Aktuelle DNS-Patches schützen Firmennetze nicht

(http://www.zdnet.de/news/39199545/aktuelle-dns-patches-schuetzen-firmennetze-nicht.htm)

von Christoph H. Hochstätter, 26. November 2008

Enterprise-NAT-Lösungen heben Wirkung der Software-Updates wieder auf

Bisher veröffentlichte Patches, die Server gegen die sogenannte Kaminsky-Attacke[1] absichern sollen, bieten im Fall einer für Unternehmen typischen Konfiguration keinerlei Schutz. Die in vielen Firmen eingesetzten Gateways nämlich kontern den in den Patches umgesetzten Sicherheitsmechanismus. Dies ergaben ZDNet-Recherchen.

Die Kaminsky-Attacke erlaubt einem Angreifer, einen DNS-Server innerhalb weniger Sekunden mit gefälschten Cache-Einträgen zu verseuchen. Viele Hersteller arbeiten seit Sommer 2008 an einem Software-Update, das diese Gefahr endgültig abwehrt.

Besonders gefährlich an einer Cache-Attacke ist, dass ein verseuchter DNS-Server "gutgläubig" andere Server der weltweit verteilten Datenbank mit falschen Einträgen versorgt. Besonders lohnenswert sind solche Angriffe für Phisher: Auch wenn ein ahnungsloser Nutzer die korrekte URL seiner Bank von Hand eintippt, landet er so auf der Website des Phishers. Firmen, die DNS-Server im Intranet betreiben und über NAT an das Internet angebunden sind, bieten auch Patches keinerlei Schutz. Schuld daran sind Enterprise-Level-Internet-Gateways, die den Effekt des Patches wieder aufheben.

Diese High-End-Komponenten limitieren die Ports, mit denen ein Rechner im Internet sichtbar wird, damit es einem einzigen Nutzer nicht möglich ist, alle 65.536 verfügbaren Internetverbindungen einer öffentlichen IP-Adresse für sich allein zu beanspruchen. Betroffen von diesem gefährlichen Sicherheitsloch für DNS-Server im Intranet ist auch Marktführer Cisco.

Kleine Unternehmen, die Consumer-Level-Router, etwa eine Fritzbox, einsetzen, müssen sich keine Gedanken machen. Die NAT-Logik dieser Geräte ist nicht "schlau" genug, um ein solches Sicherheitsleck zu schaffen.

Auch Anwender von High-End-Komponenten können ihre DNS-Server sicher betreiben, allein das Patchen auf die aktuelle Version reicht jedoch nicht aus. ZDNet hat einen ausführlichen Bericht[2] zusammengestellt, der detaillierte technische Hintergründe und Handlungsempfehlungen liefert.


Der von ZDNet durchgeführte Test zeigt, dass ein Cisco-Gateway die Wirkung des DNS-Patches größtenteils wieder aufhebt.

URLs in diesem Artikel:
[1] = http://www.zdnet.de/news/security/0,39023046,39194064,00.htm
[2] = http://www.zdnet.de/sicherheit_in_der_praxis_dns_cache_angriffe_patches_in_firmennetzen_meist_wirkungslos_story-39001543-39199363-1.htm