Die indische Regierung will testen, ob der Sicherheitsdienst Research In Motions Messenger- und E-Mail-Services abhören kann. Über eine Million Nutzer wären von einer Blockade betroffen. Indien wird für RIM zum Präzedenzfall.

Research in Motion[1] (RIM) hat eine Sperre seiner Blackberry-Dienste in Indien vorerst abgewendet. Indiens Telekommunikationsministerium will die von RIM vorgeschlagene Lösung[2] für den Zugriff auf die verschlüsselten Daten 60 Tage prüfen, wie Bloomberg[3] berichtet.
Das Ministerium wolle herausfinden, ob sich RIMs Messenger- und Corporate-E-Mail-Services vom indischen Sicherheitsdienst abhören lassen, teilte Onkar Kedia, ein Sprecher des Heimatministeriums mit. Über eine Million Blackberry-Nutzer wären von einer Sperre betroffen.
"Wenn Blackberry ein solches Vorgehen in Indien zulässt, wird es dabei bleiben", sagte Romal Shetty, von der Indien-Abteilung der Unternehmensberatung KPMG[4]. "Diese Sache wird noch viele andere Länder betreffen."
Indien hatte RIM ein Ultimatum gestellt[5]: Bis 31. August sollte der kanadische Hersteller die Sicherheitsbedenken des Landes ausräumen. Auch Staaten wie Saudi-Arabien[6], die Vereinigten Arabischen Emirate[7] und der Libanon[8] haben Bedenken, dass die starke Verschlüsselung von RIMs Kommunikationsdiensten die Überwachung potenziell gefährlicher Nachrichten unmöglich macht.
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