CBS INTERACTIVE BUSINESS SITES: ZDNET.DE | SILICON.DE
BEI SILICON.DE: Der Wochenrückblick in Bildern
ANZEIGE
 

RIAA gewinnt Urheberrechtsstreit gegen Usenet.com

Greg Sandoval, Stefan Beiersmann
|
01.07.09, 16:07 Uhr
Dem Urteil zufolge ist der Zugangsanbieter für Urheberrechtsverletzungen seiner Kunden verantwortlich. Weil Usenet.com Beweismaterial vernichtet haben soll, wird es nicht durch die "Safe Harbor Provision" des DMCA geschützt.

Die Record Industry Association of America (RIAA) hat ihren seit Oktober 2007 laufenden Rechtsstreit gegen Usenet.com gewonnen. Nach Ansicht des US-Bezirksrichters Harold Baer hat Usenet.com als Zugangsanbieter direkt, unterstützend und stellvertretend gegen das Urheberrecht verstoßen.

Der Richter hat entschieden, dass sich Usenet.com nicht auf das sogenannte Betamax-Urteil berufen kann. Demzufolge sind Unternehmen nicht für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich, wenn ihre Geräte oder Dienste auch für illegale Zwecke eingesetzt werden können. Im Unterschied zu Sony, dem Anbieter des Betamax-Videosystems, pflege Usenet.com als Zugangsanbieter eine andauernde Beziehung zu seinen Kunden und habe somit auch ein Mitspracherecht bei der Nutzung seines Angebots, so Baer.

Darüber hinaus erkannte der Richter Usenet.com auch die sogenannte "Safe Harbor Provision" des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) ab. Die Ausnahmeregelung besagt, dass Anbieter von Internetdiensten nicht für illegale Handlungen ihrer Nutzer verantwortlich sind. Seine Entscheidung begründete er damit, dass Usenet.com vorsätzlich Beweismaterial vernichtet und falsche Informationen zur Verfügung gestellt habe. Zudem habe das Unternehmen versucht, Mitarbeiter nach Europa zu versetzen, um Zeugenaussagen zu verhindern.

Das Usenet wird seit rund 20 Jahren genutzt, um Informationen und auch Binärdateien zu verteilen. Es ist damit deutlich älter als die heute bekannten Peer-to-Peer-Netzwerke. Usenet.com stellt seinen Kunden einen Zugang zum Usenet zur Verfügung. In ihrer Klage hatte die RIAA dem Unternehmen vorgeworfen, Kunden mit dem Versprechen angelockt zu haben, sie erhielten für einen monatlichen Preis von bis zu 19 Dollar "Zugang zu Millionen MP3-Dateien".

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
2 von 2 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.
ANZEIGE

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews
 
ANZEIGE
  • News
  • Artikel
  • Videos
  • Bilder
Lesermeinungen in News »

19. März 2010, 19:11 Uhr
das ...

... hört sich zumindest nach einem etwas anderen Ansatz als TwiFaceBuzz an, ist mehr » mehr...

zu Apple arbeitet an Social-Networking-Dienst "iGroups"

19. März 2010, 18:00 Uhr
Vorraussichtlich aus China?

"Google zieht sich am 10. April voraussichtlich aus China zurück." Aha? Da wir ja » mehr...

zu Google zieht sich voraussichtlich am 10. April aus China zurück

19. März 2010, 16:31 Uhr
Wegelagerei

Wenn die Telekom für sowas mehr Kohle von den Anbietern haben will so müsste im Umkehrschluß » mehr...

zu Bericht: Telekom will Geld von Anbietern datenintensiver Webdienste

Top-Themen bei ZDNet

Android gegen WM 6.5: Welches OS wird gewinnen?

Windows Mobile ist seit vielen Jahren im Markt etabliert. Doch Android schickt sich an, Microsoft Marktanteile... » mehr

Google Chrome: nützliche Add-ons und Alternativen

Zahlreiche Erweiterungen erhöhen die Funktionalität von Chrome. Mit einem Tool lässt sich der Datensammelleidenschaft... » mehr

ACTA-Abkommen: lückenlose Überwachung im Internet

In geheimen Beratungen haben 39 Staaten das ACTA-Abkommen verhandelt. Jetzt kommen die Details ans Licht.... » mehr