Peter Dengate Thrush schließt sich dem technischen Ausschuss an. Die Sperren seien zu leicht zu umgehen und verursachen Probleme. Nur wenige westliche Länder haben ein Zensurgesetz.
Peter Dengate Thrush[1], Vorsitzender des ICANN-Verwaltungsrats[2], hat sich in einer Pressekonferenz in Sydney gegen Internetfilter ausgesprochen. Das berichtet[3] der Online-Dienst Heise. Auf die Frage eines australischen Journalisten antwortete er, dass die Sperren zu einfach zu umgehen seien. Sie verursachten viele technische Probleme.
Der Neuseeländer räumte jedoch ein, dass die Zensurregeln eine Sache Australiens seien. Australien ist neben Deutschland eines der wenigen Länder in der westlichen Welt, in denen eine staatliche Internetzensur per Gesetz verankert ist. Darüber hinaus praktizieren unter anderem China, Nordkorea und Iran eine Internetzensur. In Deutschland sind die Sperren mit der Bekämpfung von Kinderpornografie begründet. Da die auf DNS-Spoofing[4] basierenden Umleitungen leicht zu umgehen[5] sind, bezweifeln Kritiker ihre Wirksamkeit.
Dengate Thrush schließt sich mit seiner Aussage einem Papier[6] (PDF) des Sicherheitsausschusses[7] der ICANN[8] (SSAC) an, das erst vor einigen Tagen offiziell vorgestellt[9] wurde. Darin veröffentlichen die Ausschussmitglieder die Ergebnisse langjähriger Forschungsarbeiten durch DNS-Experten wie Paul Vixie[10] und Dan Kaminsky[11], die die Störungen vieler Dienste durch DNS-Sperren belegen. Nach einhelliger Meinung von Experten stehen die erzielten Wirkungen von Sperren in keinem Verhältnis zu den zahlreichen technischen Problemen, die sie verursachen.
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