Ein Gericht in Italien hat drei Google-Manager zu Haftstrafen von jeweils sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Grund dafür ist ein im Jahr 2006 von Jugendlichen auf YouTube hochgeladenes Video, in dem zu sehen ist, wie ein behinderter Junge schikaniert und geschlagen wird. Der zuständige Richter ist der Ansicht, dass Google keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen habe, um die Privatsphäre des Opfers zu schützen.
In einem Blogeintrag erklärt Google-Manager Matt Sucherman, dass Mitarbeiter das Video nach einem Hinweis der Polizei innerhalb weniger Stunden vom Netz genommen hätten. Zudem habe der Suchanbieter mit den Behörden zusammengearbeitet, um die Person zu ermitteln, die den Clip hochgeladen hatte.
Sucherman hält die Entscheidung des Gerichts für einen Angriff auf das freie Internet. "Keiner der vier Google-Mitarbeiter hatte etwas mit dem Video zu tun. Sie sind nicht darin vorgekommen, sie haben es nicht gefilmt und sie haben es nicht hochgeladen", so Sucherman. Er kündigte an, dass Google gegen das Urteil in Berufung gehen wird.
Bei den Verurteilten handelt es sich nach Unternehmensangaben um Googles Chefsyndikus David Drummond, den Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer sowie den ehemaligen Finanzvorstand George Reyes. Den Marketing-Manager Arvind Desikan hat das Gericht laut Google freigesprochen.
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Lesermeinungen zum Artikel
Konsequenterweise müßte dann jedesmal, wenn ein Mensch erschossen wird, der Waffenhersteller verurteilt werden. Wenn ein Mensch bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, muss der Autohersteller eine Bewährungsstrafe kriegen.
Und wenn ein Jogger beim Training umknickt und sich den Fuß verstaucht, haftet dann der Schuhhersteller ???