Supercomputer zur Klimaberechnung einer der größten Umweltverschmutzer Großbritanniens

Die britische Behörde "Department of Communities and Local Government" wirft Klimaforschern vor, einen besonders üblen Beitrag zum Klimawandel zu leisten. Der vom Meteorological Office (kurz "Met Office") zu Forschungszwecken eingesetzte Supercomputer soll einer der größten Umweltsünder des Landes sein.

Die Behörde hatte die Emissionen aller Gebäude der öffentlichen Hand erfasst und war dabei auf das Rechnersystem gestoßen, das 1,2 Megawatt Leistung aufnimmt. Das Hauptquartier des Met Office emittiert jährlich 12.000 Tonnen CO2, wofür zu 75 Prozent der Supercomputer verantwortlich ist. Dies berichtet die Tageszeitung Daily Mail.

Ein Sprecher des Met Office namens Barry Grommett kommentierte gegenüber der Zeitung: "Wir würden ins Mittelalter der Wettervorhersage zurückfallen, wenn wir die Zuverlässigkeit von Supercomputer-Berechnungen nicht mehr nutzen würden. So einfach ist das." Seinen Angaben nach ist die Anlage zu einer Leistung im Petaflops-Bereich fähig, die es aber erst im Jahr 2011 erreichen wird. Der Rechner versorgt 400 Wissenschaftler mit Daten.

Die Zeitung wirft dem erst im Mai eingeweihten, 30 Millionen Pfund (34 Millionen Euro) teuren Rechner nun etwas populistisch falsche Prognosen vor. Der vorhergesagte "Barbecue-Sommer" mit bestem Grillwetter sei in England nicht eingetreten.

Beim Met Office eingesetzte Supercomputer-Hardware (Bild: IBM, via ZDNet UK)
Beim Met Office eingesetzte Supercomputer-Hardware (Bild: IBM, via ZDNet UK)

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von Cromm
am 28. August 2009, 13:55 Uhr
Die teuersten Orakel der Welt
Ist sowieso die frage ob diese Wetter Orakel Rechner überhaupt Sinnvoll funktionieren oder ob man nicht mit herkömmlicher wetterbobachtung genau soweit kommt.
 
von Delphi
am 30. August 2009, 00:48 Uhr
AW: Die teuersten Orakel der Welt
Geht hier um Langzeit-Vorhersagen, die nun mal extrem schwierig sind (und bei der ich mich frage, wie das denn mit herkömmlicher Beobachtung möglich sein soll).
Ist auch nicht überraschend, dass das nicht immer gleich prima funktioniert, aber Forschung kommt eben nicht ohne Fehlschläge aus.
 
von Thomas
am 31. August 2009, 09:39 Uhr
AW: AW: Die teuersten Orakel der Welt
Ohne Beobachtung läuft da erstmal überhaupt nichts. Auf Basis welcher Daten soll der Supercomputer denn sonst rechnen?
Ich betreibe seit langer Zeit eine Wetterdatenaufzeichnung. Ein Vergleich der tatsächlichen Werte mit den Vorhersagen zeigt, dass Vorhersagen über 2 Tage hinaus mehr oder weniger ein Schuss ins blaue sind. Einzig die immer schwammiger werdenden Formulierungen retten die Trefferquote.
"Regenwahrscheinlikeit von 50%", "Tageshöchsttemperatur zwischen 16°C und 26°C" oder "Sonnig mit einzelnen Schauern, örtlich auch Dauerregen".

Bestimmt muss noch mehr beobachtet werden. Aber ohne einen Rechner der diese Beobachtungen auch auswerten kann, sind sie nutzlos. 1 Stift, ein Zettel und der hundertjährige Kalender werden nicht reichen Ordnung in das Klimachaos zu bringen. Da ist der beste Rechner grade gut und billig. Fehlschläge sind dabei wirklich nur Pflastersteine des Weges der Erkenntnis.