Mac-OS-Kernel läuft unmodifiziert auf Standard-PCs

(http://www.zdnet.de/news/39159022/mac-os-kernel-laeuft-unmodifiziert-auf-standard-pcs.htm)

von Kai Schmerer, 13. November 2007

EFI-Emulation gaukelt Kernel echten Mac vor

Ein von Hackern in Umlauf gebrachter Patch versieht den Bootloader von Apple mit einer EFI-Emulation. Dadurch funktionieren Original-Kernel von Mac OS X auf Standard-PCs.

Sämtliche Apple-Rechner mit Intel-CPU sind mit einem sogenannten Extensible Firmware Interface (EFI)ausgestattet. Der Betriebssystem-Kern wird aus dem EFI geladen. Standard-PCs, die nur über ein BIOS verfügen, können daher einen nicht modifizierten Mac-OS-Kernel nicht starten. Daher verfügen die bisher in Tauschbörsen kursierenden Mac-OS-Versionen über einen gepatchten Kernel, der unter anderen die EFI-Hürde umschifft und Mac OS auch auf Standard-PCs starten lässt. Daraus resultieren allerdings Probleme mit jedem Kernel-Update. Ein neuer Kernel kann erst nach einer Modifikation auf Standard-PCs funktionieren. Zudem verweigern einige Kernel-Erweiterungen die Zusammenarbeit mit der Hacker-Version.

Die im Bootloader von Darwin verfügbare EFI-Emulation dagegen (eine GRUB[1]-Variante ist ebenfalls verfügbar) gaukelt dem Original-Kernel einen echten Mac vor. Dadurch startet nicht nur der Original-Kernel, sondern es funktionieren auch die Kernel-Extensions ohne Modifikation. Ein zukünftiges Kernel-Update dürfte somit auch auf Standard-PCs funktionieren.

Die derzeitige Prozedur für das Einspielen des Bootloaders und der Installation des Original-Kernels ist jedoch sehr komplex und erfordert einiges Know-how. Allerdings hat eine Gruppe türkischer Hacker bereits eine Mac-OS-X-Setup-DVD unter der Bezeichnung "i-Atkos" angekündigt, die die EFI-Emulation bereits enthalten soll. Die vorgestellte Methode funktioniert nur mit modernen Intel-Prozessoren und einem Mainboard mit High Performance Event Timer (HPET). Außerdem fehlen Treiber für nahezu alle Hardware-Komponenten.

Hacker-Varianten von Mac OS X 10.5 sind nicht mit Apples Lizenbedingungen konform. Wirtschaftlichen Schaden durch gepatchte Leopard-DVDs braucht Apple aufgrund der eingeschränkten Hardware-Unterstützung nicht zu fürchten. Die Motivation der Hacker dürfte eher darin liegen, komplexe Strukturen und Schutzmechanismen eines Betriebssystems kennenzulernen. Ein geschäftsschädigendes Motiv scheint keine Rolle zu spielen, wie der Blog-Eintrag von "netkas" suggeriert: "P.S. If u really like MacOSX - buy a mac."

Einsatz von Original-Kernel dank EFI-Emulation möglich
Neuer Hack: Ein modifizierter Bootloader emuliert ein EFI-BIOS. Dadurch kann auf Standard-PCs der Original-Kernel von Mac OS X 10.5 eingesetzt werden.

HIGHLIGHT

Rechtlich bedenklich, technisch möglich: Mac OS X auf PCs[2]

Das Apple-Betriebssystem ist offiziell nur für Macs verfügbar. Allerdings lässt sich Mac OS X Leopard inzwischen auch auf Standard-PCs installieren. Wie das funktioniert, und ob die Lösung alltagstauglich ist, zeigt der ZDNet-Test.

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URLs in diesem Artikel:
[1] = http://de.wikipedia.org/wiki/GRUB
[2] = http://www.zdnet.de/enterprise/mac/praxis/0,39038652,39188228,00.htm