden u. was das für unsere Sicherheit im Netz bedeutet brauche ich wohl nicht zu erwähnen!

 
von ulli
am 20. Juli 2007, 03:18 Uhr
AW: Sinnvoll ?
Ja Herr Schäuble!!!

menno was für ein Mist wurde hier gepostet...
Privatsphäre "jibbetnicht" oder wie?

sers

 
von Peter
am 20. Juli 2007, 04:44 Uhr
AW: Sinnvoll ?
Das verfassungsrechtlich Bedenkliche an der Sache ist ja gerade, dass man -- wenn man es sich einfach macht -- erst nach der Schnüffelei weiß, dass diese unangebracht war.
 
von it-expert
am 20. Juli 2007, 10:52 Uhr
AW: Sinnvoll ?
Man kann eben nicht geteilter Meinung sein. Diese Art der Überwachung reisst ein viel zu großes Loch in die Sicherheit der IT-Systeme und ist, international gesehen, ein Einfallstor für Industriespionage.
 
von ich glaube alles
am 22. Januar 2008, 05:28 Uhr
AW: AW: Sinnvoll ?
terroristen, paederasten, politisch
missliebige, sind sand fuer volkes augen. damit lassen sich keine
grossen geschaefte machen. dieser
sand verdeckt die wahren absichten.
sehr richtig: industrie, wirtschaft,
universitaeten sind die ziele.
 
von Wolfgang S.
am 23. Juli 2007, 12:04 Uhr
Sie haben nichts zu befürchten
Meine Herren,
bleiben Sie doch mal auf dem Boden der Tatsachen. Sie als deutsche Staatsbürger haben doch überhaupt nichts zu befürchten.

Gruß
Wolfgang

 
von Pit
am 1. Januar 2008, 14:46 Uhr
AW: Sie haben nichts zu befürchten
Ich habe nichts zu Befürchten? Ausser daß es Lücken für "Behörden"-Software gibt, die bald auch jeder Hacker zur Spionage verwenden kann.
 
von webuser
am 7. September 2007, 10:49 Uhr
zur derzeit technischen machbarkeit der online durchsuchung
lesen sie folgenden link, ein artikel von hrr-strafrecht.de:
http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/07-04/index.php?sz=8
 
von Bernd
am 3. Oktober 2007, 15:50 Uhr
Deinstallation
und wenn Nichts gefunden wurde, wer entfernt den Trojaner wieder?
Kommt dann das freundliche FBI/BKA vorbei und deinstalliert den Trojaner oder verbleibt dieser für immer und ewig auf dem Rechner?

Dumm gelaufen, wenn jemand anderes darauf kommt ...

ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
  • News
  • Artikel
  • Videos
  • Bilder
Lesermeinungen in News »

19. März 2010, 19:11 Uhr
das ...

... hört sich zumindest nach einem etwas anderen Ansatz als TwiFaceBuzz an, ist mehr » mehr...

zu Apple arbeitet an Social-Networking-Dienst "iGroups"

19. März 2010, 18:00 Uhr
Vorraussichtlich aus China?

"Google zieht sich am 10. April voraussichtlich aus China zurück." Aha? Da wir ja » mehr...

zu Google zieht sich voraussichtlich am 10. April aus China zurück

19. März 2010, 16:31 Uhr
Wegelagerei

Wenn die Telekom für sowas mehr Kohle von den Anbietern haben will so müsste im Umkehrschluß » mehr...

zu Bericht: Telekom will Geld von Anbietern datenintensiver Webdienste

Top-Themen bei ZDNet

Android gegen WM 6.5: Welches OS wird gewinnen?

Windows Mobile ist seit vielen Jahren im Markt etabliert. Doch Android schickt sich an, Microsoft Marktanteile... » mehr

Google Chrome: nützliche Add-ons und Alternativen

Zahlreiche Erweiterungen erhöhen die Funktionalität von Chrome. Mit einem Tool lässt sich der Datensammelleidenschaft... » mehr

ACTA-Abkommen: lückenlose Überwachung im Internet

In geheimen Beratungen haben 39 Staaten das ACTA-Abkommen verhandelt. Jetzt kommen die Details ans Licht.... » mehr