Musikindustrie will zahlreiche Online-Radios schließen lassen

Der deutsche Phonoverband IFPI fordert, dass das Sendeprivileg auf traditionellen Hörfunk beschränkt wird. Laut der Musikindistrie-Lobby würden die Internet-Radios und On-Demand-Dienste in die Erstverwertungsrechte eingreifen und seien damit "nicht hinnehmbar", so der Forderungskatalog zu einer Urheberrechtsreform. Das deutsche Justizministerium hat dem Vorschlag eine deutliche Abfuhr erteilt.

Das Sendeprivileg erlaubt Radiostationen sämtliche Musiktitel abzuspielen, sofern sie veröffentlicht wurden, ohne vorher eine Genehmigung der Plattenfirma einzuholen. Wird das Sendeprivileg abgeschafft, müsste, ähnlich wie in den Filmbranche, das Senderecht für jeden einzelnen Titel gekauft werden. Der Branchenverband kritisiert, dass dieses System nicht mehr zeitgemäß sei.

Das Bundesjustizministerium (BMJ) lehnt die Forderung klar ab. Vor wenigen Jahren hat der IFPI eine Änderung des Sendeprivilegs für traditionelle Radios gefordert. Damals argumentierte das BMJ, dass die Abschaffung des Sendeprivilegs angesichts der tausenden Musiktitel, die täglich gespielt werden, völlig unpraktikabel wäre. Die Forderung nach der Abschaffung des Privilegs für Internetradios müsse aus denselben Gründen abgelehnt werden, erklärt Ulf Gerder, Sprecher des BMJ.

Ein Dorn im Auge der Musikindustrie sind besonders Angebote, bei denen die User großen Einfluss auf die Playlist haben. Bei Web-Diensten wie etwa Last FM, bei denen durch Bewertungen ein individuelles Programm erstellt wird. So genannte Unicasts hätten mit einer Sendung im nichts mehr zu tun, heißt es von Seiten der Musikbranche. Das Sendeprivileg solle nur gelten, wenn keine Möglichkeit zur interaktiven Programmgestaltung besteht und ein redaktionelles Programm vorhanden ist.

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Lesermeinungen zum Artikel

 
von florian
am 27. Februar 2006, 14:49 Uhr
das übliche
...und die internetradios sind daran schuld das musikindustrie jährliche milliardenverluste einfährt und user illegal musik runter laden. irgendwie wird das ganze spielchen immer peinlicher. macht mal weiter, aber wundert euch nicht wenn ihr irgendwann aufwacht und niemand möchte mehr euer zeug haben.
 
von Paul
am 27. Februar 2006, 14:54 Uhr
Glaubenskriege
Erinnert fatal an die katholische Kirche mit ihren Kreuzzügen und Inquisitionsurteilen.
 
von tutnixzursache
am 28. Februar 2006, 07:48 Uhr
Vorteil
Naja einen Vorteil hätte die ganze Geschichte ja.Da würden sich die Sender überlegen für welche Titel sie Rechte erwerben und uns Hörern würden so Peinlichkeiten wie Übelblöck und Freunde erspart bleiben.Aber ist das den nicht so, das die Plattenindustrie den Sendern die Titel bereits heute schon vorweg schickt damit die Sender die Songs bewerben?Da gibts doch ein Sprichwort das was mit Ästen und Sägen zu tun hat ;)
 
von NixMehrHörer
am 28. Februar 2006, 09:20 Uhr
AW: Vorteil
Ja, natürlich schicken die die Songs vorher zu den Sendern - zusammen mit ein paar Scheinchen, nem Päckchen Koks, ner Nutte oder anderen kleinen "Incentives" für den Redakteur, um den Song ein bisserl zu pushen. Das ist klassisches Marketing á la MI.Bei Sendern, wo die Hörer(!) maßgeblich die Playlist bestimmen, fällt diese Einflußnahme natürlich weg, und DAS passt den Herren Müll-Pushern natürlich gar nicht in den Kram. Es wird in der Tat immer peinlicher, offensichtlicher und verzweifelter, was die Lobby-Deppen da abziehen ...
 
von klaus
am 2. März 2006, 14:19 Uhr
back to the roots
In den siebziger Jahren gab es noch Radiosender die nachmittags kpl. Lps gespielt haben und da gab es keine Probleme, aber da wurden noch Millionen von LPs verkauft und heute ?Geht mal wieder Back to the roots, geht in die Clubs und sucht wieder Musiker und keine gecasteten Schönlinge, dann klappts auch wieder mit dem Umsatz
 
von evelyn. kunz
am 2. März 2006, 15:39 Uhr
onlineradio,onlineradio's,podcast,podcasting.
wie arm !aber typisch.wenn das kommen sollte, gehe ich mit meiner festplatte in ein nicht wto land und podcaste alles was ich habe. und das ist nicht wenig !evelyn.kunzceo,xairo.de,reg.trade.mark,nr.39982641