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Microsoft wegen irreführender Vista-Werbung verklagt

Colin Barker, Stefan Beiersmann
|
05.04.07, 13:21 Uhr
Vorwurf: PCs mit "Vista-ready" können nicht alle Funktionen nutzen

Eine am Donnerstag in Seattle eingereichte Sammelklage wirft Microsoft irreführende Werbung für das neue Vista-Betriebssystem vor. In der Klage wird unterstellt, dass die Marketingkampagne für Vista potentielle Käufer absichtlich täuschen soll.

Ein Computer darf als "Vista-ready" bezeichnet werden, wenn dieser mindestens Vista Home Basic ausführen kann. Diese Version enthalte jedoch nicht die meisten der beworbenen Kernfunktionen von Vista. Hat ein PC 512 MByte Hauptspeicher, einer 800-MHz-CPU und einem DirectX-9-Grafikadapter, kann er als Vista-capable eingestuft werden. Laut der Klage gibt es keinen vernünftigen Grund für Microsoft, anzunehmen, dass die Zielgruppe des Vista-Marketings die Systemvoraussetzungen versteht. Auch kläre die Werbung nicht darüber auf, dass ein vistafähiger Computer außerstande sein könnte, einige Vista-Funktionen wie den Aero-Desktop auszuführen.

"Konsumenten wurde fälschlicherweise glaubhaft gemacht, dass sie mit einem Upgrade ein grundlegend verändertes Betriebssystem mit den beworbenen Features erhalten", heißt es in der Klageschrift. Besonderer Bezug wird auf das Express-Upgrade-Programm genommen, mit dem man von XP Home zu Vista Home Basic upgraden kann. "Dies ist nur ein Upgrade auf den Namen Vista, aber nicht auf die Funktionalität".

Microsoft hält dem entgegen, dass das Unternehmen umfangreiche Anstrengungen unternommen habe, um die Verbraucher über die Hardwareanforderungen für Vista zu informieren. "Wir haben mit viel Aufwand Hersteller, Händler und Verbraucher über die Anforderungen der verschiedenen Vista-Versionen informiert", erklärte Microsoft. "Diese gut dokumentierten Bemühungen waren Teil des Vista-capable-Programms. Wir freuen uns schon darauf, dies dem Gericht vortragen zu können und auch zu den anderen Vorwürfen Stellung nehmen zu können."

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von overfiend
am 6. April 2007, 10:34 Uhr
wer kann das wirklich wissen?
wer kann das auch wirklich alles wissen? zwar ist home premium die beliebteste vista-version, sodass nur wenige kunden wirklich die home-basic-enttäuschung erleben werden. und viele der ganz frühen vista-käufer, die das betriebssystem ohne computer gekauft haben, werden sich schon ein wenig damit auskennen.

aber letztlich sehe ich es genau so wie in der klage beschrieben: otto normalverbraucher hat, wenn er nicht im handel korrekt beraten wird, keine möglichkeit, die folgen von vista ready oder vista capable im zusammenhang mit der vorhandenen hardware richtig einzuschätzen.

 
von Bernd Sommer
am 7. April 2007, 10:55 Uhr
Tablet PC - Vista capable?
Mein Asus UMPC R2H hat den Aufkleber "Windows Vista capable". Ich habe die Upgrade-Berechtigung wahrgenommen, vor Wochen kompliziert bestellt und heute die Ankündigung erhalten, dass innerhalb weniger Wochen mit dem Eintreffen gerechnet werden könne. Ich habe bestellt, obwohl ich gelesen habe, dass Vista noch Probleme mit dem sehr wichtigen Feature des UMPC habe, nämlich den Fingerprint-Sensor nicht erkenne. Ob ich es wage, Vista zu installieren, weiß ich noch nicht. Ich denke auch, dass MS irreführend wirbt. Richtig zuvorkommend oder rechtlich vorsichtig wäre es gewesen, Vista überhaupt nur für neue High End Geräte anzukündigen.
 
von Andreas
am 8. April 2007, 18:07 Uhr
Richtig so!
Als ich letztens bei Saturn war habe ich mich auch schon gefragt warum auf den PC das Visat Logo klebt aber die dort installierten Vista Versionen nicht korrekt die neue Oberfläche darstellen können?!
Da ich ein wenig Ahnung von Computern habe, kann ich damit eigentlich leben, nur wenn man an die Einsteiger denkt ist die Werbung wirklich irreführend. Hoffentlich läuft die Klage erfolgreich für die Kläger.
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