Die EU-Kartellwächter haben eine Untersuchung gegen Microsoft eingeleitet, um festzustellen, ob der Software-Konzern seine marktbeherrschende Stellung bei der Standardisierung von Office Open XML (OOXML) missbraucht hat. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte am Mittwoch, dass die Aufsichtsbehörde von mehreren europäischen Ländern Informationen zum Ablauf des Standardisierungsverfahrens angefordert habe.
Insbesondere interessiert sich die Kommission für mögliche Einflussnahmen auf die Debatte oder die Abstimmung über den Standard. Norwegen erklärte in seiner Antwort an die Wettbewerbshüter, dass es eine hitzige Debatte, aber keine Unregelmäßigkeiten gegeben habe.
Laut Microsofts General Manager für Interoperabilität, Tom Robertson, hat sein Unternehmen ebenfalls eine Anfrage aus Brüssel erhalten. Er kündigte Microsofts uneingeschränkte Kooperationsbereitschaft an.
Auf Vorwürfe von OOXML-Gegnern wie IBM und Google reagierte Robertson mit Unverständnis: "Es ist schon ironisch, dass sich IBM über neue Mitglieder in den Normungsausschüssen der einzelnen Länder beschwert, obwohl sie selbst rund um die Uhr versucht haben, eigene Leute einzusetzen." Auch Google habe erst drei Tage vor der Abstimmung ein neues Mitglied in das dänische Komitee eingebracht.

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