Datenschutzaufsicht prüft Vorwürfe gegen Kabel Deutschland

(http://www.zdnet.de/news/41003611/datenschutzaufsicht-prueft-vorwuerfe-gegen-kabel-deutschland.htm)

von Sibylle Gassner und Björn Greif, 4. Mai 2009

Der Netzbetreiber soll Vertriebspartnern illegal Adressen, Telefonnummern und Kontodaten von Kunden bereitgestellt haben. Ein Unternehmenssprecher weist die Vorwürfe zurück. Bis zum 1. Juni muss KDG offiziell Stellung beziehen.

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht[1] führt aktuell eine datenschutzrechtliche Überprüfung gegen Kabel Deutschland[2] (KDG) durch. Das bestätigte der Leiter der Aufsichtsbehörde, Günther Dorn, gegenüber der DPA.

Die Wirtschaftswoche hatte zuvor berichtet[3], Kabel Deutschland habe Vertriebspartnern zur Telefonakquise in den vergangenen Monaten unerlaubt Zugriff auf Adressen, Telefonnummern und Kontodaten von Kunden gegeben. Das Magazin beruft sich dabei auf interne Mails des früheren KDG-Vertriebspartners Condor Media[4].

Ein KDG-Sprecher wies die Vorwürfe zurück: "Wir haben nie sensible Daten herausgegeben, auch nicht an unsere Vertriebsdienstleister." Der Vertrag mit Condor sei Ende Februar gekündigt worden. Der Chef von Condor, Hakan Akyazi, sagte gegenüber dem Blatt, sein Unternehmen habe nur Bankdaten von Kunden direkt erhalten, nicht von KDG.

Im Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht ist man aber offensichtlich nicht von der Unschuld der beiden Unternehmen überzeugt. "Wir überprüfen den Fall", sagte Günther Dorn. Zunächst handle es sich aber nur um eine Voruntersuchung. KDG sei aufgefordert worden, bis zum 1. Juni Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen. Über das weitere Vorgehen werde erst nach Abschluss der Überprüfung entschieden.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt1/abt1dsa10.htm
[2] = http://www.kabeldeutschland.de
[3] = http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/kabel-deutschland-hat-offenbar-auch-kontonummern-an-dubiose-vertriebspartner-weitergeleitet-395597/
[4] = http://www.condor.ag/