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Blackberry-Spyware ermöglicht Fernsteuerung per SMS-Befehl

Elinor Mills, Stefan Beiersmann
|
08.02.10, 10:49 Uhr
Ein Angreifer kann beispielsweise Nachrichten und Kontaktdaten stehlen. Zudem lässt sich die Position eines Nutzers via GPS ermitteln. Der Autor des Exploit Code hält RIMs Sicherheitsvorkehrungen für unzureichend.

Tyler Shields, leitender Sicherheitsforscher von Veracode Research Lab, hat eine Spionagesoftware für Blackberry entwickelt. Sie ermöglicht es, Befehle per SMS an ein Smartphone von Research In Motion zu versenden und Daten wie Kontaktinformationen oder SMS zu stehlen.

Um den Exploit Code zu schreiben, habe er ein Application Programming Interface (API) verwendet, das Entwicklern von Mobilfunkprovidern zur Verfügung gestellt werde, erklärte Shields im Vorfeld eines Vortags auf der Sicherheitskonferenz ShmooCon. Mit der TXSBBSpy genannten Spyware könne er Anruflisten auslesen, per GPS die aktuelle Position eines Blackberry-Nutzers bestimmen und das Mikrofon des Smartphones einschalten, um Gespräche abzuhören und aufzuzeichnen.

Zuvor muss der Exploit allerdings auf einen Blackberry aufgespielt werden. Dazu kann ein Angreifer laut Shields sein Opfer auf eine manipulierte Website locken, über die die Software heimlich installiert wird. Es sei auch möglich, den Schadcode in einer vermeintlich legitimen Anwendung zu verstecken, die über RIMs App Store angeboten werde, so der Sicherheitsexperte.

Shields zufolge verfügt die Blackberry-Plattform über zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen, um Nutzer vor Angriffen mit Spyware zu schützen. Sie seien allerdings unzureichend, da sie Anwendungen in der Voreinstellung vertrauten. Zudem schützten die verwendeten Sandboxing-Technologien Anwendungen nur vor anderen Apps und nicht vor Zugriffen auf Nutzerdaten.

In der vergangenen Woche hatte ein Schweizer Forscher vor spionierenden iPhone-Apps gewarnt. Shields sieht Parallelen zu den Entdeckungen seines Kollegen. Seiner Ansicht nach lassen sich die Angriffe auch auf andere mobile Plattformen übertragen.

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