Deutsche Telekom startet Pilotprojekt mit De-Mail

Gemeinsam mit der Deutschen Telekom und United Internet startet das Bundesinnenministerium morgen in Friedrichshafen am Bodensee einen Pilotversuch von De-Mail (PDF). Mit ihm sollen die Akzeptanz des Dienstes unter Bürgern sowie die abgesicherte Übertragung getestet werden. Grundlage ist ein im Februar verabschiedeter Gesetzentwurf (PDF) zu sogenannten Bürgerportalen. Sie sollen ab 2010 einen vertrauenswürdigen Geschäftsverkehr im Internet ermöglichen.

Die Technologie wird in Friedrichshafen für sechs Monate erprobt. Interessierte können sich unter www.fn.de-mail.de informieren und zu den entsprechenden Registrierungsseiten gelangen. Mit der Lösung ließen sich innerhalb des Bürgerportals elektronische Nachrichten zuverlässig, vertraulich und fälschungssicher versenden und empfangen, so die Projektpartner. Nachrichten und Dokumente würden verschlüsselt übermittelt und seien somit vor Veränderungen geschützt. Auch Behördenformulare und andere Verwaltungsunterlagen sollen sich sicher übertragen lassen. Die Identitäten von Absender und Empfänger seien eindeutig feststellbar.

Voraussetzung für die Nutzung von De-Mail ist, dass sich Sender und Empfänger einmalig registrieren und - ähnlich wie bei der Eröffnung eines Online-Bankkontos – eindeutig identifizieren. Nach erfolgreicher Überprüfung wird der Zugang mit eigenem Postfach eingerichtet und freigeschaltet. Danach kann der Nutzer mit seinem persönlichen Kennwort von jedem beliebigen Rechner aus De-Mails versenden und empfangen. Zusätzliche Hardware ist nicht erforderlich.

Um den Versand und die Zustellung einer De-Mail nachweisen zu können, erhält der Absender vom Provider eine automatische Versand- und Zustellbestätigung. Diese ist qualifiziert elektronisch signiert und damit rechtsverbindlich. De-Mail ist damit die erste Form der Online-Kommunikation, die rechtlich gesehen einem Einschreiben entsprechen wird.

Die Bürgerportal-Dienste werden voraussichtlich ab 2010 von privaten Anbietern umgesetzt. Unternehmen können sich als Betreiber eines Bürgerportals akkreditieren. Dazu müssen sie ihre Zuverlässigkeit und Fachkunde nachweisen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüft die Anbieter regelmäßig.

Der IT-Branchenverband Bitkom begrüßt die De-Mail-Pläne. Er erwarte sich dadurch einen weiteren Schub für den E-Commerce, teilte er mit, wisse doch jeder Käufer oder Verkäufer durch die De-Mail, mit wem er ins Geschäft komme. Das schaffe zusätzliches Vertrauen.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Thomas
am 9. Oktober 2009, 08:48 Uhr
Staatlich konntrollierte Email
Das kann sich schnell zum Fluch entwickeln. Gelangen jetzt Verbrecher an die Zugangsdaten wird ihr Treiben für den Geschädigten auch noch rechtsverbindlich. Eine ganz trügerische Sicherheit. Identitätsklau erreicht dadurch eine neue Dimension. Von den sicher vorhandenen Schnittstellen zu unseren Schnüffelbehörden mal ganz abgesehen.
Wer wirklich mehr Sicherheit will lässt schön die Finger davon und benutzt Quelloffene Systeme die weder von staatlichen noch von kommerziellen Einrichtungen betrieben werden.

Gespannt bin ich jetzt auf die "Zwangsmaßnahmen" mit denen ich genötigt werde mir so ein Konto einzurichten.
 
von El Mariacchi
am 9. Oktober 2009, 10:47 Uhr
AW: Staatlich konntrollierte Email
das wird ja spaßig, der großteil der ämter hat noch computer aus dem letzten jahrhundert von internetanschluss ganz zu schweigen. für die meisten dinge die mit dem abgewickelt werden müssen ist ein persönliches erscheinen nötig.

wie soll das gehen, die brauchen alles doppelt und dreifach mit durchschlag und vom notar beglaubigt. soll ich etwa ein wichtiges formular, ausdrucken, ausfüllen, beglaubigen lassen, einscannen und per email dann versenden? *lol*

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