Microsoft meldet Sicherheitsbedenken gegenüber Chrome Frame an

(http://www.zdnet.de/news/41503200/microsoft-meldet-sicherheitsbedenken-gegenueber-chrome-frame-an.htm)

von Mary Jo Foley und Stefan Beiersmann, 25. September 2009

Das Browser-Plug-in soll die Angriffsfläche für Malware und schädliche Skripte erhöhen. Daher rät Microsoft von der Nutzung ab. Die Erweiterung ermöglicht die Ausführung des Google Browsers im Internet Explorer.

Microsoft[1] hat vor der Nutzung der kürzlich vorgestellten Internet-Explorer-Erweiterung "Chrome Frame[2]" gewarnt, die die Ausführung des Google-Browsers im Internet Explorer ermöglicht. Nach Ansicht des Softwareanbieters stellt das Plug-in ein mögliches Sicherheitsrisiko dar.

"Mit Internet Explorer 8 haben wir erhebliche Fortschritte gemacht, damit der Browser für unsere Kunden sicherer wird", heißt es in einer Stellungnahme von Microsoft. "Angesichts der Sicherheitsprobleme von Plug-ins im Allgemeinen und von Google Chrome im Besonderen verdoppelt das Plug-in die Angriffsfläche für Malware und schädliche Skripte. Wir können nicht empfehlen, dieses Risiko einzugehen."

Microsoft verweist zudem auf eine im August veröffentlichte Studie von NSS Labs[3], wonach der Internet Explorer 8 angeblich mehr Schutz vor gefährlichen Websites bietet als die Konkurrenz. In den Tests hatte der IE8 81 Prozent aller mit Malware präparierten Websites blockiert, während Chrome 2 nur 7 Prozent erreichte. Die aktuelle Version Chrome 3[4] hat Google erst Mitte September veröffentlicht.

Plug-ins von Drittanbietern sind ein potenzielles Sicherheitsrisiko für Browser[5]. So hat Adobe[6] im Juli eine Lücke in Flash[7] geschlossen, über die ein Angreifer die Kontrolle über einen Rechner übernehmen kann, sobald eine manipulierte Flash-Datei im Browser geöffnet wird.

Chrome Frame erweitert ältere Microsoft-Browser wie den IE 6 und 7 um aktuelle Funktionen, etwa HTML5. Darüber hinaus beinhaltet das Plug-in auch die Rendering-Engine des Google-Browsers. In Benchmarkt-Tests[8] schneidet sie deutlich besser ab als der Internet Explorer 8.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.microsoft.de
[2] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_software_google_veroeffentlicht_chrome_als_plug_in_fuer_internet_explorer_story-39001022-41503092-1.htm
[3] = http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_ie8_bietet_angeblich_mehr_schutz_vor_gefaehrlichen_websites_als_konkurrenz_story-39002364-41501430-1.htm
[4] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_software_google_veroeffentlicht_finale_version_von_chrome_3_story-39001022-41502765-1.htm
[5] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_sicherheit_security_usa_secunia_ermittelt_2_7_milliarden_unsichere_anwendungen_story-39001024-41005867-1.htm
[6] = http://www.adobe.de
[7] = http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_sicherheit_security_adobe_patcht_kritische_flash_luecke_story-39001024-41500844-1.htm
[8] = http://www.zdnet.de/bildergalerien_aktuelle_browser_im_benchmark_test_story-39002386-41005883-1.htm