Konzernchef Larry Ellison will die Bedenken der EU-Kommission ausräumen. Die Open-Source-Datenbank soll als eigenständige Sparte mit eigenem Aufsichtsrat geführt werden. Eine Einigung möchte er noch vor dem 10. Dezember erzielen.
Im Streit um die Übernahme von Sun Microsystems[1] hat Oracle[2]-Chef Larry Ellison gegenüber der EU-Kommission nun Kompromissbereitschaft signalisiert. Wie die New York Post[3] unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise meldet, zieht Ellison die Auslagerung von MySQL in eine separate Sparte in Betracht. Bislang lehnte er Zugeständnisse an die EU[4] ab.
Die Open-Source-Datenbank steht im Zentrum der Kritik der EU-Kommission[5] an Oracles geplanter Übernahme von Sun. Sie befürchtet, dass eine Kombination aus MySQL und Oracles Datenbankprodukten einen negativen Effekt auf den Markt für Datenbanksoftware haben könnte. Das US-Justizministerium hatte bei seiner Prüfung keine Einwände erhoben und der Übernahme im August zugestimmt[6].
Mit seinem Vorschlag will Ellison dem Bericht zufolge die Bedenken der EU-Kommission noch vor einer Anhörung am 10. Dezember[7] ausräumen. MySQL soll künftig nicht nur als eigenständiger Geschäftsbereich von Oracle geführt werden, sondern auch einen eigenen Aufsichtsrat erhalten.
Oracle hatte im April angekündigt[8], Sun Microsystems für 7,4 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Nach mehreren Verzögerungen schalteten sich Ende November 59 US-Senatoren unter der Leitung des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John Kerry ein und forderten die EU-Kommission zu einer schnellen Überprüfung der Akquisition[9] auf. Im ersten Fiskalquartal (bis 27. September) seines Geschäftsjahres 2010 verzeichnete Sun einen Umsatzrückgang um 25 Prozent[10] auf 2,24 Milliarden Dollar.
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