Das Unternehmen will eine Legalisierung von Jailbreak-Maßnahmen verhindern. Angeblich sind Attacken auf Mobilfunkmasten und anonymes Telefonieren möglich. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) reagiert skeptisch.
Im Streit um Jailbreaking[1] beim iPhone[2] hat Apple[3] jetzt schwere Geschütze aufgefahren. Wer den Schutzmechanismus entferne, gefährde damit das gesamte Mobilfunknetz und spiele Drogendealern in die Hände, so der Hersteller in einem von Wired.com[4] veröffentlichten Kommentar[5] (PDF), den er an das amerikanische Copyright Office[6] geschickt hat.
Apple reagiert damit auf eine Bitte der Electronic Frontier Foundation[7] (EFF) an das Copyright Office, in der sie die Legalisierung des Jailbreaking[8] fordert. Apple sieht eine Umgehung der Sperre für nicht freigegebene iPhone-Applikationen jedoch als Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act[9] (DMCA) an.
Ein per Jailbreak geknacktes iPhone kann Anwendungen laden, die nicht von Apple zertifiziert worden sind. Laut Apple hat ein solcher Hack schwerwiegende Auswirkungen: Der Basisband-Prozessor (BBP) werde durch den Eingriff verändert. Dadurch ergäben sich gefährliche Möglichkeiten: "Hacker könnten eventuell Kommandos wie eine Denial-of-Service-Attacke[10] ausführen, die die Software eines Mobilfunkmastes zum Absturz bringt. Dadurch wäre der Mast nicht mehr in der Lage, Gespräche weiterzuleiten oder Daten zu übermitteln. Kurz gesagt bedeutet eine Kontrolle über den BBP so viel, als übernähme man die Kontrolle über die Firewall eines Firmencomputers - mit katastrophalen Auswirkungen."
Wird der BBP-Code verändert, kann ein Hacker laut Apple gleichzeitig auch die Exclusive Chip Identification (ECID) ändern. Dadurch könne das iPhone anonyme Anrufe tätigen, bei dem seine Nummer nicht erkennbar wäre - ein Feature, das "für Drogendealer wünschenswert" sei.
Wired zitiert Fred von Lohmann, den Anwalt der EFF. Er hält Apples Einwände für "lächerlich". Es gebe bereits Millionen geknackter iPhones. "So etwas ist allerdings noch nie passiert."
Der Digital Millennium Copyright Act wurde 1998 erlassen. Er schreibt vor, "dass niemand eine wirksame technische Maßnahme umgehen darf, die den Zugriff auf Werke kontrolliert, die unter dem Schutz dieses Gesetzes stehen." Laut DMCA müssen der Librarian of Congress[11] und das Copyright Office aber alle drei Jahre untersuchen, ob sie Ausnahmen zu dieser Regel erlassen. Die EFF bemüht sich um eine solche Ausnahme für das Jailbreaking.
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