Ein Kunde erhielt mehr als 100 E-Mails mit vertraulichen Daten anderer Kunden. Sie enthielten unter anderem Kontonummern und Passwörter der Betroffenen. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz will den Vorfall untersuchen.
Bei der Hansenet[1]-Tochter Alice[2] hat es eine massive Datenpanne gegeben. Einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks[3] (NDR) zufolge konnte ein Kunde des Unternehmens die Adresse "alice@alice.de" registrieren und erhielt daraufhin mehr als 100 E-Mails, die Links zu vertraulichen Kundendaten enthielten. Darin waren außer der Adresse der Kunden auch ihre Kontodaten, die letzten Rechnungen sowie Service-Passwörter einsehbar.
"Ich hatte auf einmal 172 Mails im Ordner und wusste gar nicht, wo die auf einmal hergekommen sein könnten - bis ich dann feststellte, dass das Daten für Alice sind", sagte der Betroffene gegenüber NDR Info. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit[4], Peter Schaar, kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.
Ein Hansenet-Sprecher erklärte gegenüber dem Hörfunksender, wie es zu der Datenpanne kommen konnte. Vertriebspartner des Unternehmens trügen immer dann "alice@alice.de" im Anmeldeformular ein, wenn ein Neukunde keine eigene E-Mail-Adresse angebe. Hansenet hat die Adresse mittlerweile gesperrt.
Ende der vergangenen Woche hatte der O2-Mutterkonzern Telefónica[5] mit Telecom Italia[6] eine Vereinbarung über den Kauf von Hansenet[7] unterzeichnet. Die Akquisition hat einen Wert von 900 Millionen Euro. Sie soll im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden.
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