Internetunternehmen sollen für die Nutzung der Telekom-Netze bezahlen. Die Gebühr soll sich nach der benötigten Bandbreite richten. Auch Telefónica und Vodafone suchen nach Modellen, um Inhalteanbieter zur Kasse zu bitten.
René Obermann, Chef der Deutschen Telekom[1], hat sich auf dem Investorentag seines Unternehmens für eine Gebühr ausgesprochen, die Anbieter datenintensiver Webdienste an Internetanbieter zahlen sollen. Wie das Manager Magazin[2] meldet, kann sich Obermann vorstellen, von solchen Unternehmen Geld für die Nutzung der Telekom-Netze zu verlangen.
Der Chef des größten europäischen Telekommunikationsanbieters bezeichnet die Beziehung zu Firmen wie Google[3] als "Co-opetition", also eine Mischung aus Kooperation und Wettbewerb. Dem Bericht zufolge sind allerdings die Einnahmen aus diesen Partnerschaften bislang recht einseitig verteilt, da die Telekom zwar die Infrastruktur bereitstellt, jedoch nicht vom Erfolg der Internetunternehmen profitiert.
"Wir können nicht alles umsonst anbieten", sagte Obermann. "Zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen." Der Plan sehe vor, dass sich die Kosten für die Anbieter, beispielsweise Filmstudios die ihre Videos ins Internet stellen, nach der benötigten Bandbreite richten. Je mehr Traffic ein Dienst verursacht, desto höher sollen die Gebühren ausfallen.
Neben der Deutschen Telekom denken dem Manager Magazin zufolge auch andere Provider über eine Gebühr für Inhalteanbieter nach. Demnach suchen O2-Mutterkonzern Telefónica[4] und Vodafone[5] derzeit nach Geschäftsmodellen, um Anbieter von Webdiensten zur Kasse zu bitten. Einen Zeitplan für die Umsetzung der Pläne gibt es nicht.
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