Filesharing schadet seiner Meinung nach vor allem jungen Songschreibern. Das für die Musikbranche verlorene Geld fließt angeblich in die Taschen der ISPs. Bono vertritt damit die Argumentation der US-Musikindustrie.
Der Sänger der Band U2, Bono Vox[1], hat sich in einem Gastkommentar in der New York Times[2] für verstärktes Vorgehen gegen Filesharer ausgesprochen. Vor allem kritisierte er die Internet Service Provider (ISPs), deren "gestiegene Profite die Verluste im Musikgeschäft genau widerspiegeln".
Bono, der bürgerlich Paul Hewson heißt, schreibt: "Zehn Jahre Filesharing und Klauen haben deutlich gemacht, dass die dadurch Getroffenen die Urheber sind - in diesem Fall junge Songschreiber, die nicht von Konzertkarten- und T-Shirt-Verkäufen leben können." Damit bestätigte er die Ansichten, die U2-Manager Paul McGuinness[3] im vergangenen Frühjahr im Interview mit News.com[4] geäußert hatte. McGuinness: "Kostenlos ist der Feind jeder Qualität."
Sowohl Bono als auch McGuinness betonen, sie sprächen nicht zugunsten von U2, denn die Bandmitglieder seien reich und könnten von Konzerten leben. Man fürchte vielmehr um junge Talente, die durch Filesharing am Aufstieg gehindert würden.

Bono will ISPs in die Pflicht nehmen (Bild: Greg Sandoval/News.com).
Die Stellungnahme kommt für viele Beobachter überraschend. Kaum ein Musiker kritisiert Filesharing, um nicht wie Metallica die Fans vor den Kopf zu stoßen. Metallica hatte vor fast zehn Jahren eine Urheberrechtsklage gegen Napster angestrengt[5].
Mit seiner Anklage gegen ISPs spricht sich Bono gegen Netzneutralität[6] aus, die in den USA als Wahlversprechen von Barack Obama von der Telekommunikationsaufsicht durchgesetzt wird[7]. Die Recording Industry Association of America (RIAA[8]) dagegen wünscht sich schon lange die Mithilfe der Zugangsanbieter bei der Verfolgung von Filesharern - bisher erfolglos.
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