Ein Topmanager von Amazon Web Services (AWS) hat in einem Interview die Ansicht geäußert, ein "Private Cloud"-Modell, in dem Firmen ihre Rechenzentren behalten und stark in Virtualisierung investieren, sei kein "echtes Cloudmodell". Manche IT-Anbieter steckten die bekannten Lösungen nur in eine neue Verpackung, mit einer Prise Cloud-artiger Features. "Wenn man so etwas als Cloud bezeichnet, verwirrt mich das", sagt Andy Jassy, Senior Vice President bei Amazon Web Services.
"Wenn man sich genau ansieht, was Anbieter von Private-Cloud-Systemen verkaufen, erkennt man, dass es sich einfach um ein internes Datenzentrum handelt, das virtualisiert wird und einige Verwaltungstools mitbringt. Unternehmen, die Private-Cloud-Systeme betreiben, verpassen alle Vorteile von Cloud-Computing", so Jassy bei einer Veranstaltung in Singapur.
Auf die Frage, warum dann Amazon seinen Dienst Virtual Private Cloud (VPC) gestartet habe, erwiderte Jassy, dieser sei für Unternehmen gedacht, die schon eigene Rechenzentren hätten und sie wie eine AWS-Cloud einsetzen wollten.
VPC verbindet lokale Ressourcen per VPN-Verbindung mit Amazon-Clouddiensten, bisher vor allem der Elastic Compute Cloud (EC2). Gestern hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass der Dienst nun auch in Europa verfügbar ist.


Lesermeinungen zum Artikel
Ob ich nun den Server bei einem Hoster miete, oder meine Infrastruktur dementsprechend umrüste, ist egal. Sobald ein Server zu einem virtuellen System mutiert, spricht man eigentlich von der Cloud.
Wichtig ist am Ende, wie ich den Sicherheitsaspekt des Kunden brücksichtige. Meine Kunden möchten ungern ihre Daten auf fremden Computern wissen, über die sie keine vollkommene Kontrolle haben.
Dann sollen das Produkt anders benennen.