Die ICM Registry hat erfolgreich Widerspruch gegen eine Entscheidung von 2007 eingelegt. Die Antragsteller wollen mit der .xxx-Domain die Selbstkontrolle unter Porno-Anbietern fördern. Kritik kommt von Familienverbänden und Bürgerrechtlern.

Am kommenden Freitag wird die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN[1]), die oberste Web-Verwaltung, erneut über den Vorschlag der Organisation ICM Registry[2] diskutieren, eine Porno-Domain einzuführen. Nach dem Willen der ICM Registry sollen Seiten mit pornografischen Inhalten künftig statt oder zusätzlich zu einer .com-Domain eine .xxx-Domain erhalten.
In einem Telefoninterview[3] sagte ICM-Präsident Stuart Lawley, dass sein Einspruch gegen die Ablehnung[4] der ICANN von 2007 erfolgreich war. Das habe den Weg für eine erneute Prüfung des Vorschlags geebnet. Die Einführung einer Porno-Domain war davor bereits 2000 und 2006 von der ICANN abgelehnt worden.
Lawley erklärte in dem Interview: "Es ist kein großes Geheimnis, dass es viele jugendgefährdende Inhalte im Internet gibt. Es ist nicht meine Aufgabe und auch nicht die Aufgabe der .xxx-Domain, diese zu beseitigen." Er hoffe, "dass Anbieter von Erwachsenen-Unterhaltung sie zu ihrer Wunsch-Domain machen, wegen der Vorteile, die sie bietet."
Die .xxx-Domain sei ein Versuch der glaubwürdigen Selbstkontrolle, indem man mit anderen Betroffenen zusammenarbeite. Websites für Erwachsene unter der .xxx-Domain würden sich an strikte Vorgaben halten wie dem Verbot von Kinderpornografie und von Schadsoftware. Betreiber müssten diese Sites mit maschinenlesbaren Tags kennzeichnen. Dadurch entstehe eine "Win-Win-Win-Situation" für Anbieter, Kunden und Eltern, die ihre Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten schützen wollten.
Einwände gegen die Porno-Domain gab es schon 2005. Das konservative amerikanische Family Research Council argumentierte damals[5], dass Anbieter "durch die .xxx-Domain noch mehr Möglichkeiten bekommen, unsere Haushalte, Bibliotheken und die gesamte Gesellschaft mit Pornografie zu überschwemmen."
Bürgerrechtsgruppen wie die American Civil Liberties Union (ACLU[6]) befürchten, dass auch politisch missliebige Inhalte in eine .xxx-Domain gezwungen werden könnten. Ein Sprecher sagte 2004: "Es gibt Staaten auf der ganzen Welt, die ganz gewiss versuchen werden, Websites in die .xxx-Domain zu treiben, oder Sites zu sperren, die sie als irgendwie anstößig ansehen."
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