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Intel führt mit jahrelanger Verspätung neue Itanium-Prozessoren ein

Christoph H. Hochstätter
|
09.02.10, 17:55 Uhr
Die 65-Nanometer-"Itanics" schaffen 1,86 GHz im Turbo-Boost-Modus. Nur wenige Hersteller bauen Systeme mit Itanium-CPUs. Intel positioniert die Chips für High-Availability-Systeme und veröffentlicht keine Benchmarks.

Umfrage

Verhelfen die Tukwila-CPUs der Itanium-Architektur diesmal zum Durchbruch?
  • Ja, die neuen Chips überzeugen.
  • Nein, einmal Itanic, immer Itanic.

Intel hat nach jahrelangen Verzögerungen die nächste Generation seiner Itanium-Prozessoren vorgestellt. Die neuen CPUs mit dem Codenamen Tukwila sind für den Einsatz in missionskritischen Server positioniert, bei denen Leistung ein sekundäres Kriterium ist. Benchmarks veröffentlichte der Hersteller nicht.

Die Prozessoren werden im 65-Nanometer-Verfahren gefertigt. Sie besitzen zwei oder vier Cores mit je zwei Threads pro Kern. Die Taktraten reichen von 1,33 GHz bis 1,73 GHz. Wie bei der Nehalem-Architektur kann ein Turbo-Boost-Modus genutzt werden. Damit sind kurzfristig 1,86 GHz möglich. Die CPUs nutzen grundsätzlich dieselben Chipsätze wie Nehalem-EX-Prozessoren. Allerdings sind Tukwila-Chips nicht Plug-kompatibel zu Nehalem-Ex-Modellen.

Experten bezweifeln, dass sich die leistungsschwachen CPUs auf dem Markt durchsetzen werden. Unisys hat als einer der letzten OEMs im Februar 2009 angekündigt, keine Server mit Itanium-Prozessoren mehr zu bauen. Die Architektur gilt als gescheitert.

Itanium-Prozessoren nutzen einen VLIW-Befehlssatz. Trotz einst großer Hoffnungen in diese Architektur, die als Nachfolger von RISC-Prozessoren galten, überzeugten praktische Implementierungen bisher nicht. Die schlechte Performance und mehrfach verspätete Launchtermine brachten dem Itanium den Spitznamen "Itanic" ein.

Intel versucht die neue Tukwila-Generation für Hochverfügbarkeitssysteme zu positionieren, indem es Features wie das Lockstepping zweier Cores herausstellt. Mittlerweile haben sich jedoch andere Fehlertoleranzprinzipien etabliert, die den Ausfall eines ganzen Servers wegstecken können. So lassen sich preiswerte und schnellere x86-Systeme oder Power-PC-Architekturen in High-Availability-Umgebungen nutzen.

Wichtigster Abnehmer für Itanium-CPUs bleibt Hewlett-Packard, das als einziges angekündigt hat, innerhalb von 90 Tagen fertige Systeme zu produzieren. HP stellt Itanium-Rechner für den Betrieb mit OpenVMS her. Das Legacy-Betriebssystem gilt bei seinen Anhängern als besonders ausfallsicher, was von Fachleuten jedoch bezweifelt wird.

Die Itanium-Tukwila-CPUs im Überblick

Modell Cores/Threads L3-Cache Takt Takt mit Turbo-Boost Preis
9350 4/8 24 MByte 1,73 GHz 1,86 GHz 3838 Dollar
9340 4/8 20 MByte 1,60 GHz 1,73 GHz 2059 Dollar
9330 4/8 20 MByte 1,46 GHz 1,60 GHz 2059 Dollar
9320 4/8 16 MByte 1,33 GHz 1,46 GHz 1614 Dollar
9310 2/4 10 MByte 1,60 GHz - 946 Dollar

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Lesermeinungen in News »

19. März 2010, 19:11 Uhr
das ...

... hört sich zumindest nach einem etwas anderen Ansatz als TwiFaceBuzz an, ist mehr » mehr...

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19. März 2010, 18:00 Uhr
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